Straßen-NRW bittet um Beseitigung

Mit 149 km/h in 50er-Zone im MK: Kreis baut auf Wunsch Blitzer ab

Radarkontrolle
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Ein Fahrzeug wird von einer stationären Geschwindigkeitsüberwachungsanlage geblitzt. (Symbolbild)

Ein bekannter Blitzer im MK wurde abgebaut - auf Wunsch von Straßen.NRW, die dort eine Baustelle einrichten wollten. Das verschiebt sich nun. Dass dort gerast wird, ist kein Geheimnis.

Heedfeld – Manch ein ortskundiger Autofahrer dürfte sich bei der Durchfahrt in Heedfeld wundern: Schon seit einige Monaten ist die stationäre Blitzersäule an der Heedfelder Straße verschwunden. Von einer Entwarnung für potenzielle Raser ist allerdings keine Rede, wie Ursula Erkens von der Pressestelle des Märkischen Kreises auf Anfrage bestätigte. Vielmehr wurde die Blitzersäule wegen der dort geplanten Baustelle abgebaut und soll wieder aufgestellt werden, sobald die Arbeiten abgeschlossen sind.

Wir haben viel zu tun. Uns fehlt Personal.

Andreas Berg von Straßen.NRW

Wann es allerdings mit den Bauarbeiten los geht, steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest. Baulastträger ist der Landesbetrieb Straßen.NRW. Anfang des Jahres hatte es von dort geheißen, dass die Ausschreibung und Vergabephase der Maßnahme für den Mai und der Baustart für Juni vorgesehen war. Bis Jahresende sollten die Bauarbeiten demnach abgeschlossen sein. Dieser Zeitplan lässt sich nicht mehr halten, erklärte der zuständige Sprecher des Landesbetriebs Andreas Berg.

Nicht mehr viel übrig: Der Blitzer in Heedfeld ist abmontiert.

Der Grund ist: „Wir haben viel zu tun. Uns fehlt Personal.“ Und das galt schon, bevor das Hochwasser kam und damit zahlreiche neue, zum Teil dringende Maßnahmen hinzugekommen sind. Seitdem mit der Gründung der Autobahn GmbH des Bundes Anfang des Jahres die Zuständigkeit für die Autobahnen an den neuen Betrieb übergegangen ist, hätten in diesem Zuge auch einige Mitarbeiter den Betrieb gewechselt.

Sanierung der Straße bis zum Autobahnzubringer

Letztlich gilt für die Sanierung der Fahrbahndecke in Heedfeld: „Wir sind dran.“ Geplant ist eine Sanierung der Straße auf einer Länge von 1,5 Kilometern zwischen den Einmündungen Sterbecker Straße und Autobahnzubringer (L692). Erneuert werden sollen dabei der Straßenentwässerungskanal im rechten Gehweg, die seitlichen Straßenabläufe, die Asphaltbefestigung der Fahrbahn, die beidseitigen Bordanlagen inklusive der Pflasterrinnen und die beidseitigen Gehwegflächen.

Trotz der Verzögerungen durch die akuten Hochwasserschäden – rund 80 Stellen im Märkischen und im Ennepe-Ruhr-Kreis sind im Zuständigkeitsbereich von Straßen.NRW betroffen – geht man beim Landesbetrieb davon aus, dass die Arbeiten an der Heedfelder Straße noch in diesem Jahr vergeben werden können. Dann könne auch zügig mit der Maßnahme begonnen werden. Voraussichtlich wird für die Dauer der Bauarbeiten eine einspurige Verkehrsführung notwendig, die mit einer Ampel geregelt wird.

Personalengpässe sorgen für Verzögerungen

Unabhängig davon sind die Überlegungen zum Bau des Kreisverkehrs an der Einmündung zur Sterbecker Straße. Auch wenn die Maßnahme in der Priorisierungsliste des Landesbetriebs für den Aus- und Umbau von Straßen auf einem vorderen Platz rangiert, verzögern sich auch dort wegen der Personalengpässe die Planungen.

Arbeiten am Kreisverkehr werden aber keine Relevanz für die Blitzeranlage haben, sodass davon auszugehen ist, dass diese nach der Sanierung der Fahrbahndecke und der Randbereiche wieder aufgestellt werden kann. Seit rund fünf Jahren wird an der Stelle die Geschwindigkeit mit einer Vitronic-Anlage gemessen, die es – je nach Ausrichtung der Kamera – ermöglicht sowohl in Fahrtrichtung Schalksmühle als auch in Richtung Lüdenscheid zu blitzen.

21 130 Euro Bußgelder

Laut Angaben des Märkischen Kreises wurden in Heedfeld seit dem 1. Juni des vergangenen Jahres bis zum Abbau der Anlage bei mehr als 1,4 Millionen Ortsdurchfahrten von Autos und Lkw 1117 Verstöße festgestellt, davon fast zwei Drittel in Fahrtrichtung Lüdenscheid. Von den 719 Fahrzeugen, die in diese Richtung geblitzt wurden, waren neun Lkw. Es wurden 620 Verwarnungen ausgesprochen und 18 Bußgeldbescheide verschickt. In Richtung Schalksmühle waren 398 Fahrzeuge zu schnell unterwegs, davon 15 Lkw. Verwarnungen gab es 320 und Bußgeldbescheide 13.

In Richtung Lüdenscheid waren nicht nur mehr Fahrzeuge zu schnell unterwegs – auch die höchste gemessene Geschwindigkeit wurde mit 149 km/h gemessen. In Richtung Schalksmühle war der schnellste Fahrer mit 119 km/h unterwegs. An Verwarnungen und Bußgelder flossen in diesem Zeitraum 21 130 Euro in die Kreiskasse.

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