Rolle rückwärts für Vollausbau?

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Schalksmühle - Der Breitbandausbau im Märkischen Kreis für schnelleres Internet wird sich weiter verzögern. Das schon fast abgeschlossene Ausschreibungsverfahren für Privathaushalte wird wegen neuer Fördermöglichkeiten noch einmal wiederholt.

Das bestätigte am Freitag Stefan Glusa von der Telekommunikationsgesellschaft (TKG) Südwestfalen auf Anfrage unserer Zeitung. Die Verzögerung soll sich für die Märker letztlich allerdings auszahlen, denn die TKG und der Märkische Kreis haben nun sogar die Option eines kreisweiten Vollausbaus im Blick.

„Wir drehen eine Ehrenrunde, die letztlich zum Vorteil aller sein soll“, sagte Glusa. Im Oktober werde der Kreis über das weitere Vorgehen im Detail beraten, weshalb Glusa einen genauen Zeitplan derzeit nicht nennen kann. Klar ist derzeit nur: „Einen Vertragsabschluss mit einem Anbieter noch in diesem Jahr wird es nicht mehr geben.“ 

Weshalb wiederholt der Märkische Kreis die Ausschreibung?

Glusa spricht von neuen Fördermöglichkeiten, die sich auch durch die veränderten politischen Konstellationen in Bund und Land ergeben haben. „Erst in dieser Woche hatte ich ein Gespräch mit NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart. Die schwarz-gelbe Landesregierung will zukünftig verstärkt auf den Ausbau mit Glasfaser bis in die Gebäude, also den Vollausbau setzen“, sagte Glusa. 

Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für den Märkischen Kreis und speziell für Schalksmühle? 

Bisher waren sich alle 15 Kreiskommunen einig, mit den Fördergeldern von Bund und Land in Höhe von rund 25 Millionen Euro den Internet-Ausbau mittels Glasfasertechnik bis zu den Kabelverzweigern realisieren zu wollen. Einzig Schalksmühle hatte sich stets die Option des Vollausbaus offengehalten. 

Beim nun neuen Ausschreibungsverfahren sollen interessierte Unternehmen für jede Kommune ein Angebot für einen Ausbau bis zu den Kabelverzweigern, aber auch den Vollausbau abgeben. „Wenn die Ausschreibung gelaufen ist, schauen wir, was letztlich überhaupt machbar und finanzierbar ist. Jede Kommune kann dann noch einmal entscheiden, welche Variante umgesetzt werden soll“, sagte Glusa. 

Reichen die Fördermittel für einen kreisweiten Vollausbau? 

Bislang nicht. „Aber Bund und Land haben angedeutet, die Beträge aufstocken zu wollen, eine Absichtserklärung gibt es bereits“, so Glusa. Bislang sahen die Förderrichtlinien vor, dass der Breitbandausbau in ländlichen Gebieten nach dem Modell der Wirtschaftlichkeitslücke realisiert wird und die Kommunen sich mit zehn Prozent an den Kosten beteiligen müssen.

Welche Vorteile hätte ein Vollausbau für die Schalksmühler Bürger? 

Bei den bisherigen Plänen für einen Ausbau bis zu den Kabelverzweigern wird jedem der knapp 4400 Haushalte, die im Fördergebiet liegen, eine Downloadgeschwindigkeit von mindestens 50 Mbit/s garantiert. Bei einem Vollausbau gebe es laut Glusa praktisch keine Geschwindigkeitslimits mehr – für Download und Upload. „Wenn die Faser einmal liegt, hat sich das Thema Breitband für immer erledigt. Je nach Kundenwunsch kann es dann bis in den Gigabitbereich gehen“, sagte Glusa. 

Bis wann dürfen die Schalksmühler auf schnelles Internet hoffen? 

Sobald im neuen Ausschreibungsverfahren ein Anbieter ausgewählt und der Vertrag abgeschlossen ist, hat dieser maximal 36 Monate Zeit, den kreisweiten Breitbandausbau für rund 44 000 Haushalte zu realisieren. „In der Regel geht es aber schneller“, so Glusa.

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