Brüder spenden zusammen 159 Liter Blut

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Die entscheidenden Stiche: Die Zwillingsbrüder Adolf und Hermann Tesche (von links) haben ihr ehrgeiziges Ziel erreicht. Sie haben insgesamt 159 Liter Blut – also einen Barrel gespendet. ▪

SCHALKSMÜHLE ▪ 159 Kerzen brennen. Dahinter sind 16 Putzeimer aufgetürmt. Sie symbolisieren die Menge Blut, die die Zwillingsbrüder Adolf und Hermann Tesche in ihrem Leben abgegeben haben. Damit haben sie ihr ehrgeiziges Ziel erreicht: Einen Barrel Blut zu spenden.

Aufgeregt laufen die Brüder Adolf und Hermann Tesche im Wohnzimmer in Everinghausen auf und ab. Die Zwillingsbrüder tragen Anzüge. Der Tisch ist gedeckt: Kuchen, Kaffee und Tee stehen bereit. Eine Fete. Eine kleine. Die neunjährigen Zwillingsbrüder Neven und Arved aus der Nachbarschaft zünden symbolisch 158 Teelichter an. Dahinter stehen aufgetürmt 16 Putzeimer. Und darauf eine dicke Kerze, die für den letzten Liter Blut steht, den die Brüder heute spenden wollen.

„Blut ist der Schmierstoff für Menschen – daher haben wir gesagt, dass wir zusammen gleich einen ganzen Barrel davon spenden wollen“, erklärt Adolf Tesche. Er war es auch, der am 4. Mai 1960 zum ersten Mal Blutspenden ging und damit die Leidenschaft auslöste. Sein Bruder Hermann zog am 13. Januar 1961 nach. „Wir hoffen, dass unser Blut heute auch genommen wird, sonst kriegen wir das Barrel nicht voll“, erklärt Hermann Tesche.

Dann geht´s los: Zur Blutabnahme in die Grundschule Spormecke. Der Routine-Check. Die Blutwerte stimmen. Innerhalb weniger Minuten liegen die Brüder nebeneinander auf der Pritsche und spenden gemeinsam den entscheidenden letzten Liter Blut – damit sie nun rechnerisch ein Barrel, also 159 Liter, voll.

Und nun? „Vielleicht hören wir jetzt auf. Schließlich wollen wir noch reisen“, meint Adolf Tesche. Denn: Afrika oder Südamerika waren bisher als Reiseziele tabu, weil es nach solchen Urlauben Sperrfristen von bis zu einem Jahr für das Blutspenden gibt. Daher unternahmen die Brüder diese Reisen bisher nicht. Das ist nur eine von vielen Konsequenzen, die sich durch das Leben der Zwillinge ziehen. Weitere Beispiele: Jeden Tag eine Strecke von rund 14 Kilometern laufen und jedes Jahr rund 500 Gläser Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten einkochen. Vorsätze einhalten können die Zwillingsbrüder.

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