Schriftstellerin Rosemarie Lichte schlägt großen Bogen

SCHALKSMÜHLE ▪ Den Bogen von St. Louis in Amerika nach Schalksmühle schlagen, eine bewegte Familiengeschichte vor historischem Hintergrund erzählen – das alles schafft die über die Grenzen der Volmegemeinde hinaus bekannte Schriftstellerin Rosemarie Lichte in ihrem neuesten Werk „Laura aus Amerika“.

Zu Grunde liegt dem Buch die Familiengeschichte der 57-jährigen Autorin, die um einige fiktive Elemente ergänzt wird. Ausgangspunkt ist die Suche einer Frau namens Beate, die im Internet auf den Spuren ihrer Urgroßmutter Laura wandelt. Vor allem bei dieser Figur werden die Parallelen zu Rosemarie Lichtes Leben deutlich, denn Beate kam im März 1954 zur Welt – genau wie die Autorin.

Lauras Eltern wanderten vor ihrer Geburt nach Amerika aus, treten allerdings auf Grund der wirtschaftlichen Lage, als Laura 15 Jahre alt ist, die Rückreise nach Deutschland an. Die junge Frau muss im Laufe ihres Lebens mehrere Rückschläge erleiden und bekommt unter anderem ein uneheliches Kind, das aber bei seinen Großeltern aufwächst – in dem Glauben, dies seien seine wahren Eltern.

Lichte erzählt die oft tragischen, von Krankheit und Verlust geprägten Schicksale verschiedener Einzelpersonen, deren Lebenswege sich kreuzen und wieder trennen. Immer wieder erwähnt sie historische Ereignisse aus den Bereichen Wirtschaft, Politik und auch Literatur, die die Handlung der Romanfiguren in einen Zusammenhang mit der Weltgeschichte stellt. Außerdem springt die Schriftstellerin zwischen den Zeitebenen hin und her und kehrt immer wieder zu Beate und ihrer Suche zurück. Diese lässt sich von einem Ehepaar, das Ahnenforschung betreibt, unterstützen und erfährt so mehr über ihre familiären Hintergründe.

Lauras Tochter Elly heiratet schließlich Walter, der zu dem Zeitpunkt in Schalksmühle lebt. Er spezialisiert sich schließlich auf Fotografien der Volmegemeinde und der Umgebung, die er und seine Frau als Postkarten verkaufen. Auch hier werden die autobiografischen Züge deutlich: Rosemarie Lichtes Großmutter hieß tatsächlich auch Elly und ihr Mann war der bekannte Fotograf Max Kettling.

Eine der Töchter von Walter und Elly bringt schließlich die kleine Beate zur Welt, die sich in späteren Jahren dann vornimmt, „die ganze Geschichte von Laura einmal aufzuschreiben, um Laura nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.“

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