Rechtsstreit geht weiter

Bordell in Kuhlenhagen soll jetzt doch ausziehen

SCHALKSMÜHLE - Der Rechtsstreit zwischen der Schalksmühler Bordell-Betreiberin Mariana Simion und ihren Vermietern schien beigelegt. Doch jetzt wird sich das Hagener Landgericht wohl wieder mit dem Fall befassen.

Von Matthias Clever

„Herr Berker hat mich angerufen und gesagt, dass er meine Angebote nicht akzeptiert und er wieder vor Gericht ziehen will“, sagte die Chefin des Golden House. Im Sommer hatten die Immobilienbesitzer Räumungsklage gegen Mariana Simion sowie zwei andere Bewohner des Hauses eingereicht. Ende August fand ein Termin in Hagen statt.

„Beide Parteien beantragen, das Verfahren für außergerichtliche Vergleichsverhandlungen ruhen zu lassen“, stellte Richter Wolfgang Rathsack damals bereits nach einer halben Stunde fest. Er zeigte sich hoffnungsvoll, dass diese Gespräche auf einen Kaufvertrag hinauslaufen können.

Bordell-Betreiberin will kämpfen

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Mariana Simion sagte im Gespräch mit unserer Zeitung, dass sie zwei Kauf- und ein Mietangebot unterbreitet hätte. Nach der Absage Manfred Berkers steht für sie fest, dass sie kämpfen will. „Ich ziehe vor Gericht und packe nicht einfach meine Sachen und gehe.“ Berker habe ihr ein Angebot gemacht, dass sie eine einmalige Zahlung bekommt, wenn sie auszieht. Diese entspreche überhaupt nicht dem, was sie investiert und bereits an die Besitzer gezahlt hätte.

Manfred Berker sieht dies anders: „Frau Simion will nicht kaufen, sie will nur mieten. Das wollen wir nicht.“ Nun habe er Simion eine Frist zum 15. Dezember gesetzt. Bis dahin soll sie aus der Immobilie ausziehen. Andernfalls gehe das Verfahren weiter.

Gerüchte über einen neuen Zusammenschluss von Investoren, die die Immobilie kaufen wollen, wollte Berker nicht kommentieren. „Das ist alles Sternenguckerei.“ Erst wenn die Immobilie tatsächlich leer sei, werde er sich um einen anderweitigen Verkauf kümmern.

In einem sind sich beide Seiten einig: Es werden viele Unwahrheiten erzählt. „Und das, ohne direkt mit mir zu sprechen“, sagt Simion. Sie stehe jederzeit für Gespräche, gerade auch mit den Bordellgegner bereit. Gemeldet habe sich bisher keiner.

Hintergrund:

- Am 15. November 2012 schlossen die Besitzer der Immobilie Kuhlenhagen 1 (die Berker und Junker GbR) mit Mariana Simion einen Pachtvertrag – dieser sollte spätestens bis zum 15. Dezember durch einen Kaufvertrag ersetzt werden.

- Das Bordell eröffnete am 1. Dezember 2012.

- Proteste und Anträge wie der Antrag auf Errichtung eines Sperrbezirks für die Volmegemeinde folgten auf die Veröffentlichung, dass das Bordell „Golden House“ den Betrieb in Kuhlenhagen aufnimmt.

- Einen Kaufvertrag legten die Eigentümer nicht vor. Stattdessen kam die Kündigung.

- Manfred Berker und Monique Junker reichten Räumungsklage gegen Mariana Simion sowie die zwei andere Bewohner des Hauses ein.

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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