Handgefertige Besonderheiten aus alten Holzfässern

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Jean-Pierre Wijnen hat sein Hobby zum Beruf gemacht und baut Dekorationsartikel aus alten, benutzten Whisky-, Wein- und Bierfässern. Mindestens 16 Arbeitsstunden investierte er in jedes einzelne Fass, dass er nach speziellen Kundenwünschen umbaut.

Schalksmühle - Außergewöhnliche Geschenkideen und künstlerische Dekoartikel gibt es seit 2013 an der Hälverstraße. Das Lüdenscheider Ehepaar Jean-Pierre Wijnen und Barbara Schöttler-Wijnen betreibt dort das Geschäft „Fassdeko“ und betreut Kunden im ganzen Bundesgebiet.

Alles begann mit einem Hobby, das Wijnen vor rund 13 Jahren aufnahm. Auf die Idee, aus alten Wein-, Bier- und Whiskyfässern Dekorationsartikel und Wasserspiele zu bauen, kam der gebürtige Belgier durch einen Freund. Dieser hatte im Vorgarten einen Pflanzkübel stehen, der aus einem alten Fass hergestellt war. „Das fanden meine Frau und ich beide toll. So etwas wollten wir auch haben, aber individuell gestaltet“, erklärt Jean-Pierre Wijnen. So begann er damit, eigene Werke herzustellen und sein Grundstück in Lüdenscheid zu dekorieren.

„Das war anfangs nur ein Hobby, bis immer mehr Leute zu mir kamen und fragten, woher ich die Sachen hätte. Als ich sagte, dass diese selbst gebaut sind, wollten die Leute sowas auch haben“, sagt Jean-Pierre Wijnen. Als die Anfragen immer mehr wurden, entschieden sich Wijnen, der damals als Versicherungskaufmann arbeitete, und seine Frau, das Hobby zum Beruf zu machen. 16 bis 18 Arbeitsstunden – je nach Größe und Aufwand der Arbeit – investiert Wijnen in ein Fass, das so Stück für Stück vom Transport- zum Dekorationsartikel wird. Beiz- oder Lackierarbeiten seien nicht mitgerechnet. Die kämen anschließend noch dazu.

Fässe über Freunde aus den Niederlanden

Über Freunde aus den Niederlanden bekommt er sein Arbeitsmaterial. „Die kaufen immer direkt einen ganzen Lkw voll Fässer.“ Pro Bestellung kaufe er den Bekannten dann etwa ein Dutzend Behältnisse in verschiedenen Größen ab, die er mit einem Anhänger selbst abholt. „Viele Fässer haben bereits eine weite Reise hinter sich. Zum Teil kommen die aus Spanien, Schottland oder den USA. Alle sind benutzt worden. Beim Öffnen der Fässer verbreitet sich immer ein intensiver Geruch von Whisky oder Bourbon. Dann habe ich in der Werkstatt eine richtige Aromatherapie“, sagt Wijnen und lacht.

Das einzige Manko sei, dass die Holzbehältnisse – fast alle ausschließlich aus Eichenholz – immer seltener und somit teurer werden. Mittlerweile koste ein einziges Fass dreimal so viel, als noch vor zehn Jahren. Einige davon, gerade mit seltenen Aufdrucken der amerikanischen oder schottischen Whisky-Destillerien seien sogar regelrechte Sammlerobjekte. „Deshalb sind die Arbeiten auch teurer geworden, aber die Kunden haben dafür Verständnis“, erzählt der Fasskünstler, der auf Wunsch auch individuelle Gurkentöpfe und Weinregale baut.

Bewusst kein Online-Versand

Wijnen und seine Frau haben zwar eine eigene Homepage – www.fassdeko.de – allerdings betreiben sie bewusst keinen Internet-Shop. „Die meisten Fässer und Holzarbeiten sind zu sperrig, um sie per Post zu versenden. Zudem wollen wir bei filigranen Artikeln nicht, dass diese durch den Transport beschädigt werden. Deshalb erfolgt der Verkauf in erster Linie hier an der Hälverstraße“, erklärt Barbara Wijnen-Schöttler.

„Uns ist es am liebsten, wenn die Leute bereits mit einer Grundidee, auch gerne mit Bildern oder Zeichnungen, zu uns kommen“, sagt Jean-Pierre Wijnen. Bei der Umsetzung gebe es keine Grenzen. Kein einziges Kunstwerk sei wie das andere. „Jedes gibt es wirklich nur einmal. Durch die verschiedenen Holzmaserungen und Schnitte wirkt auch jedes Werk anders.“ So lautet das Motto bei „Fassdeko“ auch: „Das Besondere liegt in der Individualität.“

Strahlende Augen als schöner Arbeitslohn

Mit seinem Handwerksberuf hat Jean-Pierre Wijnen die große Erfüllung gefunden: „Das schönste Gefühl ist es, wenn man die freudig leuchtenden Augen der Kunden sieht, wenn sie ihre Sachen abholen. Das habe ich in den 25 Jahren als Versicherungskaufmann nie erlebt.“ Das Ladengeschäft „Fassdeko“ ist jeweils donnerstags und freitags von 13 bis 18 Uhr sowie samstags von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Zudem ist das Lüdenscheider Ehepaar mit seinen Werken auch auf zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen präsent. „Das absolute Highlight ist jedes Jahr der Weihnachtsmarkt am Hagener Freilichtmuseum. Dort passen unsere Arbeiten auch wunderbar ins Ambiente“, sagt Jean-Pierre Wijnen. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage unter www.fassdeko.de oder auch unter der Telefonnummer 01 72 / 8 93 03 34.

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