Alternative zum Schützenfest

Die Schützen-Stones: Kleine Steine statt großes Fest

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„2021 loading...“: Zwar fällt in diesem Jahr die Q-Stall-Party aus, die nächste wirft jedoch bereits ihre Schatten voraus.

Heedfeld/Lüdenscheid - Immer wieder fallen die Schützen-Stones in der Gemeinde Schalksmühle ins Auge. Sie machen auf das fehlende Schützenfest im Höhengebiet aufmerksam. 

Die ersten Steine, die Melanie Thewen bemalte, waren Dot Stones, deren kunstvolle Motive aus Punkten gefertigt sind. „Ich habe die Punktesteine als Erinnerungsstücke für Sterneneltern gemalt“, erzählt die kreative Lüdenscheiderin, die im Spielmannszug der Hülscheider Schützen die Lyra spielt. Eine Zeit lang unterstützte sie den Verein Sternenzauber & Frühchenwunder, der sich um die früh verstorbenen Kinder und ihre Eltern kümmert. „Ich habe selbst ein Sternenkind gehabt.“ 

Irgendwann reichte ihr die Punktmalerei nicht mehr und sie begann – auf die Gruppe Stadtsteine Lüdenscheid aufmerksam geworden – mit anderen Motiven. Dann kam Corona – und mit der Pandemie der Stillstand des lieb gewonnenen Vereinslebens: keine Übungsstunden mit dem Spielmannszug, kein Königsball, kein Schützenfest, weder Q-Stall-Party noch Umzug oder Dorfabend. „Es fehlt das Miteinander“, sagt die Lüdenscheiderin. 

Alles, was das Schützenfest ausmacht, fehlt

Weil alles, was das Schützenleben ausmacht, in diesem Jahr fehlt, hat sie begonnen, Schützensteine zu malen und auszulegen. Mehr noch: Mit ihrer Begeisterung für das Bemalen von Steinen steckte sie Corinna Japes, die gleichfalls im Spielmannszug der Hülscheider Schützen die Lyra spielt, an. 

Zur Freude anderer: Melanie Thewen (links) und Corinna Japes malen Schützensteine.

Gemeinsam haben die beiden Freundinnen inzwischen rund 60 Schützensteine geschaffen, um anderen eine Freude zu machen und an all das zu erinnern, was in diesem Jahr nicht stattfinden kann. „Die Schützen zusammenzubringen, das ist Sinn und Zweck der Schützensteine“, sagen beide. „Gerade weil das alles in diesem Jahr fehlt, sollen die Leute Freude daran haben.“ 

Alles, was das Hülscheider Schützenleben ausmacht, ist auf den Steinen mit Farbe festgehalten.

Der Erste, dem die beiden eine Freude machten, war der frühere Schützenkönig Manfred Trimpop. Die imposanten Steine, auf denen die unterschiedlichsten Motive aus dem Schützenleben ihren Platz finden, stammen aus der Lenne. „Die sind vom Wasser schön rund geschliffen.“ Das trockengelegte Lennestück bei Werdohl sei „ein wahres Steineparadies“. 

Von Platzhirschen bis zur Q-Stall-Party

Mit Acrylfarben und Acrylstiften halten Melanie Thewen und Corinna Japes darauf liebevoll fest, was das Hülscheider Schützenleben ausmacht – angefangen beim Spielmannszug und dem Platzhirschen über die Q-Stall-Party und bis hin zum obligatorischen Spiegelei, das daheim nach dem Feiern den großen Hunger stillt. Der Clou bei den Schützensteinen: Nach dem Motto „Finden – freuen – posten – und neu auslegen“ treten die kleinen Kunstwerke manchmal eine weite Reise an. 

Viele kreative Ideen sind auf den Steinen zu finden.

Beim Spaziergehen in der näheren und weiteren Umgebung oder bei anderen Gelegenheiten legt Thewen die Steine aus, damit andere sie finden, sich an ihnen erfreuen, sie mitnehmen und anderswo wieder auslegen. Bis in den Harz und nach Wangerooge gelangten auf diese Weise bereits Schützensteine made in Lüdenscheid. Um in Coronazeiten den Kontakt zueinander zu pflegen, hat sie eine Facebook-Gruppe gegründet. „Ich poste, wenn ich einen Stein auslege.“ 

Mitstreiter für kreative Aktion willkommen

Ihre Hoffnung: dass möglichst viele bei der kreativen Aktion mitmachen – Schützenvereine, aber auch Musikvereine, Feuerwehren, Schausteller und alle, die gern Steine bemalen möchten. „Das soll den Zusammenhalt fördern.“ Vom Auslegen ausgenommen ist der Spielmannszug-Stein, Melanie Thewens Lieblingsstein. Corinna Japes, die gemeinsam mit ihren Kindern erste Steine mit Fingerfarben bemalte, wird auf jeden Fall den Stein mit dem Emblem des Hülscheider Schützenvereins – ihren Erstling – behalten.

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