Corona in Schalksmühle

Der Corona-Alltag in den Kitas: Impfungen helfen dabei

Öffnung Kindergarten - Kita - Kierspe
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Der Alltag wird wieder leichter in den Kitas in Schalksmühle.

Die leeren Räume der Kitas in Schalksmühle füllen sich nach dem Ende des Lockdowns wieder mit tobenden Kindern. Am 22. Februar endete der Appell an die Eltern, ihren Nachwuchs möglichst zu Hause selbst zu betreuen. Und so veränderte sich der Alltag in den Einrichtungen wieder.

Schalksmühle/Heedfeld – „Bei uns sind bis auf drei Kinder alle wieder hier“, freut sich Elke Gabler-Peyinghaus, Leiterin der Kita Junges Gemüse an der Viktoriastraße darüber, dass ein Stück Normalität wieder zurückgekehrt ist. Zwei der fehlenden Kita-Kinder sind aufgrund der Pandemie noch zu Hause geblieben. Insgesamt tummeln sich 35 Kinder in der Einrichtung, die von ihren Eltern allmorgendlich an der Tür abgegeben werden. „Das klappt auch alles ganz wunderbar. Die Kinder sind auch stolz darauf, dass sie das alles so gut hinbekommen“, sagt die Kita-Leiterin.

Neben den üblichen Hygienemaßnahmen hat sie mit ihren Kolleginnen sicherheitshalber auch das Angebot angenommen, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen. „Wir sind jetzt fast alle durchgeimpft. Das ist für uns schon eine große Erleichterung.“ Bis auf eine Mitarbeiterin nahmen alle den kleinen Piks in Kauf. Für zwei Erzieherinnen kam die Impfung zu spät: „Die haben die Erkrankung schon vor einiger Zeit durchgemacht, haben das aber gut überstanden. Zum Glück war es nur wie eine leichte Erkältung.“ Die vielen Horrormeldungen über unangenehme Impffolgen kann Elke Gabler-Peyinghaus nicht bestätigen. „Wir sind alle sehr robust hier. Es gab bei uns keine Ausfälle.“

Die viele kitafreie Zeit hat beim „jungen Gemüse“ auch ein paar Spuren hinterlassen: „Es gibt ja immer Kinder, die nicht so gerne in die Kita gehen. Aber selbst die haben sich sichtlich gefreut, dass sie wieder kommen konnten. Die brauchen einfach ihre Kumpels.“
Auch in der Kita Heedfeld an der Sterbecker Straße können sich die Kita-Freunde alle wiedersehen – unter den vorgegebenen Maßnahmen. „Bis zu den Ostertagen sind die Betreuungszeiten um je zehn Stunden reduziert. Die Gruppen werden alle getrennt, und auch die Mitarbeiter werden nicht zwischen den Gruppen ausgetauscht“, sagt Maike Harnisch, Leiterin der Einrichtung. Zudem haben sich fast alle Betreuerinnen bereits das erste Mal impfen lassen.

Personal wird regelmäßig getestet

„Das Personal wird auch regelmäßig getestet“, verweist die Leiterin lobend auf eine befreundete Arztpraxis, die alle zwei Wochen jemanden in die Kita zum Testen schickt. Und nicht nur diesen „Luxus“, wie es Harnisch selbst nennt, können sie genießen: „Täglich kommt noch ein Alltagshelfer, der uns beim Desinfizieren hilft. Das wird bis zum 31. Juli vom Land finanziert.“
Der ganze Aufwand lohne sich, ist die Kita-Chefin sicher. „Die Eltern sind froh, ihre Kinder wieder hierhin schicken zu können. Einige der älteren Kinder waren auch etwas ängstlich, weil sie schon so viel von dem Virus gehört haben. Bei den meisten wurde es einfach Zeit, dass sie wiederkommen können. Sie sind dadurch auch nachmittags zu Hause wieder um einiges entspannter.“
Recht ruhig ging es auch in der Awo-Kita Mittendrin in Stallhaus zu. 15 bis 20 Kinder hielten sich dort auf. Jetzt sind wieder fast alle 60 Plätze belegt. „Seit dem 8. März darf man die Öffnungszeiten ja wieder erweitern“, erklärt Leiterin Charlotte Neuhaus. Bis zu zehn Stunden weniger Betreuungszeit sind in der Woche pro Kind möglich, damit der zeitliche Mehraufwand für die Einhaltung der Hygienemaßnahmen ausgeglichen werden kann. „Wir konnten umsetzen, dass die Kinder nur fünf Wochenstunden weniger Zeit hier verbringen können.“

Keine Angst vor Nebenwirkungen

Auch der Impfschutz ist der Leiterin wichtig. In den vergangenen Tagen hatten bereits die meisten Mitarbeiter ihren Impftermin. „Bis Ende März werden wir dann alle geimpft sein. Das gibt uns ein weiteres Stück Sicherheit.“ Angst vor den Nebenwirkungen hatten die Erzieherinnen nicht. Die eine Hälfte hatte auch keinen Grund dazu, weil sie die Impfungen gut vertragen hat. „Die andere Hälfte war zwei Tage lang außer Gefecht.“ Doch das sei kein Grund, auf die Spritze zu verzichten. „Jede Impfung kann Nebenwirkungen haben“, erinnert die Leiterin.

Einige wenige Eltern konnten sich noch nicht überwinden, ihren Nachwuchs wieder in die Kita zu schicken. Den Kindern, die nach der langen Zeit wieder kommen können, sei die Freude anzusehen, hat Charlotte Neuhaus bemerkt.
Mehr Aufwand machen die Hygienevorschriften aber auf jeden Fall. Neben der umfangreichen Reinigung müsse auch auf regelmäßiges Händewaschen geachtet werden. „Es reicht nicht immer, zu sagen, dass die Hände gewaschen werden sollen. Da muss man auch mitgehen und gucken, wie das Waschen dann erfolgt.“

Um die ganzen Hygienemaßnahmen umsetzen zu können, musste auch in der DRK-Kita am Mathagen die Betreuungszeit um zehn Stunden gekürzt werden. Dafür wird auch in dem nahezu voll besetzten Kindergarten ein strenges Konzept umgesetzt. „Die Eltern haben ein absolutes Betretungsverbot, die Gruppen sind streng getrennt, und die Kinder gehen auch durch verschiedene Eingänge“, zählt Leiterin Marion Wehner auf.

Hygienemaßnahmen erfordern hohen Zeitaufwand

Auch die Nutzung des Spielplatzes neben der Kita ist reglementiert: „Es gibt feste Gruppensettings. Die Kinder gehen zu verschiedenen Zeiten nach draußen und begegnen sich dort nicht.“ Selbst das Sandspielzeug wird unter den Gruppen aufgeteilt und darf immer nur von den gleichen Kindern benutzt werden. „Trotz Alltagshelferin haben wir durch die Maßnahmen natürlich einen hohen hygienischen Zeitaufwand.“ Das sei alles gerade eben zu schaffen, doch „es wird personell schwierig, wenn Kolleginnen ausfallen“, befürchtet Marion Wehner. Bisher sei das noch nicht passiert, und damit das so bleibt, wollen sich auch die meisten Mitarbeiterinnen impfen lassen. „Die sich impfen lassen, sollen sich aber nicht auf einmal impfen lassen. Da achte ich akribisch drauf“, sagt die Kita-Leiterin im Hinblick auf die eventuell auftretenden Nebenwirkungen. Diese fielen auch bei ihren Kolleginnen sehr unterschiedlich aus: „Von null bis viel war alles dabei. Einige hatten keine Nebenwirkungen, andere doch.“

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