Baupreis verdoppelt: Verwaltung zieht Ausschreibung für Viktoriastraße zurück

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Die Viktoriastraße muss dringend saniert werden. Doch auf dem Baumarkt sind die Preise astronomisch gestiegen. Deshalb zog die Gemeindeverwaltung die Ausschreibung für die Maßnahme zurück und hofft im Winter auf günstigere Angebote.

Schalksmühle - Nur ganz selten lässt sich die Gemeindeverwaltung von einem Vorhaben abbringen. Im Bezug auf die Ausschreibung zur Sanierung der Viktoriastraße musste sie allerdings einen Rückzieher machen. Der Grund: die astronomisch gestiegenen Preise des Baugewerbes.

Für die Sanierung der Straße von der Einmündung Bergstraße bis zur Hausnummer 26 hatte die Bauverwaltung rund 350.000 Euro eingeplant. Doch die Kosten haben sich aufgrund der Marktsituation auf gut 700.000 Euro erhöht, sagt der Fachbereichsleiter der Bauverwaltung, Oliver Emmerichs.

Die Erklärung für diese Entwicklung ist simpel. „Der Trend, der sich bundesweit abzeichnet, hat erstmalig in Schalksmühle durchgeschlagen. Geld ist billig momentan. Mangels anderer lukrativer Anlagemöglichkeiten wird das Geld in den Bausektor gepumpt“, erklärt Oliver Emmerichs.

Die Branche boome und die Kapazitäten – gerade Personal – würden knapp. „Die Baufirmen stehen vor der Wahl: Entweder sie wachsen oder sie schaffen die Aufträge nicht. Wenn sie größer werden wollen, dann brauchen sie Fachkräfte, vor allem Ingenieure. So bindet unter anderem der Landesbetrieb Straßen.NRW große Mengen an Personal beim Brückenbau. Doch der Markt ist abgegrast. Somit steigen zwangsläufig die Preise.“

Die Arbeiten von Enervie haben ihre Spuren in der Fahrbahndecke und im Gehweg der Viktoriastraße hinterlassen.

Bürger nicht doppelt belasten

Doch die Kosten für die Sanierung sind der Verwaltung zu hoch. „Zu diesem Preis kann und will die Gemeinde die Aufträge nicht vergeben. Erstens stehen im Haushalt die Mittel in so einer Höhe nicht zur Verfügung. Und zweitens möchten wir die Bürger nicht doppelt belasten“, sagt der Fachbereichsleiter.

Die Anwohner der Viktoriastraße sind an der Sanierung zu 30 Prozent durch die Kommunalumlage beteiligt. Die restliche Summe finanziert die Gemeinde aus Steuermitteln.

Um die Sanierung doch noch angehen zu können, wird die Ausschreibung, eventuell in Verbindung mit anderen Maßnahmen, im Winter wiederholt, so Oliver Emmerichs, der dazu noch weitere Informationen an die betroffenen Bürger verschicken wird. Schließlich könne so eine Maßnahme – auch bei Protest – nicht fünf Jahre aufgeschoben werden. Und billiger würde es auch nicht werden.

Die Anwohner der Viktoriastraße sind durch die Kommunalumlage zu 30 Prozent an den Kosten für die Sanierungsmaßnahme beteiligt.

Günstigere Angebote zum Jahresende

„Wir haben die Erwartung, dass wir zum Jahresende günstigere Angebote bekommen. Erfahrungsgemäß gehen dann die Preise runter.“ Ein Stück weit seien die Berechnungen aber auch Spekulationen. Doch zum alten Preis werde man die Aufträge definitiv nicht vermitteln können, diese Hoffnung muss der Fachbereichsleiter den Anwohnern nehmen.

Zumindest in kleinen Teilen kommt die Maßnahme dennoch schon bald ins Rollen. Die Anwohner der Viktoriastraße können dann zumindest etwas aufatmen. „Der Zustand der Straße ist nach den Arbeiten von Enervie bescheiden. Deshalb wollen wir mit provisorischen Mitteln die Straße winterfest machen“, so Fachbereichsleiter Oliver Emmerichs.

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