Bestattungen in Corona-Zeiten

Särge online aussuchen - neue Weges des Abschiednehmens

Bestattungen Corona Weinberger Schalksmühle
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Urnen-Auswahl per Videoanruf: Ein Besuch im Bestattungshaus ist für die Angehörigen gar nicht nötig. Auf digitalem Weg können sie sich auf Sarg oder Urne und andere Dinge für die Bestattung festlegen. Romina Meier hilft dabei.

Corona spielt derzeit in fast jeder Lebenssituation eine wesentliche Rolle. Sei es beim Planen einer Hochzeit, eines Geburtstags oder einer Beerdigung. Trauerfeiern können nur auf Abstand im kleinen Kreis stattfinden und auch der Besuch beim Bestatter macht Angehörigen Sorgen.

Schalksmühle – Diese Erfahrungen macht das Bestattungshaus Weinberger in Schalksmühle. Angehörige, die zur Risikogruppe gehören, scheuen zum Beispiel das persönliche Gespräch in den aktuellen Corona-Zeiten. Dafür gibt es Alternativen, die für das Schalksmühler Team gut funktionieren.

Bei Weinberger Bestattungen sind Beratungsgespräche per Videoanruf möglich, auch wenn ein persönliches Gespräch vor Ort unter Einhaltung entsprechender Hygienemaßnahmen immer noch am üblichsten ist, wie die Verantwortlichen berichten. „Die Situation mit Corona hat uns viele neue Wege beschreiten lassen. Zusätzlich haben wir uns personell verstärkt und profitieren jetzt natürlich auch von den Erfahrungen der neuen Kollegen“, erklärt die fachgeprüfte Bestatterin Christine Weinberger-Heedfeld.

Aufstockung im Team

Neu im Team ist Mitarbeiterin Romina Meier. Die ausgebildete Bestattungsfachkraft sagt: „Trauergespräche können wir auf Wunsch der Angehörigen telefonisch oder sogar per Videoanruf führen. Das heißt, die Angehörigen sehen uns auf dem Bildschirm und können auf diesem Weg mit uns sprechen. Das kommt dann einem persönlichen Gespräch schon recht nahe, weil die Mimik und Gestik des Gegenübers zu sehen ist und das ist für viele Angehörige eine große Erleichterung, wenn sie aufgrund der aktuellen Lage den persönlichen Kontakt meiden können.“

Über das neue Online-Serviceportal können zusätzlich Särge oder Urnen ausgewählt werden. Ein Besuch im Bestattungshaus ist nicht zwingend nötig. „Wir hatten eine betagte Witwe, deren Enkel ihr geholfen hat bei der Auswahl des Sarges für den verstorbenen Ehemann. Die jungen Leute sind ja sehr fit, wenn es um digitale Medien geht. Der Enkel war froh, auf diese Weise eine Hilfe sein zu können“, berichtet Bestattermeister Sascha Bovensmann, der das Bestattungshaus Weinberger seit Januar als Geschäftsführer unterstützt und in seinem Bestattungsunternehmen in Schwerte bereits gute Erfahrungen mit dem Angebot gemacht hat.

Musik online auswählen

Etwa bei der Hälfte der Sterbefälle werde auch die Musik für die Trauerfeier bereits über das Serviceportal ausgesucht. Auch eigene Musik könne dort hochgeladen werden. „Wir hatten kürzlich eine Trauerfeier, bei der der Sohn des Verstorbenen ein Lied selbst eingesungen und hochgeladen hat. So wird eine Trauerfeier dann natürlich sehr persönlich und individuell“, sagt Romina Meier.

Das Team: Bestattermeister Sascha Bovensmann, fachgeprüfte Bestatterin Christine Weinberger-Heedfeld, Bestattungsfachkraft Romina Meier und Bestatter Klaus Bornefeld von Weinberger Bestattungen in Schalksmühle.

Auch Traueranzeigen und Danksagungen können die Angehörigen online gestalten – sei es mit Hilfe von Vorlagen oder mit frei formulierten Texten und Fotos. „Der Enkel eines Verstorbenen, der in Marburg wohnt, war sehr dankbar, dass er die Danksagungen bequem von zu Hause aussuchen konnte. Sonst hätte er dafür extra nochmal zu uns in Bestattungshaus fahren müssen“, erzählt Sascha Bovensmann.

Die Trauerfeier als Video

Auch Videoaufzeichnungen der Trauerfeier für Angehörige und Freunde, die wegen Corona die Trauerfeier nicht besuchen können, sind in Schalksmühle jetzt möglich. „Viele Angehörige waren sehr dankbar, diese Möglichkeit zu haben. Mir fällt da eine ältere Dame ein, die aufgrund ihres Alters bei der Trauerfeier des verstorbenen Bruders nicht anwesend sein konnte, und glücklich über das Video war, das wir ihr zur Verfügung gestellt haben. Die Dame rief mehrmals an, um sich zu bedanken, und meinte, sie habe das Video jetzt schon 20-mal angeschaut. Uns als Bestatter freut das natürlich, wenn wir auf diese Weise, gerade in der schwierigen aktuellen Situation, den Trauernden helfen können“, sagt Sascha Bovensmann.

„Bei einer unserer ersten Trauerfeiern, die wir mit Video aufgezeichnet haben, waren die Angehörigen so begeistert, dass sie uns gebeten haben, das Video auf die Webseite zu stellen, damit auch andere Angehörige sehen, dass es diese Möglichkeit gibt. Das Video werden wir in Kürze deshalb dort auch veröffentlichen“, ergänz Romina Meier.

Nichtsdestotrotz sehnt sich das Team von Weinberger Bestattungen die Zeit herbei, in der „unsere Beratungen wieder ohne Maske stattfinden und trauernde Angehörige per Umarmung getröstet werden können“.

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