Bürgermeister Schönenberg

„Mit blauem Auge davon gekommen“

Überschwemmung - Schäden - Bürgermeister Schönenberg
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Zahlreiche Brücken führen in Schalksmühle über die Volme. Fast alle haben dem Hochwasser standgehalten wie hier die Volme-Brücke von der B54 zur Hälver-/Grabenstraße. Nun müssen sie untersucht werden.

„Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen“, sagt Bürgermeister Jörg Schönenberg mit Blick auf die Nachbarstädte Hagen und Altena. Wohlwissend, dass es auch in Schalksmühle schwere Einzelschicksale und auch Firmen gibt, die schon durch die Corona-Pandemie arg gebeutelt wurden.

Schalksmühle - Schönenberg hatte seinen Urlaub abgebrochen und war am Donnerstagabend in die Volmegemeinde zurückgekehrt, hatte sich gleich ein Bild von den Überschwemmungen und dadurch verursachten Schäden gemacht. Am selben Abend sei dann auch gleich entschieden worden, so Schönenberg, nicht erst auf Hilfe zu warten, sondern gleich den Statiker aus Hagen zu rufen, um die Brücken, von denen es fast ein Dutzend in Schalksmühle gibt, überprüfen zu lassen. Denn nach seinem Rundgang war dem Bürgermeister klar: „Wir haben Probleme mit der Infrastruktur!“ Neben den Brücken, von denen einige ganz gesperrt, andere nur im Schritttempo oder nur von einzelnen Fahrzeugen befahren werden können wie die nach Strücken, sind es die beiden Hänge an der Worthstraße und Am Hang, die genau unter die Lupe genommen und gesichert werden müssen.

Beim Edeka von Michael Clever in Dahlerbrück überflutete das Wasser nicht nur den Parkplatz, es drang auch in die Geschäftsräume ein.

Die Volme habe zwar für Überschwemmungen gesorgt, doch diesmal sei auch sehr viel Wasser aus dem Berg gekommen. „Wir sind nun mal eine Berg- und Talgemeinde“, meinte zwar Schönenberg, doch damit habe man in dieser Form nicht gerechnet. Ein Beispiel dafür: Der noch relativ neue Edeka-Markt in Dahlerbrück sei nicht durch Volme-Wasser überflutet worden, sondern durch das, was aus dem Hang kam. Die Folge: Sämtliche Lebensmittel – in einer Größenordnung von rund 100 000 Euro – müssen vernichtet werden. Während aber der Supermarkt gegen die Schäden versichert ist, fehle dies nicht nur bei so mancher Privatperson, sondern auch bei Firmen.

Betroffene Unternehmen gibt es einige an der Volme entlang. Darunter auch Outokumpu am Ortsausgang von Dahlerbrück Richtung Rummenohl.

Der Bürgermeister, der am Freitag die Firmen aufgesucht hatte und selbst durch Schlamm und Wasser gewatet war, befürchtet, dass ein Unternehmen wohl insolvent wird. Die Gemeinde versucht zu helfen, zu unterstützen – wie beispielsweise durch die Sperrmüllentsorgung (wir berichteten) oder auch durch Spendensammlung. In diesem Zusammenhang weist der Bürgermeister darauf hin, dass nun auch das Möbellager wieder geöffnet habe. Inwieweit man auch bei der privaten Brücke am Nöllenhammer helfen könne, müsse man sehen.

Wir haben Probleme mit der Infrastruktur!

Jörg Schönenberg, Bürgermeister der Gemeinde Schalksmühle

Aber auch wenn es am Donnerstag zu manch einer brenzligen Situation gekommen sei, so Jörg Schönenberg, es gab keinen Toten zu beklagen und ebenso keine Personenschäden, das sei das Wichtigste. Neben der Beseitigung der infrastrukturellen Probleme müssten auch die vielen kleineren Straßenaufbrüche beseitigt werden. Ebenso werde man die Verrohrung des Hälverbachs – in diesem war es zu einem großen Rückstau gekommen – untersuchen und überlegen, was man verändern, verbessern könne. Ebenso müssten die zahlreichen Ausspülungen beziehungsweise Ausbrechungen untersucht und dann nicht nur aufgefüllt, sondern auch verfestigt werden.

Ergebnisse in der kommenden Woche

Weitere Hochwasserschäden wie weggespülte Trinkwasserleitungen könne man selber beseitigen. „Das sind Einzelfälle“, weiß Jörg Schönenberg. Stromausfälle oder -abschaltungen habe es punktuell ebenfalls gegeben, doch sei kein Haus durch die Wassermassen vernichtet worden. Mit ersten Untersuchungsergebnissen von den Brücken und den beiden Hängen rechnet Jörg Schönenberg Anfang kommender Woche. Dabei hofft er, dass keine Brücke neu gebaut werden muss, denn das bedeutet für die Anwohner und Nutzer deutliche Einschränkungen.

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