Plan zur Verkehrsentwicklung

Große Bürgerbeteiligung bei Verkehrsentwicklung: Kreisel, Zugang zur Volme und mehr

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Die Entwicklung des Verkehrsentwicklungsplans für Schalksmühle ist in vollem Gange.

Schalksmühle - „Mobilität neu denken.“ Das möchte die Gemeinde Schalksmühle und stellt dafür einen Verkehrsentwicklungsplan auf. Dabei sollen auch die Bürger ihre Ideen einbringen.

„Es fehlt ein strategisch-konzeptionelles Planwerk für die Verkehrsplanung der kommenden 15 Jahre.“ Im Rahmen einer Bürgerinfo unter dem Motto „Mobilität neu denken“ stimmte die Planersocietät Dortmund als beauftragtes Gutachterbüro am Mittwoch seine Zielvorstellungen hinsichtlich eines neuen Verkehrsentwicklungsplans für Schalksmühle mit den Ideen der Bürger ab. 

Gut besucht war die Bürgerversammlung im Forum der Grundschule Spormecke, bei der Bürgermeister Jörg Schönenberg Alexander Reichert (Projektleiter der Planersocietät), Markus Bednarek und Lara Wohland willkommen hieß. „Arbeiten Sie aktiv mit, seien Sie Multiplikatoren“, lautete Schönenbergs seine Aufforderung an die zahlreich erschienenen Bürger. Ideen einzubringen, war ausdrücklich erlaubt und erwünscht. 

Markus Bednarek, Lara Wohland, Bürgermeister Jörg Schönenberg, Ralf Bechtel und Alexander Reichert (von links) waren bei der Bürgerinfo dabei.

Als interdisziplinäres Team aus Raum-, Stadt-, Verkehrsplanern, Bauingenieuren und Geografen stellte Alexander Reichert das Dortmunder Büro vor. Es bestehe Handlungsdruck, konstatierte er. „Die Mobilitäts-/Verkehrswende ist in aller Munde.“ Seitens der Entscheidungsträger bestehe zudem Bereitschaft zu handeln. Auf Generationen-Trends bei der Mobilität und deren Veränderung durch die Digitalisierung ging er ein. Auch die gesetzlichen Vorgaben und Richtlinien hinsichtlich Gehwegbreite, Barrierefreiheit, Treibhausgasemissionen und Feinstaub betrachtete er in seiner Präsentation. 

An drei Thementischen hatten die Bürger Gelegenheit, ihre Vorstellungen zu äußern.

Als Standortnachteile in Schalksmühle machte er unter anderem die geringe Bevölkerungsdichte, große Höhenunterschiede und wenige Verbindungsachsen zwischen den Stadtteilen aus. Zudem seien Busse und Bahnen häufig keine Alternative. 

Plan soll im vierten Quartal abgeschlossen werden

Vorgesehen sei, dass der Verkehrsentwicklungsplan im vierten Quartal 2020 beschlossen werden solle. Von Bürgerseite lägen bereits vielfältige Ideen, beim Autofreien Volmetal eingebracht, vor, darunter Anregungen wie Car-Sharing, Verbesserung der Taktung im ÖPNV, Umbau von Knotenpunkten zu Kreisverkehren, eine Seilbahn und viele mehr. 

Fünf Zieldimensionen des neuen Verkehrsentwicklungsplans benannte Reichert in seiner Präsentation. Einerseits gehe es darum, den Verkehr verträglich abzuwickeln und die Erreichbarkeit zu sichern. Zum anderen sei es wichtig, den Umweltverbund zu stärken und Verkehrsmittel zu vernetzen sowie die gesellschaftliche Teilhabe zu sichern und Zugang zu Mobilität sicherzustellen. Darüber hinaus würden die Schaffung von lebenswerten und attraktiven Stadträumen sowie die Erhöhung der Verkehrssicherheit und die Förderung einer Mobilitätskultur des Miteinanders zu den Zielen gehören. 

Mit einem Gallery Walk sensibilisierte die Planersocietät Dortmund die Anwesenden für Verkehrsthemen.

Intensiv diskutierten die Planer mit den Bürgern im Anschluss an drei Thementischen über Alltagsmobilität, Weiterentwicklung des Zentrums als Einkaufs- und Verweilraum und Radverkehr. Es seien gute und konstruktive Vorschläge gemacht worden, lobte Reichert, der den Tisch Zentrum betreute, bei der Zusammenfassung. Konkret seien unter anderem ein Kreisverkehr und die Öffnung zur Volme genannt worden. Fehlende oder schlecht erhaltene Radwege beklagten die Bürger am Thementisch Rad bei Lara Wohland. Bessere Abstimmung beim Umsteigen im Bereich ÖPNV war bei Markus Bednarek ein dringlicher Wunsch. Konkretere Pläne will das Büro vor der Kommunalwahl präsentieren.

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