Neun Eingangsklassen

Schulträger stößt an seine Grenzen: Kein Platz in Grundschule Spormecke

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Mit vollen Klassenzimmern müssen die neuen Schalksmühler Schüler zum kommenden Schuljahr vor allem an der Grundschule Spormecke rechnen.

Schalksmühle - Für das kommende Schuljahr 2019/20 sind in der Gemeinde laut Melderegister 98 Kinder schulpflichtig. Erfahrungsgemäß ist eine Anmeldezahl von 96 Schulanfängern eine realistische Rechengröße. so die Verwaltung. Nach vielen Beratungsstunden können die Verantwortlichen vermelden, dass kein Schalksmühler Kind an seiner Wunschschule abgelehnt wurde.

Allerdings stellt das die Gemeinde vor eine große Herausforderung. Insgesamt sollen zum neuen Schuljahr neun Eingangsklassen an der Grundschule Spormecke (2) und an der Primusschule (7) gebildet werden. Damit stößt der Schulträger allerdings auch an seine Kapazitätsgrenzen. Zum einen ist gesetzlich festgelegt, dass nicht mehr als neun Klassen gebildet werden können. Der sogenannte Klassenrichtwert – teilt man die voraussichtliche Schülerzahl von insgesamt 207 (111 + 96) durch 23 ergibt sich ein Wert von genau 9 – darf nicht überschritten werden. Zudem gibt es im kommenden Jahr an der GS Spormecke nicht genügend Klassenräume, um allen Schülern einen Lernort zu geben. 

Die Gemeinde ist nun gefordert. „Eine Containerlösung ist nicht vorgesehen“, betont Bürgermeister Jörg Schönenberg in der Sitzung des Ausschusses für Kinder, Jugend und Schule am Mittwoch. Das Problem müsse innerhalb des Gebäudes in Heedfeld geregelt werden. So werden im Haushalt der Gemeinde für 2019 und 2020 jeweils 300 000 Euro für den offenen Ganztag bereitgestellt. So soll es möglich sein, dass dieser Platz für einen weiteren Klassenraum genutzt werden kann. 

"Kein Keil zwischen Schule und Verwaltung"

Ralf Gensmann, Leiter der Grundschule, ist mit der Situation unzufrieden. „Es gibt viele Unklarheiten, da sich einige Dinge erst in den letzten Tagen ergeben haben und nicht auf der Tagesordnung stehen.“ Es solle aber kein Keil zwischen Schule und Verwaltung getrieben werden. Die offenen Fragen, etwa der Platzmangel, müssten aber dringend angegangen werden. 

Anwesend während der Sitzung waren auch zahlreiche Eltern der zukünftigen Grundschüler. Unter anderem waren sie unzufrieden über die Klassengröße. Ausgehend von der rechnerisch möglichen Maximalbelegung von 60 Schalksmühler Kindern in der Primusschule würden immer noch 36 Kinder für die GS Spormecke verbleiben. Diese Größenordnung erfordert also definitiv die Bildung von zwei Eingangsklassen mit maximal 56 Schülern in der Grundschule Spormecke, um den Gesamtbedarf von Schalksmühle abdecken zu können, so die Verwaltung. Das bedeutet, dass in den Klassen rund 30 Schüler sitzen werden. Und sie können noch größer werden, wenn es viele Wiederholer gibt. Ralf Gensmann: „Ich habe aber kein Bestreben, die Grundschule dreizügig zu machen. 

Eltern pochen auf Schulausbau

Die Eltern pochten auf einen Ausbau der Schule in Heedfeld. So einfach lasse sich das aber nicht bewerkstelligen, antworteten der Bürgermeister und Anja Wolf, Leiterin des Fachbereichs Schule. Der Ausbau des Ganztagsbetrieb soll in zwei Jahren laufen. Es müsse aber unter anderem der Brandschutz und die Konjunktur der Handwerker betrachtet werden, so der Verwaltungschef. Auch stehe das Schulgebäude unter Denkmalschutz. „Im Sommer haben wir ein Konzept erstellt. Das muss jetzt qualifiziert werden, um Raum schaffen zu können.“ 

Außerdem rechnet die Verwaltung für das übernächste Schuljahr 2020/21 nach den aktuellen Zahlen des Melderegisters mit nur 76 Kindern, die schulpflichtig werden. In Fortschreibung der obigen Berechnung ergebe sich nur ein Bedarf von insgesamt acht Eingangsklassen für die Gemeinde Schalksmühle. Über die Verteilung von neun Klassen wird der Rat unter Berücksichtigung der baulichen Rahmenbedingungen sowie pädagogischer und schulorganisatorischer Argumentationen entscheiden. Der Ausschuss fasste bereits eine einstimmige Beschlussempfehlung.

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