Lieber sauerländisch zu Weihnachten

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Ivan Koschanov bereitet den Bewohner des Seniorenparks Reeswinkel jeden Tag frische Gerichte zu. Zum Weihnachtsfest wünschen sich viele etwas Traditionelles.

Schalksmühle - Essen spielt im Leben älterer Menschen eine große Rolle. Gerade für die Bewohner in den Seniorenzentren Reeswinkel und Muhle ist das tägliche Menü ein wichtiges Gesprächsthema - besonders an Weihnachten.

Zu den Feiertagen ist vielen eine traditionelle Küche wichtig. Sie weckt Erinnerungen an vergangene Tage. In beiden Häuser gilt die Devise: „Lieber sauerländisch als exotisch“. Das heißt, dass die Bewohner täglich bodenständige Kost auf den Teller bekommen möchten. „Sie wollen einfach die klassische Hausmannskost“, erklärt Ivan Koschanov, seit Anfang Dezember Koch im Seniorenpark Reeswinkel. „Wir haben schon vieles andere probiert. Aber Gerichte wie Filet oder Ragout fin mit Königspastete kamen nicht so gut an“, weiß Rita Rüsemann, die seit vier Jahren im Seniorenhaus Muhle in der Küche arbeitet. 

Rita Rüsemann (links) und Tanja Mildner wissen, wie sie die Bewohner in Seniorenhaus Muhle kulinarisch verwöhnen können.

Doch was möchten die Bewohner dann gerade zu Weihnachten essen? Diese Frage haben sich die Verantwortlichen der beiden Häuser gestellt. Die Antwort ist so einfach, und auch lecker: Kartoffelsalat mit Bockwürstchen. „Wir erreichen mit ausgefallenen Gerichten nicht alle Leute. Es ist schwierig die Geschmäcker alle zu treffen. Wir sind da in einem Zwiespalt. Doch traditionelles Essen passt eigentlich immer, was man an dem Wunsch der Bewohner zu Heiligabend sieht“, sagt Steffen Mischnick, Leiter des Seniorenparks. „Bisher sind alle damit zufrieden“, ergänzt Koch Koschanov. 

Auch im Seniorenhaus steht das Gericht hoch im Kurs. „Das wurde einstimmig angenommen“, sagt Tanja Mildner, die dort bereits 18 Jahre lang für die Verpflegung der Bewohner zuständig ist. „Die alten Gerichte sind typisch für unsere Bewohner. Ob Sauerbraten, Himmel und Erde oder Leber und Grünkohl. Diese Essen wecken Erinnerungen an die Kindheit.“ 

Bald Nutella und Pizza 

Mildner und ihre Kollegin gehen davon aus, dass das die letzte Generation ist, die sich so ein Essen wünschen. Rüsemann: „Danach gibt es morgens Nutella und abends Pizza vom Lieferdienst.“ An den Feiertagen wird in beiden Häusern ordentlich aufgetischt. Im Seniorenpark gibt es erst Rinderrouladen nach Hausfrauen-Art mit Apfelrotkohl und Kartoffeln und tags darauf Wildgulasch mit Preiselbeer-Sahnesoße, Rosenkohl und Kartoffelknödeln. Im Seniorenhaus wird es Gänsebrust mit Orangensoße und Kartoffelklößen und Rotkohl sowie Kirschgulasch mit Birne/Preiselbeer und Spätzle geben. „Für die Bewohner, die nicht mehr so gut kauen können, bereiten wir Püree mit Soße und passiertem Fleisch zu“, erklärt Rüsemann. 

Tamara Schilke arbeitet seit 15 Jahren in der Küche des Seniorenparks. Sie kennt die Geschmäcker der Bewohner ganz genau.

Wie wichtig den älteren Menschen das Essen ist, das wissen Rüsemann und Mildner. „Die Bewohner sitzen schon eine Dreiviertelstunde vor dem Essen am Tisch.“ Das Essen bringe die Menschen auf andere Gedanken. Vor allem an den Festtagen, wenn die Familie nicht da ist, ist es für die Bewohner nicht einfach, berichtet Mischnick aus seinem Haus. Deshalb versuche man, den Leuten ein volles Programm zu bieten. Dazu gehört auch, dass die, die noch mobil sind, etwa beim Plätzchenbacken mitmachen. „Wir versuchen eine schöne Atmosphäre zu schaffen“, sagt Koschanov.

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