Bekenntnis zum Standort

+
Von der zweiten Etage des Gebäudes aus, auf der sich später ein Aufenthaltsraum für Mitarbeiter befindet, überblicken Klaus Seuster, Leiter Fertigungstechnik und Automatisierung, Anne Kellner und Norbert Gornik von der Marketing-Abteilung, und Torsten Schlegel, Technischer Leiter (von links), die Fläche, auf der die Firma Kaiser demnächst produzieren, lagern und von dort auch versenden wird.

Schalksmühle - Die Eckdaten können sich sehen lassen: Rund 7000 Quadratmeter Fläche auf drei Etagen mit den Maßen 75 mal 45 Meter, eine fast zweijährige Planungsphase und ein Investitionsvolumen von mehreren Millionen Euro. Seit mehr als einem Jahr baut das Unternehmen Kaiser im Gewerbegebiet Ramsloh ein neues Produktions- und Logistikgebäude. Und bekennt sich damit klar zum Standort Deutschland und dem Heimatsitz in Schalksmühle.

„Das Unternehmen Kaiser hat die Philosophie: Alles an einem Standort. Und wir wollen hier die modernste Dosenfertigung Europas etablieren“, sagt Torsten Schlegel, Technischer Leiter des Herstellers von Dosen, Gehäusen und Systemen für die Elektro-Installation. In den vergangenen Jahren sei das Unternehmen stark gewachsen und der Platz am Ramsloh wurde immer beengter. „Zuletzt platzten wir aus allen Nähten“, fasst Schlegel die Raumsituation zusammen.

Und so entschied das Unternehmen vor allem aus logistischen Gründen, sich großzügig zu erweitern. Aber Kaiser benötigt nicht nur mehr Lagerflächen, sondern möchte auch Materialflüsse verbessern. „Aufgrund des geringen Platzes war die Optimierung interner Abläufe in letzter Zeit nur eingeschränkt möglich“, erklärt Marketingleiter Norbert Gornik.

Im Rahmen der Planungsphase arbeitete Kaiser eng mit dem Forschungs-Institut Fraunhofer zusammen, um ein Konzept für kürzere Materialflüsse und Produktionswege sowie eine optimierte Logistik zu erstellen. „Dazu wurden zum Beispiel Wertstromanalysen durchgeführt, um den optimalen Fluss zu ermitteln“, sagt Klaus Seuster, Leiter der Bereiche Fertigungstechnik und Automatisierung.

Letztlich wurde die Fertigung und Logistik auf die Bestands- und Neuflächen verteilt. Ein Teil der Bestandsflächen wird für die Abteilung Forschung und Entwicklung umgestaltet.

Damit nicht so schnell wieder ein Platzproblem entsteht, plante Kaiser mit dem beauftragten Architekturbüro Artec aus Lüdenscheid Reserven ein. „Der Neubau ist für einen weiteren Bauabschnitt ausgelegt und die neuen Produktionsflächen werden nicht voll ausgenutzt“, erklärt Torsten Schlegel. Die letzte Produktionserweiterung führte das Unternehmen 2002 durch. Damals baute Kaiser 3000 Quadratmeter auf zwei Etagen an. Nach Abschluss der aktuellen Baumaßnahmen verfügt die Firma über eine Gesamtfläche von rund 19 000 Quadratmetern.

Neben dem neuen Gebäude plante Kaiser zusätzliche Parkplätze für die 220 Mitarbeiter ein. Die Parksituation im Gewerbegebiet sei nicht nur für Kaiser bereits seit Jahren ein echtes Problem, wie Schlegel erklärt. Hier wünsche sich das Unternehmen mehr Unterstützung von Seiten der Gemeinde Schalksmühle.

Beim Neubau legte Kaiser besonderen Wert auf die Energieeffizienz, den Brandschutz und Verbesserungen für die Mitarbeiter. „Wir haben eine professionelle Lüftungsanlage, die die Umluft verbessert, und eine Wärmeschutzverglasung verbauen lassen, um für ein angenehmes Klima zu sorgen“, sagt Klaus Seuster und Torsten Schlegel ergänzt: „Die moderne Heizungsanlage mit Wärmetauschsystemen wird die Abwärme aus dem Fertigungsbereich nutzen, um unter anderem warmes Wasser zu erzeugen.“

Derzeit sind die beauftragten Handwerksunternehmen, die mehrheitlich aus der Region stammen, mit dem Innenausbau des Gebäudes beschäftigt. Im August ziehen die ersten Abteilungen um, die Produktion soll ab Mitte Oktober komplett in den neuen Hallen laufen. Den Transport von 60 schweren Produktionsmaschinen, von denen die schwerste rund fünf Tonnen wiegt, stellt das Unternehmen noch einmal vor Herausforderungen. „Wir arbeiten hier mit professionellen Transportfirmen zusammen, der Umzug wird bei laufender Produktion an mehreren Wochenenden durchgeführt“, sagt Schlegel.

Im Dezember eröffnet Geschäftsführer Burkard Kaiser anlässlich des 110-jährigen Bestehens des Familienunternehmens den Neubau.

Von Alisa Kannapin

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare