Bester Schutz vor Einbrechern

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An der Terrassentür zeigt Kriminalhauptkommissar Michael Schneider, wo die Tür aufgehobelt wurde.

Schalksmühle - Mit dem früheren Einbruch der Dunkelheit steigt derzeit auch das Risiko eines Beutezuges. Um ihre Häuser zu sichern, sind Bürger auf die Hilfe von Polizei oder Dienstleistern angewiesen. In Schalksmühle führten am Montag die Kriminalhauptkommissare Michael Hufnagel und Michael Schneider ein Beratungsgespräch bei einem Ehepaar durch, bei dem erst vor zwei Wochen eingebrochen wurde.

Von Alisa Kannapin

Der Schock über den Einbruch sitzt dem Ehepaar – das anonym bleiben möchte – noch in den Knochen und der Wunsch, jetzt an Fenstern und Türen nachzurüsten, ist groß.

Bei dem Einbruch wurden dem Paar Geld, Schmuck und Uhren im Wert von rund 3000 Euro gestohlen. „Die Einbrecher haben im Arbeitszimmer alle Schranktüren aufgerissen und richtig gesucht. Auch im Esszimmer waren sie zugange, aber wahrscheinlich haben wir sie dabei gestört, als wir nach Hause kamen“, berichtete die Eigentümerin des Hauses. Der oder die Täter flüchteten offenbar nicht über die Straße, sondern über den Hang hinterm Haus. „Dort haben wir nämlich im Gebüsch eine leere Dose gefunden, in der wir Geld aufbewahrt hatten.“

Die Beratung der Polizei beginnt jeweils an dem Ausgangspunkt eines jeden Einbrechers: Auf der Straße vor dem Wohnhaus, von der aus das Gebäude und mögliche Stellen, wo eingestiegen werden kann, erkennbar sind. „Viele Betroffene fragen sich: ‘Warum gerade ich?’ In welches Haus die Täter aber letztlich einbrechen, wird spontan entschieden. Das hängt in den meisten Fällen nur davon ab, ob sich jemand im Haus aufhält und ob mögliche Einstiegsstellen gut einsehbar sind oder nicht “, sagte Polizist Michael Schneider vom Kommissariat Kriminalprävention/Opferschutz. Die Täter hätten zwar gewisse Wohngebiete im Blick, doch die Wahl des Zielobjekts falle innerhalb von Sekunden.

Mechanische Sicherung die beste Methode

Im Falle des betroffenen Ehepaars spielte sich der Einbruch in den Abendstunden ab. „Wir waren etwa von 19 bis 23.30 Uhr nicht zu Hause. Und gerade an diesem Abend haben wir auch kein Licht im Haus angelassen, was wir normalerweise immer tun“, erzählte die Betroffene. Ein Licht anzulassen, um zu suggerieren, dass jemand im Haus ist, kann helfen, bestätigten die Polizisten. „Aber viele Täter lassen sich davon nicht austricksen“, schränkte Schneider ein.

Am Tatabend sind der oder die Täter um das Einfamilienhaus herumgegangen, um in das Gebäude zu gelangen. Dass dieser Bereich des Hauses von höher liegenden Wohnhäusern, die jedoch mehrere Meter entfernt sind, teilweise einsehbar ist, schreckte – erst recht in den Abendstunden – nicht ab. „Die Täter suchen sich in der Regel die Rückseite eines Hauses aus, um einzubrechen, weil das meistens die Bereiche sind, die am wenigsten einsehbar sind“, erklärte Michael Hufnagel. Die Bürger müssten grundsätzlich für sich selbst klären, inwieweit sie ihre Intimsphäre aufgeben und Bereiche des Hauses möglichst gut einsehbar machen wollen, damit Einbrecher nicht von Bäumen und Hecken geschützt agieren können.

Da die Einbrecher im Normalfall keine Leiter mit sich führen, um in obere Etagen einzubrechen, suchen sich die Täter für den Einstieg Fenster und Türen aus, die sie leicht erreichen können. „Damit nicht in die Kellerräume eingebrochen wird, empfehlen wir, die Gitter über den Kellerschächten so zu sichern, dass die Roste nicht angehoben werden können“, sagte Hufnagel.

Um in das Einfamilienhaus in Schalksmühle zu gelangen, wurde die Terrassentür aufgehebelt. „Das dauert in der Regel maximal 15 Sekunden, dann sind die drin“, sagte Michael Schneider. Beim Aufhebeln machen sich die Täter physikalische Kräfte zunutze und drücken Fenster oder Tür so auf, dass die im Rahmen verbauten Zapfen aufspringen.

Um sich künftig vor Einbrüchen zu schützen, ist es aber oftmals nicht notwendig, gleich neue Fenster oder Türen einzubauen. „Die Nachrüstung reicht oft bereits aus. Im Falle der Betroffenen empfehlen wir, beispielsweise die Rahmen mit Pilzkopfbeschlägen auszustatten, die sich mit dem Schließteil verzahnen, und in diesem Zuge abschließbare Griffe zu installieren. Die Griffe nützen aber nur in Kombination mit einem nachgerüsteten Beschlag“, erklärte Michael Schneider.

Des Weiteren biete sich die Installation eines auf den Rahmen aufgesetzten Fensterzusatzschlosses an. Das Umrüsten einer Tür koste je nach Methode rund 350 Euro, bei einem Fenster liege der Kostenpunkt bei rund 250 Euro.

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