Kunden sind verärgert

Beschwerden über Sparkassen-Schließung - Problem für Ältere

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Vorübergehend geschlossen: Die Sparkassen-Geschäftsstelle im Schalksmühler Ortskern erhält einen umfangreichen Umbau.

Eine Gemeinde und zwei Sparkassen-Standorte. Einer davon im Höhengebiet Heedfeld, der andere mitten im Ortskern von Schalksmühle. Damit ist die Gemeinde gut aufgestellt. Doch damit ist für kurze Zeit Schluss, und das gefällt einigen Kunden gar nicht.

Schalksmühle/Heedfeld – Seit dem 3. Mai ist die Filiale im Ortskern von Schalksmühle geschlossen. Der Grund: ein umfangreicher Umbau. Alles wird erneuert. Vom SB-Bereich bis hin zu den Beratungsbüros soll alles in neuem Glanz erstrahlen. Zwei Monate sind für die Bauzeit angesetzt. Nach etwa einem Monat soll der SB-Bereich wieder freigegeben werden. So der Plan der Sparkasse Lüdenscheid, die auch für Schalksmühle und Halver zuständig ist.

Vorübergehende keine Anlaufstelle

Doch die Schließung bedeutet auch: keine Anlaufstelle für die Kunden. Seit dem 3. Mai kann in Schalksmühle kein Bargeld abgehoben werden. Und auch sonst kann kein Service in Anspruch genommen werden. Verwiesen wird auf die Geschäftsstellen in Heedfeld und Halver. Alternativen sind auch Brügge oder Lüdenscheid. Aber nicht für die älteren Kunden.

Es gibt Beschwerden. In der Redaktion gehen Anrufe ein, Nachfragen zur Schließung der Filiale, aber auch Unmut über fehlende Alternativen speziell für Senioren. „Nicht jeder kann nach Heedfeld oder Halver fahren“, heißt es zum Beispiel. Und so ist es: Wer kein Auto hat, muss auf öffentliche Verkehrsmittel zurückgreifen oder ein Taxi bezahlen. Mit dem Bus nach Heedfeld (von der Bahnhofstraße bis zur Spormecke) dauert es 20 Minuten. Der Bürgerbus, den viele Schalksmühler Senioren nutzen, fährt das Höhengebiet nicht an. Nach Halver ist es mindestens eine halbe Stunde Fahrzeit. Und es kostet.

Die Schließung sie nicht zu ändern

Beschwerden sind auch bei der Sparkasse eingegangen. Das bestätigt Pressesprecher Volker Schnippering auf Nachfrage unserer Zeitung. Ändern kann er an der Situation aber nichts. Es handelt sich um einen „Komplettumbau“. „Der SB-Bereich wird ebenfalls komplett umgebaut. Es ist nicht möglich, da einen Automaten für Kunden zu öffnen“, erklärt er. Die Geschäftsstelle ist eine Baustelle. „Wir können es nicht ändern“, sagt Schnippering. Er weiß, dass es für die älteren Kunden schwierig ist.

Alternativen sind die Geschäftsstelle in Heedfeld und die Filiale in Halver. Doch eben nicht für jeden ist das eine Option. „Umbauten sind mit Handicaps verbunden“, sagt Schnippering. Und die kommen auch weiterhin auf die Kunden zu.

Reaktivierter Service in Heedfeld

Für die Zeit des Umbaus der Sparkassen-Filiale im Schalksmühler Ortskern steht das Team rund um Geschäftsstellenleiter Thomas Wolf in der Filiale in Heedfeld zur Verfügung. Die Mitarbeiter reaktivieren somit einen Teil des Serviceangebots im Höhengebiet, denn erst kürzlich wurde der Standort verändert. Seit dem 1. April steht den Kunden in Heedfeld ein SB-Bereich zur Verfügung, Ansprechpartner vor Ort gibt es nicht mehr. Das ändert sich für die Zeit des Umbaus in Schalksmühle. Das Team ist vorübergehend in die Geschäftsstelle in Heedfeld umgezogen. „Das ist ein schöner Zufall, dass die Geschäftsstelle in Heedfeld nutzbar ist“, sagt Sparkassen-Pressesprecher Volker Schnippering.

Ab Donnerstag, 27. Mai, sollte der SB-Bereich im Schalksmühler Ortskern wieder zur Verfügung stehen. So war der ursprüngliche Plan der Baumaßnahme. Doch das „kann eng werden“, wie Schnippering auf Nachfrage mitteilt. Der 27. Mai als Wiedereröffnungstermin – zumindest für den einen Bereich der Geschäftsstelle – „steht auf der Kippe“. Das liegt an der Lage der Handwerker in Corona-Zeiten. Sie haben viel zu tun. Demnach rutscht der Termin zur Teil-Eröffnung nach hinten: Am 7. Juni öffnet der SB-Bereich wieder, sagt Schnippering.

Umbau wird Ende Juni abgeschlossen

Doch dann ist der Umbau der Filiale noch nicht abgeschlossen: Insgesamt zwei Monate wurden für die Maßnahme angesetzt. Bis zum 25. Juni wird umgebaut. Am finalen Datum ändert sich laut Schnippering nichts. Erst dann stehen die restlichen Bereiche wie Theke, Beratungsbüros und Kassensystem wieder zur Verfügung. So lange Müssen sich die Kunden gedulden und andere Möglichkeiten nutzen.

Eine Alternative, die in Gesprächen zum Thema auftaucht: Bargeld im Rewe-Markt abheben. Bei einem Einkaufswert ab 10 Euro können sich Kunden jeder Bank mit ihrer EC-Karte in einigen Supermärkten Bargeld auszahlen lassen – bis zu 200 Euro. So wäre zumindest ein Service der Sparkasse im Ortskern vorübergehend möglich.

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