Blick hinter die Kulissen

Schwimmhalle Löh: Großer Aufwand abseits des Beckenrandes

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Der Job als Schwimmmeister in der Schwimmhalle Löh umfasst für Klaus Heuckelbach mehr, als nur am Beckenrand stehen. Er ist quasi auch Chemiker, Anlagenmechaniker und Hausmeister.

Schalksmühle - „Wenn der Schwimmmeister selbst ins Wasser geht, dann ist das Bad auch sauber“, sagt Klaus Heuckelbach, Fachkraft für Bäderbetriebe in der Schwimmhalle Löh.

Wie viel Arbeit in der Instandhaltung des Bades steckt, zeigt ein Blick hinter die Kulissen im Gebäude am Löh. Im Zuge des Baubooms der 1970er-Jahre, bei dem zahlreiche Schulen mit angrenzender Sporthalle und Schwimmbad gebaut wurden, entstand auch der Schalksmühler Betrieb. Seitdem erfreue sich die Einrichtung bei Jung und Alt großer Beliebtheit, sagt Klaus Heuckelbach. „Wir haben hier ein gemischtes Publikum. Das ist aber auch wetterabhängig. Wir sind eigentlich in allen Altersklassen – und auch was die Vereinstätigkeiten sowie das Schulschwimmen angeht – gut aufgestellt.“ 

Früher seien zwar mehr Menschen aus der Umgebung gekommen, der Schwimmmeister ist dennoch mit der Auslastung zufrieden. „Im Jahresschnitt haben wir in 2018 rund 12 000 Besucher das 16 Meter lange Lehrschwimmbecken genutzt“, sagt Nektarios Stefanidis, Sachgebietsleiter bei der Gemeinde, zuständig für Hallen- und Sportplatzbelegung.

Die Schwimmhalle Löh von außen.

 Die Zahl setze sich aus normalen Besuchern, Schwimmkurs-Teilnehmern und Schülern zusammen. „Die Zahlen schwanken. Mit dem Ausbau der Primusschule könnten sie aber in den kommenden Jahren steigen.“ 

Schwimmhalle ist in einem guten Zustand

Bis heute sei die Schwimmhalle in einem guten Zustand. Das Alter sehe man ihr nicht an. Nach der Komplett-Sanierung zwischen 1993 und 1995 werde die Substanz kontinuierlich aufrecht erhalten. Einmal im Jahr, immer in den Sommerferien, wird das komplette Wasser aus dem Becken (rund 260 Kubikmeter) gelassen. Während Fachfirmen größere Maßnahmen durchführen, ist für Klaus Heuckelbach und zwei Mitarbeiterinnen „richtig Handarbeit“ angesagt. Die Fliesen des Beckens werden geschrubbt, die Überlaufrinne muss gereinigt werden. 

Öl, Salzsäure und Chlorbleichlauge

Zwar ist das Bad sehr wartungsintensiv, aber es lohne sich trotzdem, findet Klaus Heuckelbach. Die Aufgaben des Schwimmmeisters umfassen nicht nur die Aufsicht der Badegäste. Abseits des Beckenrandes ist er auch Chemiker, Anlagenmechaniker und Hausmeister. 

Viel Technik versteckt sich im Untergeschoss der Schwimmhalle, vom eigenen Blockheizkraftwerk über den Anschwemmfilter bis zur Hydraulikpumpe für den Hubboden.

Regelmäßig muss das Hydrauliköl des Hubbodens gewechselt werden. „Der Schmierstoff muss lebensmittelecht sein, da er bei einem eventuellen Austritt das Wasser verunreinigen könnte.“ Mit der Vorrichtung lässt sich die Wassertiefe variieren – zwischen 30 bis 180 Zentimeter innerhalb von zwei Minuten. Auch die Filter der sogenannten Anschwemmanlage, die insgesamt eine Fläche von 28 Quadratmetern haben, müssen regelmäßig gereinigt werden. 

Kontrolle der Wasserqualität

Die Kontrolle der Wasserqualität untersteht strengen Regeln und einer turnusmäßigen mikrobiologischen Überprüfung durch die Stadtwerke Lüdenscheid und gehört ebenfalls zu Klaus Heuckelbachs Berufsalltag. Gefährlich wird es für ihn dann, wenn er Chlorbleichlauge oder 30-prozentige Salzsäure verwenden muss, um das Wasser zu reinigen. „Seifenreste und dergleichen schafft die Aktivkohle in den Filtern. Pipi bekommt man nur mit Chlor aus dem Wasser.“ Ansonsten werden in dem Bad keine weiteren Chemikalien verwendet.

 Knifflig wird es für den Schwimmmeister, wenn es um den pH-Wert des Wassers geht. „Normales Trinkwasser hat einen Wert von acht. Das Beckenwasser muss zwischen 6,8 und 7,2 liegen.“ 

„Arbeitstier“ und „Kraftpaket“ 

Ein wahres „Arbeitstier“ ist die Umwälzpumpe, sie läuft immer, 365 Tage im Jahr. Ein „Kraftpaket“ ist das eigene Blockheizkraftwerk, das neben der Schwimmhalle auch die Primusschule und die Sporthalle mit Wärme versorgt. Ein Heizkessel läuft ständig, ein zweiter wird im Winter zugeschaltet. „Wegen kalten Wassers mussten wir das Bad noch nie schließen“, sagt Nektarios Stefanidis. Für die kleine Gemeinde würden sich die Kosten für den Betrieb des Bads insgesamt in Grenzen halten. Im Haushaltsplan 2019 der Verwaltung sind 15 000 Euro für die sogenannte bauliche Unterhaltung der Schwimmhalle vorgesehen. Große Sanierungsmaßnahmen stehen in diesem Jahr nicht an.

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