Konzert in Kreuzkirche

Stehende Ovationen für „Die 12 Hellweger Cellisten“

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Unter der Leitung der gebürtigen Mannheimerin Felicitas Stephan (links) unternahmen „Die 12 Hellweger Cellisten“ eine musikalische Reise nach Paris.

Schalksmühle - Auf 48 schwingenden, klingenden Saiten entführten „Die 12 Hellweger Cellisten“ am Sonntag in der Kreuzkirche Am Mathagen nach Paris, in die Stadt der Liebe und Verliebten. Im Rahmen des Festivals Celloherbst am Hellweg trat das multikulturelle Ensemble, dessen Mitglieder aus sieben Nationen stammen, bereits zum sechsten Mal in Schalksmühle auf.

Vor ausverkauftem Haus brachten die Musiker ihren begeisterten Zuhörern, die sich mit stehenden Ovationen für den Auftritt bedankten, die Klangschönheit französischer Musik nahe.

Glanzvoller Höhepunkt des Konzerts war Ravels weltberühmter „Boléro“, eigentlich ein Orchesterstück mit kontinuierlich wechselnder Instrumentierung und fortwährendem Crescendo, dessen Farbenreichtum auf den Celli verblüffenden, berauschenden Widerhall fand. Mit bemerkenswerter Präzision und Ausdruckskraft fingen die Musiker die Dynamik und Spannung des Werkes ein. Auch vor ungewöhnlichen Techniken machte der Spielwitz, mit dem das Ensemble auftrumpfte, bei der frappierenden Verbeugung vor Ravel und seinem auf gleich bleibendem Rhythmus aufgebautem Werk nicht Halt.

Feierlich, gefühlvoll und mitreißend

Unter Leitung von Felicitas Stephan brillierte das Ensemble unter dem Motto „Paris… eine musikalische Reise in die Stadt der Liebe und der Musik“ mit feierlichen, gefühlvollen und mitreißenden Werken aus mehreren Jahrhunderten. Sowohl die französische Barockmusik – vertreten durch eine Sonate in d-Moll von Joseph Bodin de Boismortier – als auch das französische Chanson mit Édith Piaf als herausragender Vertreterin fand in dem Programm würdigen Raum.

Bei der Auswahl der Werke, die mal träumen ließen, mal die lebenslustige Seite der französischen Hauptstadt hervorkehrten, bewies Felicitas Stephan ein glückliches Händchen. In allen Stilen, allen Tonlagen, unterschiedlichen Griffarten und Bogentechniken überzeugten die zwölf Musiker unter ihrer Leitung.

Händel zum Einstieg ins Konzert

Händel und einer feierlichen Passacaglia gebührte der Einstieg ins Konzert. Frankreich, wo der ursprünglich spanische Tanz ab dem 16. Jahrhundert als Bühnentanz aufgeführt wurde, klang schon hier an. Große Namen und berühmte Werke versammelten „Die 12 Hellweger Cellisten“ in ihrem farbenreichen Programm. Von Georges Bizet, dessen Habanera aus der Oper „Carmen“ erklang, über Claude Debussy („Golliwogg’s Cakewalk“) bis Gabriel Fauré (Fuge und Pavane) reichte die Spanne.

Bei Erik Satie, dessen heiterem „Piccadilly“-Marsch das Ensemble den sehnsuchtsvollen Walzer „Je te veux“ gegenüberstellte, und der unvergessenen Édith Piaf machten die Musiker Halt. In den warmen, volltönenden Klangfarben von zwölf Celli betrachteten sie das Leben dabei mit „La vie en rose“ schwärmerisch durch die Brille der Liebe.

Meisterleistung beim „Libertango“

Neben Ravels „Boléro“ als Abschluss und Höhepunkt des Konzerts, dem zwei Zugaben folgten, geriet Astor Piazzollas leidenschaftlicher „Libertango“ zu einer Meisterleistung des vollendet miteinander musizierenden Ensembles. Die Verbindung nach Paris gelang über Nadia Boulanger, bei der Piazzolla Komposition studierte. Indem sie von ihm eine individuelle Handschrift forderte, leitete sie gleichsam die Geburtsstunde des Tango Nuevo ein.

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