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Bürger schreibt Brief an Landrat: Anliegerstraße öffnen als Lösung?

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Von: Thomas Machatzke

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Der Stau auf dem Autobahnzubringer zur A45 trifft auch die Schalksmühler Vororte.
Der Stau auf dem Autobahnzubringer zur A45 trifft auch die Schalksmühler Vororte. © Cornelius Popovici

33 Jahre lang hat Erhard Fischer für die UWG im Schalksmühler Rat gesessen. „Ich bin nie ins Dorf gefahren, um einfach nur zu nicken“, sagt der 78-Jährige, der in Albringwerde zu Hause ist – also in einem kleinen Ort, der nun sowohl von Lüdenscheid als auch von Heedfeld und Schalksmühle quasi abgeschnitten ist durch den permanenten Umleitungsstau auf dem Autobahnzubringer.


Fischer bleibt sich im Alter treu – er macht den Mund auf. Beziehungsweise: Er hat einen Brief geschrieben an den Landrat Marco Voge. „Die Vollsperrung von heute auf morgen brachte für das Umland katastrophische Straßenverhältnisse mit sich. Die aktuellen Umleitungsstrecken sind total überlastet und es kommt immer wieder zu Behinderungen“, schreibt er, „darum bitte ich Sie, die Anliegerstraßen für die umliegenden Bewohner aus dem Märkischen Kreis zu öffnen.“

Die Vollsperrung von heute auf morgen brachte für das Umland katastrophische Straßenverhältnisse mit sich. Die aktuellen Umleitungsstrecken sind total überlastet und es kommt immer wieder zu Behinderungen.

Erhard Fischer hat einen Brief an Landrat Voge geschrieben

Mit anderen Worten: Dass die Brücke gesperrt ist und der Verkehr durch die Stadt fließen muss, ist schlimm genug. Dass Fischer aber nun, wenn er in Heedfeld zum Aldi-Markt oder Bäcker fahren will, in Amphop vor einer Verkehrsbake steht, das will nicht in seinen Kopf. „Wenn da 30 km/h zu schnell sind, soll man halt 20 km/h fahren“, sagt er. Oder dass eine Frau aus Lüdenscheid, die in Albringwerde ihr Pferd stehen hat und über den Dickenberg zu ihrem Pferd fahren wollte, am Dickenberg 50 Euro zahlen musste, weil sie kein berechtigtes Anliegen hatte – auch das erzürnt Fischer. „Soll sich diese Frau auf dem Zubringer eine halbe Stunde in den Stau stellen? Ist das dann umweltfreundlicher?“, fragt Fischer rhetorisch.

In seinem Brief hat er geschrieben: „Da die Bürger am besten die kürzesten Wege zur Arbeit oder Kindergarten und Schule kennen, wäre für sie eine Freigabe der Anliegerstrecken doch sehr sinnvoll, da sie sich ja somit aus dem Dauerstau ausklinken könnten. Dieses würde gleichzeitig eine Entlastung der Umleitungsstrecke zur Folge haben. Die Verhältnisse sind momentan so, dass selbst der Schulbus nicht immer regelmäßig fährt und so die Kinder nicht pünktlich nach Hause oder zur Schule kommen. Auch wird die Umwelt geschont, wenn weniger Autos im Stau stehen.“

Aus Solidarität sollte kein Anwohner momentan auf eine Anliegerstraße bestehen, denn auch mit den Bewohnern an den Durchgangsstraßen sollten alle Bürger Mitleid haben.

Erhard Fischer in seinem Brief

Fischer formuliert eine klare Bitte: Er möge mit allen Städten und Gemeinden aus dem Kreis an einen Tisch kommen und die Freigabe der Anliegerstraßen für die Bürger aus dem Kreis beschließen. „Aus Solidarität sollte kein Anwohner momentan auf eine Anliegerstraße bestehen, denn auch mit den Bewohnern an den Durchgangsstraßen sollten alle Bürger Mitleid haben“, schreibt Erhard Fischer. Im Gespräch ergänzt er, dass niemand aus egoistischen Motiven die Autos aus seiner Straße heraushalten dürfe.

Und nun wartet er auf eine Antwort. „Ich weiß, dass dem Landrat dieser Brief nicht gefallen wird“, sagt Fischer, „ich habe in meinem Leben viele Briefe geschrieben. Meistens mit Erfolg.“

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