Bordell-Debatte in Kuhlenhagen

Kein Antrag für Sperrbezirk

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Der Unterschied zwischen Kuhlenhagen und Dortmund ist, dass die Prostituierten leicht bekleidet im Lokal und nicht auf der Straße um die Gunst der Freier werben.

SCHALKSMÜHLE ▪ Während der Bürgermeister derzeit mit potenziellen Investoren für das Gebäude in Kuhlenhagen verhandelt, beobachtet auch die Bezirksregierung in Arnsberg die Schalksmühler Bordell-Diskussion. Bisher haben zwar verschiedene Gespräche vor allem über einen Sperrbezirk stattgefunden, aber ein konkreter Antrag liegt nicht vor.

„Die Errichtung eines Sperrbezirkes ist ein nicht einfacher Abwägungsprozess. Einerseits muss der Jugendschutz eingehalten werden, andererseits handelt es sich um ein legales Gewerbe. Das ist eine schwierige Situation“, sagte Pressesprecher Christoph Söbbeler auf Anfrage unserer Zeitung. Da eine Sperrbezirksordnung absolut gerichtsfest sein muss, bevor dieser verhängt wird, muss ein solcher Antrag sehr gut begründet sein. Söbbeler: „Ein Sperrbezirk ist eine Ausnahmeverordnung.“

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In Dortmund hat die Bezirksregierung vor rund einem Jahr einige Straßenzüge zu einem Gebiet erklärt, in dem die Prostitution verboten ist. Grund war damals der Jugendschutz. Denn: Es handelte sich um einen Straßenstrich, auf dem die Prostituierten leicht bekleidet um Freier warben. Da sich dies in einem großen Maße auf dem Gehweg abspielte und das auch tagsüber, entschied die Bezirksregierung, einen Sperrbezirk zu verhängen. Der Straßenstrich war nämlich auch für Kinder und Jugendliche erkennbar.

In Kuhlenhagen wird nicht auf der Straße, sondern im Ausschankraum um die Gunst der Freier gebuhlt. „Das ist daher keine vergleichbare Situation mit Dortmund“, meinte Söbbeler. Nach den gegenwärtig vorliegenden Informationen würde die Bezirksregierung zurückhaltend sein. „Wir haben aber bisher auch keinen schriftlichen Antrag und somit auch keine Begründung vorliegen. Daher warten wir jetzt erstmal die Diskussionen in den politischen Gremien ab.“ ▪ Matthias Clever

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