„Beste Freunde“ angeleint und an der A 45 ausgesetzt

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Anna-Lena Pieper, die Leiterin des Tierheims Dornbusch in Altenhülscheid, und Manfred Hardy, der Vorsitzende des Tierschutzvereins Lüdenscheid und Umgebung, mit den beiden jüngsten Neuzugängen: Die Yorkshire-Terrier sind gestern ausgesetzt und angeleint an der Autobahnauffahrt Lüdenscheid-Nord gefunden worden. ▪

SCHALKSMÜHLE ▪ Die Ferienzeit ist nicht für jeden entspannt und sorgenfrei – im Gegenteil: Haustiere, die sich bis zum Urlaubsbeginn im Glauben wähnten, die besten Freunde ihrer Herrchen und Frauchen zu sein, finden sich unversehens ausgesetzt an Autobahnauffahrten und auf Rastplätzen wieder.

So ging es zum Beispiel zwei Yorkshire-Terriern, die gestern erst ins Tierheim Dornbusch kamen. Sie wurden morgens angeleint an der Autobahnauffahrt Lüdenscheid-Nord gefunden. „Das passt zwar jetzt gerade mit den Sommerferien zusammen, aber eine besondere Steigerung bei der Zahl der Fundtiere können wir nicht verzeichnen“, sagte Manfred Hardy. Hardy leitet den Tierschutzverein Lüdenscheid und Umgebung seit zwölf Jahren.

Ein Schäferhund-Mischlingswelpe, der jemandem „zugelaufen“ ist, gehört ebenfalls zu den jüngsten Neuzugängen des Tierheims Dornbusch, dass der Verein in Altenhülscheid unterhält. Bei Katzen sieht es ähnlich aus: Menschen lassen ihre Tiere ohne Skrupel im Stich: „In einem Karton am Straßenrand haben wir eine Katze mit vier Jungen gefunden“, berichtete Anna-Lena Pieper. Die gelernte Tierarzthelferin aus Sundern ist seit einem Jahr Leiterin des Tierheimes.

Pieper hat beim Blick auf die Zähne der beiden Yorkshire weitere Gründe für den herzlosen Umgang der ehemaligen Besitzer mit den Tieren erkannt: „Die sind beide schon älter und haben sehr schlechte Gebisse. Das deutet unter anderem auf falsche Ernährung hin. Einer hat ein Hüftleiden, er humpelt gelegentlich. Vor allem aber heißt das: Tierarztbesuche werden fällig. Behandlung und Medikamente kosten natürlich Geld.“ Diese Summe wollten die Besitzer für ihre einstigen Lieblinge dann wohl doch nicht mehr aufbringen und überließen sie lieber ihrem Schicksal. Solche kleinen Hunde kommen in private Pflegestellen, von dort aus wird auch die Vermittlung eingeleitet.

„Wir haben auch freiwillige, private Helfer, die sich um die Flaschenernährung junger Katzen kümmern. Das können wir hier im Tierheim nicht leisten“, sagte Hardy. Ohne Helfer – sei es bei der Pflege zu Hause oder beim Ausführen der Hunde – und vor allem ohne Spender sei der Betrieb des Tierheimes, in dem neben der Leiterin Anna-Lena Pieper noch drei weitere hauptamtliche Kräfte arbeiten, kaum möglich, sagte Hardy. Viel Elend bliebe den Tieren und viel Arbeit den Menschen erspart, könnten sich die Kommunen dazu durchringen, eine Verpflichtung zur Sterilisation freilaufender Katzen zu erlassen. Pieper und Hardy unterstützen diese schon seit längerem von den Tierschutzorganisationen vorgetragene Forderung.

Persönlich können sich Interessierte über die Arbeit des Tierschutzvereins und des Tierheimes beim Tag der offenen Tür informieren. Der ist für Sonntag, 5. September, auf dem Gelände des Tierheims Dornbusch geplant. Teilnehmen werden unter anderem die Imker aus Schalksmühle und ein Brügger Freundeskreis, der sich um Schmetterlinge und Kröten kümmert. ▪ bomi

Spenden für den Tierschutzverein Lüdenscheid und Umgebung bzw. für das Tierheim Dornbusch können auf das Konto mit der Nummer 7 84 85 bei der Sparkasse Lüdenscheid, Bankleitzahl 45 85 00 05, überwiesen werden.

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