Auf den Busch geklopft - Kabarett in der Spormecke

+

Schalksmühle - Kräftig auf den Busch im wahrsten Sinne des Wortes klopfte am Freitag in der Festhalle Spormecke das Kabarett-Duo „Die Buschtrommel“ aus Münster, das in der Besetzung Andreas Breiing und Britta von Anklang nach links und rechts, oben und unten austeilte und inmitten einer schrägen, aus den Fugen geratenen Welt den Pfad der Tugend suchte.

„Dumpf ist Trump(f) – Ob rechts, ob links: Hauptsache geradeaus“ lautete der Titel ihres Programms. Im Visier hatten beide die Trumps und Polterköpfe, die Verbohrten, Verrohten und ewig Gestrigen dieser Welt. 

Vor voll besetzten Rängen legte „Die Buschtrommel“, die seit 25 Jahren durch die Lande tourt und seit ihrem Bestehen sage und schreibe 16 Kleinkunstpreise eingestrichen hat, musikalisch und humoristisch den spitzen Finger in offene Wunden. Donald Trump, für dessen rüpelhaftes Verhalten die beiden Künstler mit Blick auf die Bordellbesitzer-Tätigkeit seines nach Amerika ausgewanderten deutschen Großvaters eine logische Erklärung fanden, hatten Andreas Breiing und Britta von Anklang dabei besonders „lieb“ – und verpassten ihm bei jeder sich bietenden Gelegenheit eine Extra-„Streicheneinheit“. 

Manches war nach gut einem Jahr Trump – immerhin erklärte Lieblings-Zielscheibe vieler Kabarettisten – bereits allzu bekannt und dadurch weniger durchschlagend in der Wirkung. So gab es im Programm der „Buschtrommel“ starke Momente, aber auch solche, in denen der Abend ohne große Höhepunkte vor sich hinplätscherte. 

Der zweite Teil des Programms mit Rede eines AfD Natur- und Umweltpolitikers, der gegen die ausländische Tierwelt in deutschen Zoos zu Felde zog, und einem Paradebeispiel bayerischer Trinkfestigkeit war dabei deutlich bissiger, zupackender und gepfefferter als der erste. Wie sich Andreas Breiing über die Migrationstiere in deutschen Zoos in Rage redete und sich peu à peu in Hitler verwandelte – (nicht halten wollender) Schnauzbart unter der Nase eingeschlossen – war schon sehenswert. „Dumpf“, wie im Programmtitel versprochen, war die hirnrissige, pointenreich rechtes Gedankengut entlarvende und anprangernde Rede allemal. 

Beim trinkfesten Angriff auf die bayerische Politik, Söder & Co. wurde jedem schon vom Hinsehen schlecht. Nach der Devise: „Ganz Deutschland ist ein Hofbräuhaus“, schüttete „Schluckspecht“ Breiing ein Bier nach dem anderen in sich hinein – bis zum Erbrechen. Sich fortwährend kabbelnd und stichelnd teilten Andreas Breiing(unschlagbare Mimik) und Britta von Anklang – Veganerin mit Heißhunger auf Süßes – ihre Hiebe Richtung Reiche und den Höchststeuersatz in Deutschland, Chinas blutigen Organhandel und die zähe Regierungsbildung in Deutschland aus. Sie für den BVB, er Schalker durch und durch, waren die Zwistigkeiten vorprogrammiert. 

Auch in Sachen Urlaubsziel war sich das Duo völlig uneinig. Den verkorksten Westfalen-„Flamenco“ ihres Partners rettete Britta von Anklang, deren Gesangsdarbietungen vom Feinsten waren, mit einem rassigen Flamenco, der seinen Namen verdient hatte.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare