Bürgerbus

Abwärtstrend der Fahrgast-Zahlen gestoppt

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Harald Haböck (links), Vorsitzender des Bürgerbusvereins, und Karl-Friedrich Junker, Fahrdienstleiter.

Schalksmühle - Der Abwärtstrend ist gestoppt. Nach zuvor zwei Jahren mit deutlich rückläufigen Fahrgastzahlen konnte der Bürgerbusverein Schalksmühle 2015 den Vorjahreswert nahezu halten.

„Die Entwicklung bei den Fahrgästen scheint sich zu stabilisieren, wird sind zufrieden mit den Zahlen“, sagt Karl-Friedrich Junker erfreut. Er ist seit 2008 Fahrdienstleiter.

9069 Fahrgäste nutzten 2015 den Bürgerbus. Das waren gerade einmal 64 Personen weniger als 2014, was nur noch einem minimalen Minus von 0,7 Prozent entspricht. Das hatte in den Vorjahren anders ausgesehen.

Nach einem starken Jahr 2012 mit 10 471 Fahrgästen waren es im Folgejahr 592 weniger (Rückgang um knapp 6 Prozent). 2014 ging die Fahrgastzahl nochmals um 8 Prozent (746 Personen) zurück.

„Wir brauchen neue Fahrgäste“, sagt Junker mit Blick auf die Zahlen und kann eine erfreuliche Tendenz vermelden: „Zuletzt hat die Anzahl der jüngeren Fahrgäste zumindest leicht zugenommen. Die steigen vor allem an der Haltestelle Strücken zu, teilweise sogar Familien mit Kindern.“

Seit mittlerweile 28 Jahren gibt es den Bürgerbusverein in Schalksmühle. Gegründet wurde der Verein am 21. April 1988, die erste Fahrt fand rund ein halbes Jahr später im November statt. „Wir sind damit der älteste Bürgerbusverein in Südwestfalen und der drittälteste in ganz Nordrhein-Westfalen“, sagt Harald Haböck, der den Verein als Vorsitzender seit dem Gründungstag führt.

Mittlerweile hat dieses Modell längst Schule gemacht und alleine im Märkischen Kreis gibt es zwölf Bürgerbus-Angebote. „Mit dem Bürgerbus wollen wir vor allem die Mobilität der älteren Bevölkerung aus den Ortsteilen erhalten. So ist gewährleistet, dass diese Personen zum Einkaufen ins Dorf, zum Arzt oder einfach mal ins Eiscafé kommen“, sagt Haböck.

Von Montag bis Samstag unterwegs

Der Bürgerbus ist in der Volmekommune täglich von Montag bis Samstag unterwegs. Im Vormittagsbereich werden mit Strücken (viermal), Asenbach (zweimal), dem Gewerbegebiet (zweimal), Linscheid (zweimal) und Dahlerbrück (zweimal) zwölf Ziele angefahren. Nachmittags werden dienstags und donnerstags mit Strücken (zweimal), dem Friedhof Wippekühl (dreimal), Dahlhausen (zweimal) und Dahlerbrück (zweimal) neun Ziele angefahren.

Insgesamt hält der Bus an 39 Haltestellen. So kamen allein im vergangenen Jahr gut 31 000 gefahrene Kilometer zusammen, ein Großteil davon – rund 26 800 – für Fahrten am Vormittag. Einen heftigeren Unfall gab es in all den Jahren nur einmal, sonst blieb es stets bei ein paar Schrammen im Lack, wenn der Bürgerbus eine der zahlreichen Engstellen im Gemeindegebiet passieren muss.

Aktuell dürfen den Bus, der maximal acht Fahrgäste auf einmal befördern kann, 17 Fahrer bewegen. Auch diese Zahl ist mittlerweile im vierten Jahr nahezu konstant. „Jeder Fahrer kommt auf zwei, bis drei Einsätze im Monat“, sagt Junker – und dies komplett unentgeltlich. „Wir haben eine super Gemeinschaft unter den Fahrern, das zeichnet unseren Verein aus“, sagt Haböck stolz.

Wahrscheinlich auch deshalb haben die Schalksmühler in ihren Reihen einen der dienstältesten Fahrer in ganz NRW: Rainer Klimm absolvierte seine erste Tour am 13. Juli 1992 und gehört bis heute zum festen Stamm. Gemeinsam mit seinen 16 Kollegen kam er 2015 über das Jahr hinweg zu 396 Einsätzen.

Zusammengerechnet waren die Bürgerbusfahrer 2131 Stunden in der Volmekommune unterwegs. In diesem und den nächsten Jahren sollen viele tausend Stunden hinzukommen, denn der Service soll natürlich aufrechterhalten werden. „Schließlich ist mit dem Bürgerbus auch eine gewisse soziale Funktion verbunden. Wenn einer unserer Dauerfahrgäste zur gewohnten Zeit nicht an der Haltstelle steht, schaut unser Fahrer auch schon mal nach, ob alles in Ordnung ist“, sagt Haböck. Ein konkretes Ziel verfolgt der Vorsitzende für die kommenden Jahre allerdi

ngs auch: „Nachdem wir zum 25-jährigen Bestehen 2013 den 200 000. Fahrgast begrüßen konnten, peilen wir jetzt die Viertel-Millionen-Marke an.“

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