Amtsgericht

Bewährungsstrafe für Schalksmühler ohne gültigen Führerschein

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„Ich habe nicht gewusst, dass ich nicht fahren durfte“, erklärte ein Angeklagter in dieser Woche im Amtsgericht Lüdenscheid. Der 24-Jährige musste sich wegen gleich zweier Fahrten ohne Fahrerlaubnis verantworten.

Am 14. April befuhr der Mann gegen 13 Uhr die Volmestraße in Schalksmühle. Polizeibeamte stoppten den Wagen und kontrollierten die Papiere. Der Angeklagte überreichte einen Zettel in nicht deutscher Sprache. Wie sich herausstellte, handelte es sich dabei um einen Führerschein aus Serbien. „Der war nicht einmal übersetzt, weshalb er im Ausland nicht gültig ist“, erklärte ein Polizist im Zeugenstand.

Weitere Ermittlungen ergaben, dass es sich zudem noch nicht einmal um einen endgültigen Führerschein, sondern einen auf Probe handelte. Die Beamten machten dem Schalksmühler klar, dass er sich damit nicht auf Straßen in Deutschland bewegen dürfe. Die mahnenden Worte hatte der 24-Jährige offenbar schnell vergessen. Denn: Nur vier Tage später begab er sich abermals mit einem Auto auf Tour. Wieder auf der Volmestraße. Wieder wurde er angehalten.

Sein Verhalten brachte dem dreifachen Vater schließlich einen Platz auf der Anklagebank ein. Dort gab er die Tat sofort zu: „Ich bin schuld.“ Mehrfach entschuldigte er sich. Doch die Erklärung, er habe nicht gewusst, dass der Führerschein in Deutschland ungültig war, nahmen ihm Richter und Vertreter der Staatsanwaltschaft nur teilweise ab.

Beim ersten Mal, so der Vorsitzende, hätte es noch sein können. Allerdings hätte sich der Fahrer über die Gültigkeit erkundigen müssen. Für diesen Fall ging das Gericht von einer fahrlässigen Straftatbegehung aus. Beim zweiten Mal habe der Angeklagte aber gewusst, was los ist, weshalb er diesbezüglich vorsätzlich gehandelt habe.

Bereits neun Vorstrafen

Um einen unbescholtenen Bürger handelt es sich bei dem Schalksmühler übrigens nicht. Neun Vorstrafen, unter anderem wegen Diebstahls, Schwarzfahrens und auch wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, brachte der Mann zum Prozess mit. Dementsprechend fiel das Urteil aus: fünf Monate Haft auf Bewährung und drei Monate Fahrverbot. Als Bewährungsauflage muss der 24-Jährige 150 Stunden gemeinnütziger Arbeit ableisten.

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