25-Jähriger vor Gericht

Belästigung oder keine Belästigung? Vorwurf bleibt ungeklärt

Gegen eine Zahlung von 200 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung wird das Verfahren gegen einen 20-jährigen Angeklagten eingestellt.
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Einem 25-jährigen Schalksmühler wird sexuelle Belästigung vorgeworfen.

Vorläufig unaufgeklärt bleibt im Amtsgericht Lüdenscheid der Vorwurf einer sexuellen Belästigung in Schalksmühle. Ein 25-Jähriger sitzt auf der Anklagebank.

Schalksmühle – Zwar erschien der Angeklagte (52), nicht aber die Hauptbelastungszeugin. Vermisst wurde auch noch eine weitere Zeugin.

Sein Mandant räume ein, dass er die Belastungszeugin umarmt habe, erklärte Rechtsanwalt Arnd Katzke. Das allerdings ist nicht unbedingt strafbar. Weitere Erklärungen wollten der Angeklagte und sein Verteidiger nicht abgeben. Ohne die Zeuginnen konnten die Vorwürfe jedoch nicht aufgeklärt werden, sodass Richter Thomas Kabus die Verhandlung vertagte.

Der Straftatbestand der „sexuellen Belästigung“ wurde erst im November 2016 in das Strafgesetzbuch aufgenommen. Seitdem sind viele Handlungen strafbar, die unterhalb der sogenannten „Erheblichkeitsschwelle“ zum gravierenderen Straftatbestand der sexuellen Nötigung liegen: Erzwungene Küsse, Berührungen in eindeutig sexueller Absicht gehören dazu. Solche Handlungen können seit der Gesetzesänderung mit Haftstrafen bis zu zwei Jahren bestraft werden.

Dass die Tat in Schalksmühle vor einem Schöffengericht angeklagt wurde, deutet darauf hin, dass die Tat möglicherweise nicht eindeutig unter der Schwelle zur sexuellen Nötigung liegt. Denn nur in diesem schwerwiegenderen Fall läge das mögliche Strafmaß jenseits dieser Grenze von zwei Jahren. Eine vollstreckbare Haftstrafe jenseits von zwei Jahren dürfte nur ein Schöffengericht verhängen.

Die beiden säumigen Zeuginnen sollen nun noch einmal mit Zustellungsurkunde geladen werden. Ordnungsgelder für ihre Säumigkeit verhängte das Gericht zunächst nicht. Wie immer in solchen Fällen hieß es: „Neuer Termin von Amts wegen.“

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