Bestand groß und überaltert

SCHALKSMÜHLE ▪ Anlässlich des Hubertustages fand jetzt die traditionelle Treibjagd des Hegerings Schalksmühle-Hülscheid mit anschließendem Streckelegen rund um das „Haus Im Dahl“ statt. Der Hubertustag ist dem heiligen Hubertus, dem Schutzpatron der Jagd, gewidmet. Die Treibjagd, an der alle Reviere des Hegeringes teilnahmen, zog sich über den gesamten Tag hin und endete traditionell mit einem „Schüsseltreiben“ bei der Wirtsfamilie Kutsch in Dahlerbrück.

Im Rahmen seiner Ansprache an der ausgelegten Strecke ging Hegeringleiter Bernd-Josef Schmitt auf den Zustand beim Schwarz- und Rehwild in den Schalksmühler Revieren ein. „Wenn auch die Strecke des vergangenen Jagdjahres beim Schwarzwild mit etwas mehr als 60 Stück als recht anständig zu bezeichnen war, sollten wir die Entwicklung der Population dennoch sehr genau beobachten“, erklärte der Hegeringleiter. Denn die starke Mast bei vielen Baumarten werde zu guter Kondition sowie einem zahlenmäßigen Anstieg beim Schwarzwild führen. Einerseits, so Schmitt, schätzten zwar die Förster das Umwühlen der Humusschichten bei der Nahrungsaufnahme durch die Tiere, weil dadurch die Waldfrüchte in den fruchtbaren Boden eingearbeitet werden, andererseits mache das Schwarzwild jedoch von vielen Kirrungen (Ködern) keinen Gebrauch mehr, wodurch die Bejagung über Einzelansitze erschwert werde.

„Darüber hinaus muss erwähnt werden, dass größere Schäden im Mais in der zu Ende gehenden Vegetationsperiode ausgeblieben sind und das Verlangen der Sauen, zusätzliches tierisches Eiweiß aufzunehmen, zu Schäden beim noch vorhandenen Grünland führen kann“, so Schmitt.

Beim heimischen Rehwild fielen dagegen in Bezug auf das Wildbretgewicht ein nicht zu übersehender Anstieg sowie beim Aufbrechen klar zu erkennende Fettdepots auf. Dies sei unter anderem ein Resultat der Naturverjüngung im Zuge der Stürme der Jahre 2007 und 2008, die dafür gesorgt hätte, dass der Tisch für die Rehe reich gedeckt sei. Andererseits habe die Gehörntafel bei der letzten Hegeschau auffallend viel „Geraffel“, also minderwertige Gehörne, aufgewiesen.

„Als Gründe hierfür können sowohl eine zu hohe Wilddichte mit allen sich daraus ergebenden Folgen als auch eine gewisse Überalterung der Gesamtpopulation genannt werden“, erklärte Bernd Schmitt, der in diesem Zusammenhang eine Erfüllung der Pläne bei den Abschusszahlen für Rehwild allgemein sowie eine Überschreitung im zulässigen Maß beim weiblichen Rehwild anregte.

Die Strecke, die an diesem Abend von der Bläsergruppe des Hegeringes verblasen wurde, war bunt gemischt. Jäger Helmut Kostal erlegte eine Sau, ein weiteres Stück Schwarzwild wurde von einem Teilnehmer des Reviers Vieregge geschossen. Ferner überreichte der Hegeringsleiter den Erlegerbruch an Wilm Korspeter für einen Fuchs. Ein Hase lief dagegen Jens Kuhbier vor die Flinte.

Nach dem Streckelegen schloss sich das „Schüsseltreiben“, also das gemeinsame Abendessen nach der Jagd, im „Haus Im Dahl“ an.

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