Biomüll-Bringsystem sorgt für Ärger

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Ab Januar 2015 können die Schalksmühler Nahrungs- und Küchenabfälle nicht nur in die schwarze Tonne werfen oder kompostieren, sondern auch am Bauhof entsorgen. Die Einführung einer Bioabfall-Tonne möchte die Gemeinde aber vermeiden.

Schalksmühle - „Wieder ein Gesetz, was für uns überflüssig ist“, fasste Heide Bachmann (UWG) am Montag im Hauptausschuss ihren Ärger über das bundesweite Kreislaufwirtschaftsgesetz zusammen. Denn der Gesetzesparagraf 11 regelt verpflichtend, dass Bio-Abfälle in den Kommunen ab Januar 2015 getrennt zu sammeln sind. Das stieß bei den Politikern auf wenig Gegenliebe.

Von Alisa Kannapin

Für die Schalksmühler Bürger bedeutet das, dass sie künftig nicht nur Gartenabfälle wie Unkraut oder Rasenschnitt am Bauhof entsorgen können, sondern auch Nahrungs- und Küchenabfälle wie Kartoffelscheiben oder Eierschalen. Diese in einem zentralen Sammelbehälter eingeworfenen Abfälle lässt der Märkische Kreis im Anschluss abholen und entsorgen.

Bei diesem Biomüll-Bringsystem liegt der Fokus auf dem Wort „können“. Denn die Bürger können selbst entscheiden, ob sie ihre Nahrungs- und Küchenabfälle entweder selbst kompostieren, in die schwarze Restmülltonne oder beim Bauhof in den Sammelbehälter werfen.

Konkret ist es aber im Interesse des Märkischen Kreises, dass die Bürger weiterhin die schwarzen Mülltonnen auch mit den Bioabfällen füllen. So kann sichergestellt werden, dass die im Kreisgebiet gesammelte Müllmenge konstant bleibt und die Auslastung des Müllheizkraftwerkes in Iserlohn erreicht wird.

Denn wenn die Auslastung sinkt, müsste der Märkische Kreis die Gebühren für die kreisangehörigen Städte und Gemeinden erhöhen.

Die jährlichen Kosten für das neue Bringsystem in Höhe von rund 3000 Euro wirken sich hingegen laut Verwaltung für die Bürger mit Cent-Beträgen finanziell kaum nachteilig aus.

Bürgermeister Schönenberg bezeichnete das Bringsystem als Übergangslösung. Denn wie der Sitzungsvorlage zu entnehmen ist, muss nun abgewartet werden, inwieweit sich die Erfassung der Bioabfälle im Bringsystem mit den Zielen der rot-grünen Landesregierung deckt. Der Koalitionsvertrag sieht nämlich vor, einen neuen ökologischen Abfallwirtschaftsplan aufzustellen. Die dafür vom Umweltministerium „mehr als ambitionierten Erfassungsquoten“ könnten vermutlich nur über die Müllsammlung in braunen Tonnen erreicht werden.

Künftig wie in Lüdenscheid braune Bio-Tonnen einzuführen, ist jedoch auch nicht im Interesse der Gemeinde, wie Bürgermeister Jörg Schönenberg in der Sitzung des Hauptausschusses klarstellte. Zum einen ließe sich die Einführung eines Holsystems der braunen Tonnen nicht mehr bis zum Jahreswechsel umsetzen. Und zum anderen würde das für einen Vier-Personen-Haushalt Mehrkosten in Höhe von rund 60 Euro im Jahr bedeuten.

Die Mitglieder des Ausschusses einigten sich letztlich eher widerwillig einstimmig darauf, dem Rat die Einführung des Bringsystems und die dadurch nötige Änderung der Satzung zur Abfallbeseitigung zu empfehlen.

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