Baustopp bei Volmepark wäre teuer geworden

+
Die Mitglieder des Bau- und Planungsausschusses sowie interessierte Bürger nahmen am Montag bei der Besichtigung der Baustellen Platz auf der neuen Sitzstufenanlage, die nun deutlich teurer wird. Planer Roland Pfeiffer (3. v. li.) erläuterte den Bau.

Schalksmühle - Das unangenehmste Thema sparte sich der Bau- und Planungsausschuss in seiner Sitzung am Montag für den Schluss auf: Die Mehrkosten in Höhe von rund 100 000 Euro im Zuge der Umgestaltung des Volmeparks und des Baus der Sitzstufenanlage. Die Maßnahme Sitzstufen zu stoppen wäre zwar möglich gewesen, hätte aber ebenfalls erhebliche Mehrkosten verursacht.

Ihrem Ärger über die deutlichen Mehrkosten machten gleich mehrere Ausschussmitglieder in der Sitzung Luft. Allen voran Klaus Nelius (UWG), der als Ausschussvorsitzender in Richtung Verwaltung bemängelte, dass die Politiker die Details der Gründe für die Mehrkosten nicht aus der Sitzungsvorlage erfuhren, sondern aus der Zeitung.

Die Kritik an der mangelnden Ausführlichkeit der Sitzungsvorlage bestätigte Nelius am Dienstag im Gespräch mit unserer Zeitung: „Ein Drittel Mehrkosten sind eine Hausnummer und da erwarte ich, dass die Gründe detaillierter in der Vorlage stehen. Das ist kein guter Stil und hätte anders laufen müssen. Man konnte auch den Eindruck haben, dass bei der Planung bestimmte Risiken ausgeblendet wurden, um im Finanzrahmen zu bleiben.“

Oliver Emmerichs, Fachbereichsleiter Planen und Bauen, entschuldigte sich in der Sitzung dafür und kündigte an, dass die Verwaltung solche Informationen nicht mehr an die Presse geben werde.

Tenor im Ausschuss war, dass es vielen unverständlich ist, wie es zu solch hohen Mehrkosten kommen konnte. Der zuständige Landschaftsarchitekt Roland Pfeiffer war zur Sitzung geladen, führte den Ausschuss im Vorfeld über die Baustelle und bezog zu den Gründen Stellung. Im Fokus der Diskussion stand vor allem die Sitzstufenanlage.

Wie unsere Zeitung bereits in der vergangenen Woche berichtete, entstanden die Mehrkosten (rund 41 000 Euro) aus mehreren Gründen. Im Bereich der Sitzstufenanlage musste beim Bau der Winkelstützmauern mehr Boden ausgehoben und Material verwendet werden, zudem war das Erdreich nicht verdichtungsfähig und wurde ausgetauscht. Darüber hinaus war die Wasserhaltung erheblich aufwendiger, erklärte Pfeiffer.

„Als das festgestellt wurde, hätte man diese Maßnahme ohne erhebliche Mehrkosten stoppen können?“, wollte Harry Haböck (UWG) vom Fachbereich wissen. Die Antwort gab Oliver Emmerichs: „Wir hätten stoppen können, aber nicht ohne erhebliche Mehrkosten, denn die Steine waren schon bestellt.“

Auf Nachfrage von mehreren Ausschussmitgliedern, warum kein Bodengutachter beauftragt worden sei, stellte Ralf Bechtel, Fachbereichsleiter Planen und Bauen, die Gegenfrage, wie denn das Gutachten hätte aussehen sollen? Zum Zustand des Bodens hätte der Gutachter Angaben machen können. „Aber er hätte uns auch nicht sagen können, wie die Ausdehnung des Fundaments der Brücke ist.“

Als Tobias Latton (Sachkundiger Bürger, CDU) wissen wollte, ob Roland Pfeiffer denn die Vollmacht gehabt habe, um solche Entscheidungen zu treffen, und ob er eventuell sogar selbst für die Mehrkosten aufkommen müsse, verschob der Ausschuss die Beantwortung dieser Fragen in den nicht-öffentlichen Teil der Sitzung.

Dass die beauftragten Bauunternehmen bezahlt werden müssen, stand außer Frage. Doch da die Mehrkosten das Volmepark-Budget überschreiten, müssen die Mittel durch Einsparungen bei der Aufwertung des Ortskerns gedeckt werden. Der Ausschuss nahm das zur Kenntnis.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare