Trotz Volleinsatz Ärger über Schalksmühler Winterdienst

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Mit der neuen Schneefräse, die zu diesem Winter extra für solche Schneelagen angeschafft wurde, räumten die Mitarbeiter des Gemeinde-Bauhofs den Fußweg von der Grundschule Spormecke bis zur Einfahrt zum Aldi frei.

Schalksmühle - Draußen ist es zwar kalt. Doch die Gemüter der Schalksmühler sind erhitzt. Das Thema Winterdienst regt viele auf. Sie werfen unter anderem dem Winterdienst vor, nicht früh genug mit den Räumungsarbeiten zu beginnen, so dass vor allem Eltern, die ihre Kinder zur Schule bringen, oder Berufspendler große Probleme beim Vorwärtskommen haben.

Ein Nutzer des sozialen Netzwerks Facebook wand sich in dem Portal verärgert an die Gemeindeverwaltung. „Ich weiss, es ist Winter. Im Winter kann es, besonders bei uns, ab und an mal schneien. Trotz verlässlicher Wetterprognosen scheint es für die Verantwortlichen jeden Morgen zu großen Überraschungen zu kommen“, äußert er sich verstimmt. Der Winterdienst starte sein tägliches Werk, sobald Eltern ihre Kinder irgendwie in die Schule gebracht haben und Berufspendler sich auf die Autobahn durchgekämpft haben. So könne man natürlich viel besser die Straßen räumen – ist ja nicht mehr so viel Verkehr. 

„Wie kann es sein, dass jeden Morgen beispielsweise der Weg zur Spormecke nicht geräumt ist?“, fragt der Schalksmühler Bürger. LKW, Pendler und Schulkind-Shuttles würden sich in teils lebensbedrohlichen Manövern ihren Weg bahnen, weil der Winterdienst in der Gemeinde einfach nicht funktioniere. „Werdet mal wach!“ Dabei betont der Nutzer, dass dies kein Angriff auf die sehr bemühten Fahrer von Räumfahrzeugen sei. „Fahrt mal nach Bayern oder ins Allgäu. Da gibt es diese Zustände nur, wenn wirklich nichts mehr geht und nicht in Standard-Wetter-Situationen.“ 

Auch andere Bürger nutzen die Gelegenheit, sich zu dem Thema zu äußern. Eine Nutzerin meint: „Endlich mal einer, der es auf den Punkt bringt! Schalksmühle bekommt nichts gebacken. Aber die Schalksmühler reden sich das gerne schön.“ 

Sparzwang beim Bauhof 

Seit 6.30 Uhr fuhren die Mitarbeiter des Bauhofs und der Fremdfirmen im Gemeindegebiet einen Volleinsatz, um die Schneemassen zu beseitigen.

Ein anderer meint: „Wir waren mal die Vorzeige-Gemeinde beim Winterdienst, aber das ist schon lange her.“ Ein weiterer hat eine Erklärung für die Lage: „Das Ganze ist recht einfach zu erklären. Die Stellen im Bauhof wurden in den vergangenen Jahren massiv zusammengestrichen. Zudem sind die Standby-Zeiten nicht mehr die, die sie mal waren. Also, weniger Vorausschau, mehr Reaktion als Aktion. Da muss es einen nicht wundern, wenn so ein ehemaliges Vorzeigeprojekt wie der Winterdienst am Ende dann weggespart wurde.“ 

Einen Vorschlag zu Güte macht ein weiterer Bürger: „Dann pack mit an und helfe der Gemeinde beim Schneeschieben in euren Straßen.“ Einen gegenteiligen Eindruck hat eine andere Nutzerin: „Wir haben nie Probleme. Bei solchen Wetterverhältnissen ist es grundsätzlich ratsam, mehr Zeit einzuplanen und früh genug loszufahren.“ Ähnlich sieht es auch diese Schalksmühlerin: „Auf dem Weg zur Arbeit sind mir fünf Räumfahrzeuge begegnet, zwei davon von Spormecke bis Heedfeld. Die machen ihren Job schon gut. Sie können ja nicht überall gleichzeitig sein. Aber wenn es permanent schneit, muss man halt mal eher losfahren.“ 

Erste Kontrolle um 3 Uhr 

Peer Heinzer, bei der Gemeinde zuständig für den Winterdienst, war Donnerstag morgen als Einsatzleiter ab 3 Uhr unterwegs, um die Straßen im Gemeindegebiet zu kontrollieren. „Ab etwa 5.20 Uhr hat es angefangen zu schneien, kurz nach 6 Uhr waren alle Mitarbeiter unterwegs. Mit Fremdfirmen waren wir mit 23 Kräften zugange. Um 6.30 Uhr sind wir dann einen Volleinsatz gefahren.“ Die Verärgerung kann er nur wenig verstehen. „Manche Straßen, etwa die Waldesruh Richtung Spormecke, gehören zum Aufgabenbereich von Straßen.NRW. Außerdem ist es klar, dass wenn es um kurz nach 5 Uhr anfängt zu schneien, dass wir nicht vorher, sondern erst rund eine Stunde später volleinsatzbereit ausrücken können. Außerdem wird es dann schwierig, im Berufsverkehr zu arbeiten.“ 

Auch das Argument, dass das einstige Vorzeigeobjekt „kaputt gespart“ wurde, kann Peer Heinzer nicht so stehen lassen. „Der Winterdienst unterliegt nicht dem Sparzwang. Nur durch gesetzliche Regelungen haben sich Dinge verändert. Aber gerade in den Morgenstunden arbeiten die Mitarbeiter wie früher. Im Ablauf des Winterdienstes hat sich nichts geändert. Die Bereitschaftszeiten sind morgens die gleichen.“

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