Projekt mit 60 Plätzen

Bürger-Info nach Kritik an Seniorenwohnen

Seniorenwohnen, Bergstraße, Schalksmühle, Gräff
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Wenn der Rat zustimmt, könnten hier Seniorenwohnungen entstehen.

„Wir sind der Meinung, dass wir etwas sehr Gutes hingekriegt haben. Ich glaube, dass es Schalksmühle extrem bereichern wird.“ Mit Nachdruck bezog Klaus Luig, Geschäftsführer der Firma 3L Architekten aus Menden, am Donnerstag bei einer Bürger-Info im Ratssaal pro Seniorenwohnen an der Bergstraße Stellung.

Schalksmühle – Gemeinsam mit Hendrik Gräff und Florian Wilms von der Pflege an der Volme GmbH, die bekanntlich an der Bergstraße mit den 3L Architekten ein neues Seniorenzentrum mit 60 Plätzen bauen möchten, stellte Luig den Bürgern das Konzept der Pflege und den geplanten Neubau vor. Das Planungsverfahren umriss Ralf Bechtel, Leiter des Technischen Bauamts bei der Gemeinde Schalksmühle, in knappen Worten.

Wie Bürgermeister Jörg Schönenberg ergänzte, ist – so denn der Gemeinderat in seiner Sitzung am kommenden Mittwoch, 28. Oktober, in der Turnhalle Spormecke einer mit dem Bau verbundenen Änderung und Erweiterung des Bebauungsplans Nr. 17/I Bergstraße im beschleunigten Verfahren zustimmt – Mitte nächsten Jahres mit dem Beginn der Bauarbeiten zu rechnen. Eine Bauzeit von zwei Jahren ist geplant. Kritik an den Plänen zielte auf die Architektur, nicht auf das Pflegekonzept.

Geplanter Neubau an der Bergstraße

Einen Überblick über die Arbeit der Pflege an der Volme GmbH verschaffte Hendrik Gräff der Versammlung – angefangen beim Seniorenhaus Muhle über den ambulanten Pflegedienst bis hin zur Tagespflege am Alten Schulhof und den neuen Senioren-Wohngemeinschaften, die dort entstehen. Der geplante Neubau sei als Ersatz für die Plätze im Seniorenhaus Muhle gedacht, das zwar gut belegt sei, aber nicht durchgängig die vom Gesetzgeber geforderten Einzelzimmer aufweise.

Klaus Luig stellte den Teilnehmern die architektonische Umsetzung der geplanten Senioreneinrichtung vor.

Auf das doppelte Problem des demografischen Wandels – Zunahme an Pflegebedürftigen und weniger junge Menschen, die die Pflege übernehmen können – wies Florian Wilms hin. „Wir müssen ausbilden. Die Schalksmühler Pflegekräfte reichen auf Dauer nicht aus.“ Dafür seien innovative Pflegekonzepte, wie sie am Alten Schulhof verwirklicht werden könnten, nötig. Mit Blick auf die Tagespflege, die Wohngemeinschaften und die dort ansässige Physiotherapie könnten sich „wunderbare Synergien entwickeln“.

Die Frage nach Parkplätzen

Detailliert stellte Klaus Luig den Entwurf der neuen Pflegeeinrichtung mit Innenhof, eigener Zufahrt und 16 Stellplätzen vor. Durch große Fenster „sollen die Einzelzimmer gut belichtet und belüftet sein“.

Die Schalksmühler Pflegekräfte reichen auf Dauer nicht aus.

Florian Wilm von der Pflege an der Volme GmbH

Seine im Bau- und Planungsausschuss geäußerte Kritik an der architektonischen Umsetzung der geplanten Senioreneinrichtung bekräftigte UWG-Ratsherr Bernd Müller bei der Info-Veranstaltung. „Ein so großer Komplex passt stilistisch nicht dorthin“, bemängelte er. Die Frage müsse doch sein, wie man das Pflegekonzept in eine passable Bebauung umsetzen könne. Vor allem auf die Fassadengestaltung bezog sich seine Kritik. „Von der Bergstraße sieht das sehr steril aus.“ Auch die Zahl der 60 Pflegeplätze und 16 Stellplätze hinterfragte er. Erklärungsbedarf gab es zudem hinsichtlich der fünf Wohnungen, die über den Optionsvertrag hinausgehen.

Ein so großer Komplex passt stilistisch nicht dorthin.

Bernd Müller, UWG-Ratsherr

„Die Wohnungen runden das Konzept positiv ab“, antwortete Luig. Eine jetzt schon prekäre Parkplatzsituation an der Bergstraße gab auch Uwe Lal zu bedenken. Was die 16 Stellplätze angehe, gehe man „über das hinaus, was im Genehmigungsverfahren notwendig ist“, antwortete Luig.

Hinsichtlich der Fassade sei das letzte Wort noch nicht gesprochen. Französische Balkone, um die Fenster komplett öffnen zu können, brachte er ins Gespräch. „Wir brauchen eine vernünftige Betriebsgröße“, stellte Henrik Gräff klar. Vier Gruppen à 15 Bewohner seien geplant. Die Verlegung des ursprünglich an der Bergstraße gelegenen Cafés in den Innenbereich erklärte er mit der gewünschten Zugänglichkeit für alle Bereiche der Pflege.

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