Kino, das lange nachwirkt

300 Besucher beim Open-Air-Kino auf dem Rathausplatz in Schalksmühle

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Der brandneue Film, der erst im April im Kino lief, lockte rund 300 Besucher auf den Rathausplatz.

Schalksmühle - Unter freiem Himmel erlebten Schalksmühler und Auswärtige am Freitag auf dem Rathausplatz Kintopp, das lange nachwirkte.

Sogar aus Bochum reisten Filmliebhaber an, um beim zweiten Open-Air-Kinoabend dieses Sommers den Film „Der Fall Collini“ mit Elyas M’Barek, Heiner Lauterbach und Franco Nero in den Hauptrollen zu sehen. Mit dem Polit-Thriller von Marco Kreuzpaintner, der auf der Verfilmung des Romans „Der Fall Collini“ von Ferdinand von Schirach basiert, präsentierte die Gemeinde in Kooperation mit dem Filmriss Theater Hagen einen packenden, erschütternden Film, der noch vor Kurzem im Kino zu sehen war.

Mucksmäuschenstill war es während der Vorführung. Nach einem Moment betretenen Schweigens, in dem die rund 300 Besucher das Gesehene sacken ließen, zollten die Besucher dem Film applaudierend Anerkennung und Respekt. In entspannter Atmosphäre, bei kühlen Getränken, Popcorn und Herzhaftem vom Grill genossen die Besucher mit Familie, Nachbarn, Freunden und Bekannten Kintopp zum Nulltarif. Viele „Wiederholungstäter“, aber auch neue Gesichter waren bei der Erfolgsveranstaltung zu sehen.

Manche brachten sich vorsorglich Klappstühle oder Decken mit, um für alle Fälle gerüstet zu sein. Dass das Wetter mitspielte, freute sowohl Besucher als auch Veranstalter. Für die Bewirtung sorgten die heimischen Vereine: Am Stand des Hegerings Schalksmühle-Hülscheid konnten sich hungrige Gäste mit Wildwurst und Gin Tonic versorgen. Der Getränkeausschank war bei der Rettungshundestaffel Märkischer Kreis in besten Händen. Fritten brutzelte der Kleingartenverein Rotthausen.

Open-Air-Kino auf dem Rathausplatz

Auch Steaks und Kartoffelsalat hatten die Kleingärtner im Angebot. Kinofeeling kam am Stand des Jugendzentrums auf, wo sich die Besucher mit Popcorn und Slush-Eis eindecken konnten. Wer eher auf Fruchtiges stand, ging in Konnis Obst und Gemüselädchen, wo es Erdbeerbowle und Erdbeeren mit Sahne zum Schlemmen gab. So heiter und zwanglos das Drumherum war, so ernst und spannend ging es anschließend auf der Leinwand zu.

Die Ausgangssituation: die Ermordung des angesehenen Unternehmers Jean-Baptiste Meyer alias Hans Meyer durch den Italiener Fabrizio Collini (Franco Nero), der beharrlich zu seinen Motiven schwieg. Als Junganwalt nahm Elyas M’Barek in der Rolle des Caspar Leinen dessen Pflichtverteidigung an. Sein Gegenspieler: Heiner Lauterbach als Star-Anwalt Richard Mattinger. Zusätzliche Spannung erhielt der Film durch die Tatsache, dass der Ermordete für Leinen eine Art Ersatzvater war. Puzzleteil für Puzzleteil fügte sich das Bild einer schrecklichen Wahrheit zusammen.

Im eigenen Klapp- oder Liegestuhl machten es sich einige Kinobesucher bequem.

Der angesehene Unternehmer: in Wirklichkeit ein Nazi-Verbrecher übelster Sorte, der niemals für seine Verbrechen zur Rechenschaft gezogen worden war. Collini: der Sohn eines 1944 auf Befehl des SS-Offiziers Hans Meyer willkürlich Ermordeten, der unschuldig im Zuge einer Vergeltungsmaßnahme für ein Attentat von Partisanen hingerichtet worden war. Als Kind musste Collini – von Meyer gezwungen – dem Strafgericht an seinem Vater und anderen Dorfbewohnern zusehen. Was er wollte, war Gerechtigkeit.

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