„Gesamtschulstandort denkbar“

In der Schuldiskussion bringt die CDU, SPD und FDP eine Gesamtschule ins Spiel.

SCHALKSMÜHLE ▪ Mit einer gemeinsamen Presseerklärung reagieren die drei Gemeinderatsfraktionen von CDU, SPD und FDP auf die aktuelle Schuldiskussion. Darin betonen sie: „Es ist ein klarer Wunsch aller Ratsfraktionen, Schalksmühle als nachhaltigen Schulstandort zu erhalten.“

Mit der Erklärung beziehen sich die Fraktionen auf einen Artikel, der Donnerstag erschien, in dem der UWG-Fraktionsvorsitzende Klaus Nelius Stellung zur Schalksmühler Schullandschaft bezog. Die Position hatte Nelius auf der Internetseite der UWG veröffentlicht. „Inhaltlich können wir dem Alleingang von Klaus Nelius in vielen Dingen zustimmen. Er hat auf Überlegungen zurückgegriffen, die im Schul-Arbeitskreis gemeinsam entwickelt worden sind“, heißt es in dem Schreiben, dass Lutz Schäfer (Vorsitzender der SPD-Fraktion), Michael Schwalm (Vorsitzender der CDU-Fraktion) und Jürgen Ebert (Vorsitzender der FDP-Fraktion) formuliert haben. Seit Wochen werde mit einem erfahrenen Schulentwickler mit Hochdruck daran gearbeitet, eine weiterführende Schule vor Ort zu halten. „Der Blick auf die Schülerzahlen zeigt, dass ein Schulstandort Schalksmühle möglich ist“, meinen die Fraktionsvorsitzenden.

Zunächst seien in dem Arbeitskreis Bedenken abgewogen worden, ob zum Beispiel eine zweizügige Schule überhaupt eine gute Schule sein kann, mangelnde Differenzierungsmöglichkeiten, geringes AG-Angebot und so weiter seien eventuell keine guten Voraussetzungen für eine qualitativ gute Schule in Schalksmühle.

„Aufgrund der Ergebnisse der Schulbegleitforschung wurde jedoch deutlich, dass gerade auch kleine Systeme hervorragende Leistungen bringen können. Es gibt viele Beispiele im Sek I-Bereich, hervorragende Arbeit leisten nicht zuletzt auch die vielen kleinen Grundschulen. In großen Schulen arbeitet man häufig darauf hin, in ihnen kleine Systeme zu schaffen“, heißt es.

Aus vielerlei Gründen wäre es ein schmerzlicher Verlust, wenn Schalksmühle tatsächlich einmal ein Standort ohne weiterführende Schule sein sollte, meinen die Fraktionsvorsitzenden. „Und dass es soweit nicht kommt, dafür wollen wir kämpfen. Unser gemeinsames Ziel: Wir wollen eine gute Schule für alle Schalksmühler Kinder.“

„Denkbar ist ein Gesamtschulstandort mit den Klassen fünf bis zehn.“ Wie beliebt Gesamtschulen bei Eltern seien, zeige das Anmeldeverfahren zur Lüdenscheider Gesamtschule: 220 Anmeldungen, aus Kapazitätsgründen müssten circa 60 Grundschulkinder abgelehnt werden. „Diese zukunftsweisende Option sollte weiterhin ernsthaft verhandelt werden, nachdem sich die Gespräche über eine gemeinsame Sekundarschule mit Halver unverständlich lange hingezogen hatten, aber schlussendlich in Halver keine Zustimmung zu einem Schalksmühler Standort möglich war“, heißt es in der Erklärung von gestern Abend. Um „Eine Schule für Schalksmühle“ zu realisieren, brauche die Politik Unterstützung von interessierten Elternvertreter und engagierten Lehrern aus Grundschulen, die sich in einer pädagogischen Arbeitsgruppe einbringen. „Eine Hilfe könnte das pädagogische Konzept sein, dass für eine 'Gemeinschaftsschule Schalksmühle' entwickelt worden ist und das bei einer Elternbefragung großen Zuspruch fand“, meinen die drei Fraktionen. ▪ mc

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