Jugendzentrum Wansbeckplatz

Junges Engagement im Juz: "Man lernt hier fürs Leben"

Jung und engagiert: Marcel Scholz leistet seit September seinen Bundesfreiwilligendienst im Jugendzentrum am Wansbeckplatz.

Schalksmühle - Das grundsätzliche Ziel eines Engagements in Form eines Freiwilligendienstes oder eines Ehrenamtes ist es, anderen Menschen zu helfen. Doch manchmal kann dabei auch die eigene Person mit in den Mittelpunkt rücken. So ist es auch bei Marcel Scholz.

Der 17-Jährige ist seit September der Bundesfreiwilligendienstleister im Schalksmühler Jugendzentrum (Juz). Nach seinem Besuch der Sekundarschule in Breckerfeld kam dem Reeswinkeler der Gedanke, etwas im sozialen Bereich mit Kindern zu machen. Dabei dachte er aber auch an sich. „Ich bin ein eher verschlossener Mensch. Ich wollte mich der Aufgabe stellen und offener auf Menschen zugehen. Bei dem direkten Kontakt mit den Besuchern ist das hier nicht vermeidbar. Ich mache das nicht nur fürs Geld, sondern auch für mich selbst.“ Und erste Erfolge in dieser Hinsicht seien schon erkennbar. 

Die Jugendeinrichtung am Wansbeckplatz kam für den jungen Mann als erstes in Frage, da er sie noch aus seiner eigenen Kindheit sehr gut kannte, sagt er. Nun absolviert er dort seinen zwölfmonatigen Dienst und möchte dabei auch seinen Berufswunsch reifen lassen. „Ich würde gerne etwas in diesem Bereich machen. Ich müsste mich aber noch umschauen. Ich kann mir derzeit aber auch vorstellen, in eine ganz andere Richtung zu gehen.“ 

Hilfsbereitschaft im Fokus

In seiner Entscheidung habe ihn, so Marcel Scholz, „nur ein bisschen“ sein Freundeskreis beeinflusst. „Einige meiner Bekannten machen etwas in dieser Richtung. Aber die Entscheidung ist hauptsächlich aus eigenem Interesse heraus gefallen.“ Die Hilfsbereitschaft rückt für den Schalksmühler zunehmend in den Fokus. Er helfe gerne und ziehe nicht wie andere aus allem seine Vorteile. Er sei nach eigenen Angaben gerne für Menschen da, die auch für ihn da sind. Er habe festgestellt, dass die Kinder im Jugendzentrum nicht so sind, wie die Jugendlichen in seinem Alter, die einem „auch mal eins auswischen wollen“. 

Im Juz stellt sich Marcel Scholz auch ganz persönlichen Herausforderungen.

„Hier verläuft alles auf einer freundschaftlichen Basis, man wird auch als Bufdi ernstgenommen.“ Der Dienst ist für den 17-Jährigen das erste freiwillige Engagement. Früher habe er nicht den Kopf dafür gehabt. Nun ist er 39 Wochenstunden am Wansbeckplatz im Einsatz. Sein Aufgabenbereich ist unterteilt, unter anderem in die Vorbereitungszeit am Morgen. Dabei erledigt er Haushaltssachen oder bereitet für die Besucher kleine Snacks vor. Zudem geht er Hausmeistertätigkeiten, wie der Pflege der Umlage sowie Einkäufen und Botengängen nach. Am Nachmittag beschäftigt er sich dann mit den Kindern und Jugendlichen. 

Als sogenannter offener Mitarbeiter ist er nicht gebunden und kümmert sich in der Zeit um die Besucher, die nicht am Tagesprogramm der Einrichtung teilnehmen wollen. Was er dann genau macht, das hänge meist von den Kindern ab. „Sie sagen dir, was sie spielen wollen. Meistens bauen wir dann Brettspiele auf oder holen Karten heraus. Manchmal basteln wir auch.“

Auch Ansprechpartner bei familiären Problemen

Marcel Scholz ist nicht nur Spielkamerad, sondern auch in manchen Fällen Ansprechpartner bei familiären Problemen. „Ich versuche dann zu helfen und meine Erfahrungen einzubringen.“ Wie bei so vielen Dingen im Leben musste der Freiwillige bereits jetzt schon feststellen, dass die Zeit für vieles fehlt. „Das Jugendzentrum ist für mich vergleichbar wie ein großes eigenes Haus. Die Arbeit geht nur im Team.“ 

Dass er hier viel mitnehmen kann, das sei ihm von Anfang an klar gewesen. „Man lernt hier fürs Leben. Ich erledige hier Dinge, mit denen ich vorher nicht in Berührung gekommen bin“, sagt Marcel Scholz, der davon ausgeht, dass er nach dem Jahr im Jugendzentrum zu vielen Dinge einen anderen Blickwinkel bekommen wird. Vor allem die Besucher seien ihm dafür tagtäglich gute Beispiele.

„Man sieht, dass die Kinder hier Wert auf einen guten Umgang miteinander legen. Sie helfen sich gegenseitig. Konflikte lösen sie selbstständig und schnell. Sie sind zudem sehr tolerant.“ Besonders positiv beeindruckt habe ihn, dass man ihm trotz der kurzen Zeit auch schon persönliche Probleme anvertraue. Wie es nach seinem Dienst weitergeht, dass weiß Marcel Scholz noch nicht. 

Freiwilligendienst ist zu empfehlen

Gerne würde er noch ein weiteres Bufdi-Jahr machen. Aber dazu bestehe nicht die Möglichkeit. „Ich werde eine Ausbildung anfangen. Und wenn die Zeit ausreicht, dann werde ich mich irgendwo ehrenamtlich engagieren.“ Einen Freiwilligendienst könne er jedem Menschen nur empfehlen. „Man bekommt viel mit für sein Leben. Gerade hier im Jugendzentrum erhalte ich viele Hilfestellungen. Man kann in vielen Richtungen etwas dazulernen.“ Er würde sogar für die Einführung eines verpflichtenden Engagements in Deutschland plädieren.

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