Der Herr der Eismaschine

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Bruno und Beatrice Sapere beim Eisverkauf. Das vielseitige Angebot lässt Eisliebhaber schwärmen.

SCHALKSMÜHLE ▪ Es wummert. Die Maschine vibriert, wie eine Waschmaschine im Schleudergang. Doch es wird keine Kleidung gereinigt, sondern Eis hergestellt. Bruno Sapere ist Herr der Eis-Maschine. 28 Sorten hat er derzeit zur Auswahl – alle Rezepte hat der Inhaber der Eisdiele Venezia im Kopf.

Morgens, um sechs Uhr geht es los. Zucker, Sahne, Milch und Früchte stehen auf der großen Arbeitsfläche. Nach und nach füllt er die Zutaten in eine große Rührschüssel. Mit einem „Zauberstab“ in überdimensionaler Größe püriert er die Zutaten. Ein fruchtiger Geruch strömt aus dem Behälter. Bruno Sapere rührt und vermengt, bis die Eismasse bereit für die Eismaschine ist. „Die richtigen Mengen der Zutaten sind das Geheimnis“, sagt der 47-Jährige. Die fertige Creme füllt er in die Eismaschine. Innerhalb von zehn Minuten wird aus der Mousse, bei minus 30 Grad, in der drehenden Trommel cremiges Eis.

„Es ist eine schweißtreibende Arbeit, die Spaß macht, doch das, was ich wirklich liebe, ist der Umgang mit den Leuten“, sagt Sapere. Bei derzeit hohen Temperaturen stellt der 47-Jährige tagtäglich zwölf bis 15 Eissorten her. Rund fünf Stunden verbringt er dann täglich in der Eisküche, einem Hinterraum im Café.

Während Bruno Sapere Eis herstellt, klappert und klirrt es einige Meter entfernt. Der Duft von gerösteten Kaffeebohnen wabert durch die Eisdiele. Seine Frau Beatrice bereitet Espressos und Eisbecher zu. Dann hebt sie die Hand – lacht. „Ciao Katharina.“ Obwohl einige Kunden warten, ist Zeit für Gespräche. Mitten in Schalksmühle herrscht italienisches Flair. Beatrice geht in die Eisküche und öffnet das Waffeleisen. Der Duft frischgebackener Waffeln vermengt sich mit dem Aroma der pürierten Früchte. Bruno blickt auf. Macht einen Witz. Dann kümmert er sich wieder um ein Eis. Er feilt an einer neuen Sorte: Mandarine.

Die Nummer 28 in der Kühltheke. „An heißen Tagen ist Fruchteis besonders beliebt“, erklärt der 47-Jährige. Noch einmal schmeckt er seine neueste Kreation ab. Dann geht's in die Eismaschine und nach zehn Minuten in den Verkauf. „Fruchtig, lecker und vollmundig im Geschmack“, schwärmt Michael Schwalm, der die neue Sorte direkt ausprobiert. An Tischen und Stühlen, mit den Gesichtern gen Sonne, sitzen viele Schalksmühler vor dem Café bei Eis oder Cappuccino.

„Wir kommen hier schon viele Jahre her. Man kennt sich. Die Atmosphäre ist einfach nett“, sagt Lisa Mehrhold. Die 22-Jährige ist gemeinsam mit Sohn Finn-Ole (18 Monate) im Eiscafé.

Ein eingespieltes Team sind die Saperes. Bruno, Beatrice und Tochter Valentin – alle helfen mit. Die einen verkaufen Eis und dekorieren Eisbecher mit frischem Obst. Andere wiederum kümmern sich um die Gäste.

„Meine Lieblingseissorte ist Haselnuss“, erwähnt der Eiscafé-Betreiber. Gönnt er sich mal eine Pause, wird das hausgemachte Eis probiert, mit Sahne, Früchten oder Soße. Bis es zurück an die Arbeit geht, seine Leidenschaft, das Eismachen. ▪ Nicole Lüling und Matthias Clever

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