Wilfried Schmickler begeistert in Schalksmühle

Die deutsche Politik, das Gesundheitssystem, Wirtschaft und Gesellschaft erklärt Schmickler bankrott.

SCHALKSMÜHLE ▪ Bissig. Bissiger. Schmickler. Da steht er. Unscheinbar. Mitten auf der Bühne. Er holt Luft. Dann plustert er sich auf und startet ein verbales Feuerwerk.

Die deutsche Politik, das Gesundheitssystem, Wirtschaft und Gesellschaft sabbelt er bankrott. Das tut er seit 30 Jahren. „Es war nicht alles schlecht“ heißt das Jubiläumsprogramm, mit dem Wilfried Schmickler am Freitagabend im Pädagogischen Zentrum Löh 30 Jahre Kabarett Revue passieren ließ. Er schwärmt von der Zeit, als es weder SMS noch DSDS oder Dschungel Camp gab – eine Zeit, in der das Geld noch was wert war: „Für eine D-Mark konntest du zu zweit ins Kino gehen, dich danach voll laufen lassen und den Rest noch für die Rente weglegen.“

Dann flacht das Programm ab. „Stammtischniveau“, wie Schmickler selbst sagt – doch dann taucht er wieder ein in die großen Themen, beißt sich fest und führt mit Finesse das System ad absurdum. Erklärt, dass Schnürsenkelvertreter nicht dazu da wären, die Interessen von Schnürsenkeln zu vertreten, sondern, um diese zu verkaufen – sich die Deutschen also nicht über die „Volksvertreter“ beschweren sollten. „Die machen einen guten Job“, unkt er, um dann wieder eine Wortsalve auf sein Lieblingsziel abzufeuern – Außenminister Guido Westerwelle.

„Wenn die Kinder damals gewusst hätten, was sie heute davon haben, dass sie den kleinen Guido alleine in der Schulhofecke stehen ließen, hätten sie ihn garantiert mit spielen lassen.“

Doch nicht nur die Vergangenheit, sondern auch die Gegenwart bietet genügend Aufreger. So verwendet Schmickler Pointen, Lieder und Gedichte, um über die Missstände von heute herzuziehen.

Von „Hans Wurst“, wie Schmickler seinen „verklitschten Bankberater getauft hat, spannt er den Bogen zur Forderung, Schilder mit der Aufschrift „Der Besuch dieser Bank kann für ihr Kapital tödlich sein“ vor Geldinstituten aufzustellen. Um dann eine ganze Reihe verbaler Pfeile in Richtung der „Geldvernichter“ abzufeuern – und so einen Volltreffer bei den Lachmuskeln und dem Zwerchfell des Publikums erzielt.

Kabarettist Wilfried Schmickler begeistert in Schalksmühle

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