Bürgermeister Schönenberg weist Kritik an Feuerwehr Schalksmühle zurück

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Negative Stimmen zum Brandschutzbedarfsplan der Gemeinde Schalksmühle erreichten unsere Zeitung. Bürgermeister Jörg Schönenberg äußert sich zu der Kritik.

Schalksmühle - Ist die Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde unterversorgt und wird sie bewusst von den Verantwortlichen klein gehalten? Das behaupten zumindest Stimmen, die gegenüber unserer Zeitung laut wurden. Es werden teilweise schwere Vorwürfe geäußert, vor allem gegen die Wehrleitung.

Nach unserer Berichterstattung über die Vorstellung des Brandschutzbedarfsplans erreichten uns die Aussagen, dass man schockiert auf den Entwurf reagiert habe. „Wie einfach haben die Schalksmühler Politiker diesem Plan zugestimmt“, heißt es.

Der einfache Feuerwehrmann trage zum Teil noch eine alte, faserige, ausgeblichene Uniform. Handschuhe für die technische Hilfe würden von der Gemeinde nicht besorgt. Ständig werde verlangt, Dinge in Eigenleistung zu erledigen, Mitgliederwerbung existiere nicht und die Fördervereine der Löschgruppen würden zig Dinge kaufen, die Standard sein sollten, aber die Gemeinde bezahle sie nicht.

Kritik an Anschaffung des Kommandowagens

Die schärfste Kritik wird an der Anschaffung eines neuen Dienstfahrzeugs für Wehrführer Dirk Kersenbrock geäußert: „Und trotz alldem soll der Wehrführer einen eigenen Kommandowagen für 50 000 Euro bekommen? Wo bitte bleibt da ein gesunder Maßstab? Und allen anderen wird gesagt, dass das Geld auch sonst immer gereicht hat.“

Muss die Freiwillige Feuerwehr und ihr Symbol, der rote Hahn, Federn lassen? Ein Feuerwehrmann übt scharfe Kritik an der Verwaltung und vor allem an der Wehrführung.

Als Verwaltungschef und oberster Dienstherr der Wehr stellt sich Bürgermeister Jörg Schönenberg vor seinen Wehrführer und die Truppe. „Ich kann mich von solchen Äußerungen nur distanzieren. Die Gemeinde bestückt ihre Feuerwehr gut. Wir erfüllen die Bedürfnisse der Ehrenamtlichen. Doch das Leben besteht auch aus Kompromissen.“ Als Beispiel dafür, dass sich die Gemeinde um die Wehr kümmert, führt der Bürgermeister das bald entstehende neue Gerätehaus für die Löschgruppe Winkeln an, aber auch die neuen Fahrzeuge, die angeschafft wurden.

Bürgermeister stellt sich hinter Wehrführung

Er könne sich nur verwehren gegen die Unterstellung, dass die Wehr bewusst klein gehalten werde. „Wenn man auf etwas stolz sein kann, dann auf unsere Feuerwehr.“ Auch an seinem Wehrführer, der nicht bei der Gemeinde angestellt ist, lässt Jörg Schönenberg keine Kritik zu. „Ich kann Dirk Kersenbrock nur großes Lob aussprechen. Das hat er nicht verdient. Er arbeitet nebenbei viele Stunden ehrenamtlich.“

Die Art und Weise, wie die Kritik öffentlich gemacht wurde, findet der Bürgermeister „feige“. Er spricht sich dafür aus, im Zeichen der Demokratie mit offenem Visier zu handeln. Das sei unsachlich und dafür fehle ihm das Verständnis.

Einen Unfehlbarkeitsanspruch möchte Jörg Schönenberg nicht erheben. „Verbesserungen sind immer möglich. Aber auch Eigenleistungen sollten denkbar sein. Der Brandschutzbedarfsplan ist ein Kompromiss, den die Wehrführung mit der Verwaltung erarbeitet hat. Ich stehe zu dem Entwurf. Er trägt stark die Handschrift der Feuerwehr, aber er basiert auf einem hohen Maß an Vertrauen.“

Der Bürgermeister appelliert: „Finger weg vom Ehrenamt. Ich biete jedem, der über etwas sprechen möchte, die Möglichkeit zur Diskussion an. Man muss auch bei vielen Dingen die Hintergrundmusik kennen.“

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