Aktionstag für einen Klassiker

Am Montag ist Vanilleeistag: Bruno Sapere zeigte, wie es gemacht wird

+
Wenig Zutaten, dafür aber sehr viel davon: Milch, Zucker, Vanille-Pulver und -Paste und Emulgatoren ergeben den beliebten Klassiker. Bei der Produktion ließ sich Bruno Sapere über die Schulter schauen.

Schalksmühle - Es ist 10.30 Uhr morgens, die Sonne sorgt bereits für 24 Grad – da gibt es fast nichts besseres als ein Eis. Damit das auch schmeckt, steht Bruno Sapere im Eiscafé Valentina bereits seit einigen Stunden in der Küche. Zum Schluss mischt er das mit Abstand beliebteste Eis: Vanille. Der Klassiker wird am Montag mit einem eigenen Aktionstag geehrt.

Bruno Sapere steht hinter der Theke des Eiscafés Valentina. Die Gäste begrüßen er, seine Frau Beatrice und die Tochter Valentina mit einem lauten Ciao. Das rhythmische Auf und Ab der italienischen Sprache klingt durch das Eiscafé. Auch ich werde mit einem freundlichen Ciao begrüßt, bevor mich Bruno Sapere in sein Reich führt: Die Küche des Eiscafés. Hier mischt er jeden Tag Eis, mittlerweile seit mehr als 26 Jahren.

„Fünf Pötte brauchen wir am Tag“

Wie auch der Rest des Landes schlecken die Schalksmühler am liebsten Vanille-Eis. „Fünf Pötte brauchen wir davon ungefähr am Tag. Von Schokolade oder Stracciatella meistens einen bis zwei“, sagt Bruno Sapere. Er hat heute bereits fünf Behälter Vanille-Eis angerührt und fängt gerade den sechsten an.

Aus der Maschine geht es direkt in den Kühlschrank.

Spektakulär ist das eigentlich nicht: Für zwei Behälter Eis braucht er neun Liter Milch, einiges an Zucker, Vanille-Pulver und Vanille-Paste, eine sirupartige Mischung. Dazu kommen Emulgatoren, um das Eis cremiger zu machen. „Früher haben wir noch mit Vanilleschoten gearbeitet. Das war eine Arbeit!“, erinnert sich Bruno Sapere. Heute bekommt er die Schoten in dem Pulver und der Paste, gemischt mit Aromen, von einem Unternehmen geliefert. So spart er nicht nur Zeit, sondern auch Geld, denn nach Safran sind Vanilleschoten das teuerste Gewürz der Welt.

Aber warum gibt es gleich Paste und Pulver? Würde nicht eins reichen? „Nein“, meint Bruno Sapere. Für ihn muss es genau diese Mischung sein, damit das Eis die richtige Konsistenz hat. Und so tastet er sich bei all seinen 28 Sorten an die perfekte Mischung heran. Im Kräutergarten von Dr. Hermann Thebrath am Wielsiepen findet er Inspiration. Zitrone-Basilikum und Melone-Minze sind so entstanden.

Joghurt-Holunder, Buttermilch-Pfirsich-Maracuja, Zitrone-Basilikum oder Pina Colada – die Auswahl neben Vanille ist groß.

Zur Zeit experimentiert Sapere mit Buttermilch und Schmand. Der frische Geschmack lässt sich gut mit Früchten wie Mandarine, Pfirsich, Maracuja und Himbeere kombinieren.

Aus Ananas, Kokosnuss und Rum-Aroma mischt Sapere neuerdings auch Pina Colada. Dass das nicht so einfach ist, wie es klingt, musste auch der erfahrene Eisdieleninhaber feststellen: Irgendetwas stimmte an der Mischung nicht, und das Eis wurde nicht cremig genug. „Er hat auch mal zu viel Zucker benutzt, dann war das Eis viel zu weich“, erzählt Valentina Sapere. Sie und ihre Mutter stehen eigentlich nie in der Küche. „Dazu fehlt die Zeit“, erklärt sie. Das Eismachen übernehmen könnte sie nicht. „Papa hat alle Rezepte im Kopf. Er müsste mir erst mal alles aufschreiben.“

Fehler sind erlaubt: Dieses Eis hat nicht die richtige Konsistenz

Doch bei all den neuen Erfindungen und teilweise auch gewöhnungsbedürftigen Sorten – „Dieses Himmelblau brauche ich nicht unbedingt“ – hat sich über all die Jahre das Vanille-Eis bewährt. In der Küche am Rathausplatz quillt es nun aus der Maschine. Bruno Sapere streicht es in den Behälter und stellt es zu den anderen Sorten in den Kühlschrank.

Vanilleeistag

Am Montag, 23. Juli, wird in den USA der „National Vanilla Ice Cream Day“ gefeiert. In den 90er-Jahren wurde dieser Aktionstag in den Vereinigten Staaten ins Leben gerufen und ist heute bis über die Grenzen hinaus bekannt. Laut der Internetseite dertagdes.de bezieht sich der Tag vor allem auf Eis, das mit echten Vanilleschoten gewürzt wurde. Und wem Vanille nicht schmeckt, der kann am 15. Januar das Erdbeer-, am 7. Juni das Schoko- oder am 6. September das Kaffee-Eis feiern.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare