Lesung: Alltägliche Situationen ins Absurde verkehrt

Jan Weiler wurde vor allem durch die Verfilmung seines Buches „Maria ihm schmeckt’s nicht“ bekannt. Das Drehbuch für den Kinofilm schrieb er selbst.

SCHALKSMÜHLE ▪ Ein Bestsellerautor wird Freitag im Pädagogischen Zentrum Löh lesen. Jan Weiler, Autor von „Maria ihm schmeckt’s nicht“, präsentiert Auszüge aus seinem neuen Buch „Mein neues Leben als Mensch“.

Ebenso wie bei seinem Werk „Mein Leben als Mensch“ handelt es sich bei dem im September 2011 erschienenen Buch um eine Sammlung von Kolumnen. Zwei Jahre sind seit dem ersten Band vergangen und seitdem sind wöchentlich neue Folgen in der Welt am Sonntag erschienen.

Bekannt ist Weiler für sein Können alltägliche, eigentlich vertraute Situationen komisch zu schildern. Diese führt er beinahe ins Absurde um sie dann in einer Pointensalve zu entladen, eine der Spezialitäten Weilers. Auch in seiner neuen Sammlung von Kolumnen bleibt Jan Weiler seinem Mikrokosmos treu: Und so können Leser von einer vollständig aus dem Ruder laufenden Minigolfpartie mit Sohn Nick und Schwiegervater Antonio lesen, die Abenteuer der adipösen Hamsterdame Gimliverfolgen und angesichts krümelnder Mixer und explodierender Eier ins Staunen geraten. Kritiker lobten Weiler für seinen Stil, den er konsequent fortführe und dafür, dass er trotzdem immer wieder neue komische Situationen schaffe.

In der Kolumne „Mein Leben als Mensch“ persifliert Weiler sein alltägliches Leben. In diesem Leben spielt regelmäßig ein italienischer Gastarbeiter namens Antonio Marcipane eine große Rolle, dazu zwei Kinder und eine bezaubernde Frau. Weiterhin handelt die Serie von den täglichen Schwierigkeiten, denen Menschen im Leben ausgesetzt sind, von ihren Schwächen und Stärken, vom Rasenmähen, Fernsehen, Reisen, Essen und Schlafen. Außerdem würden Politiker, Nachbarn und Lehrer vorkommen, dazu noch eine ganze Reihe von Pflanzen und Tieren.

Laut Weiler könne sich jeder Zuhörer in den beschriebenen Szenen wiedererkennen. So ist der große Erfolg der Reihe für Weiler auch kein Wunder. Immer wieder sei er gefragt worden, ob es nicht möglich sei, die Kolumnen zu abonnieren und nach Hause geschickt zu bekommen. Diesen Wunsch hat er seinen Lesern erfüllt und die Kolumnen in Buchform veröffentlicht.

Jan Weiler wurde 1967 in Düsseldorf geboren und arbeitete zunächst als Texter in der Werbung. Nach dem Besuch der Deutschen Journalistenschule begann er beim Süddeutsche Zeitung Magazin, wo er elf Jahre in unterschiedlichen Funktionen arbeitete, die letzten fünf Jahre als Chefredakteur.

Seit 2005 ist er freier Schriftsteller. Er verfasst vor allem Romane, Kolumnen, Hörspiele und Drehbücher und tritt als Sprecher auf seinen CDs und als Vorleser auf Tourneen durch ganz Deutschland in Erscheinung. Sein bisher bekanntestes Buch, „Maria ihm schmeckt’s nicht“ wurde 2009 verfilmt. Das Drehbuch schrieb Weiler selbst.

Die Lesung im Pädagogischen Zentrum ist eine gemeinsame Veranstaltung der Gemeinde Schalksmühle und der Katholischen Bücherei Schalksmühle. Beginn ist um 20 Uhr. Eintrittskarten zum Preis von zwölf Euro, ermäßigt neun oder sechs Euro, sind im Bürgerbüro der Gemeinde erhältlich.

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