Everinghausen

Bauernhaus im MK abgerissen: Familie darf dort nicht einfach Einfamilienhäuser bauen

Everinghausen
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Auf der Fläche eines inzwischen abgerissenen landwirtschaftlichen Betriebs könnten vier Einfamilienhäuser entstehen.

Die kleine Ortschaft Everinghausen zwischen Heedfeld und Rummenohl wird sich voraussichtlich in naher Zukunft räumlich ausdehnen. Die Gemeinde Schalksmühle bereitet derzeit eine Erweiterung der bestehenden Satzung vor – und schafft damit Bauland für eine Familie. Alle Zeichen stehen auf grün.

Schalksmühle - Mehrfach wurden angefragte Einzelvorhaben in der Vergangenheit negativ beschieden, inzwischen ist der Umfang der Pläne laut Ralf Bechtel, Fachbereichsleiter Technisches Bauamt, aber so groß, dass der Aufwand für ein Bauleitplanungsverfahren gerechtfertigt ist. Formal handelt es sich um eine Satzungsänderung gemäß §34 Absatz 1 und 3 des Baugesetzbuches – Zulässigkeit von Vorhaben innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile. Faktisch geht es um eine Erweiterung der Außengrenze von Everinghausen an drei Stellen um wenige Meter (» INFOBOX).

4000 Quadratmeter Bauland

Insgesamt 4 000 Quadratmeter Bauland könnten so entstehen, die die Familienangehörigen überwiegend selbst für Neubauten nutzen wollen, wie es aus der Gemeindeverwaltung heißt. Die einzelnen Flächen sind zwischen 850 und 2 100 Quadratmeter groß. Ein erster Entwurf einer Parzellierung weist laut Ralf Bechtel Platz für sechs bis sieben Einfamilienhäuser aus – bezogen auf die Größe des kleinen Ortes bedeutet das einen deutlichen Aufwuchs des Häuserbestands in Everinghausen.

Die zentrale Erweiterungsfläche befindet sich im Osten. Dort befand sich über Jahrzehnte ein inzwischen aufgegebener landwirtschaftlicher Betrieb. Das Betriebsgebäude mit Wohnhaus wurde inzwischen abgerissen. Da sich die Fläche im Außenbereich befindet, wäre hier ohne die nun angestrebte Satzungsänderung nur eine erneute privilegierte Nutzung möglich, zum Beispiel für Land- oder Forstwirtschaft. „Die Kinder sind keine Landwirte“, äußert der Fachbereichsleiter Verständnis für den Wunsch, stattdessen Wohnhäuser zu errichten.

Baupläne mit Gewicht für den Ort

Die Baupläne der Familie hätten ein gewisses Gewicht für die Gesamtbebauung des Ortes, begründet Ralf Bechtel die Einleitung des Bauleitplanungsverfahrens. Auch aus grundsätzlichen Überlegungen hält Bechtel die Nachverdichtung am Ortsrand für sinnvoll. „Man muss die Flächen, die vorhanden sind, für eine Wohnbebauung nutzen. Und rein faktisch waren alle Flächen ja auch in der Vergangenheit schon genutzt und teilweise bebaut“, erklärt der Fachbereichsleiter.

Am Ende entscheidet der Rat

Noch aber läuft das Verfahren. Der Bauausschuss hatte keine Bedenken, im Hauptausschuss am 20. September wird ebenfalls Einvernehmen erwartet. Das letzte Wort für die Satzungsänderung hat schließlich der Gemeinderat in seiner Sitzung am 27. September. Laut Beschlussvorlage entstehen der Gemeinde infolge der Satzungsänderung „keine unmittelbaren Folgekosten“. Alle Grundstücke sind bereits erschlossen. Bei einer Binnen-Teilung der Flächen hat der Eigentümer zugesagt, die zusätzlichen Häuser privatseitig zu erschließen. Ein landschaftspflegerischer Begleitplan wurde bereits erstellt. Das Gutachten sieht keine unüberwindbaren Hürden, die gegen das Vorhaben sprechen. Für eine geplante Aufschüttung im Bereich der ehemaligen Hofstelle müssen aber Ausgleichsmaßnahmen durchgeführt werden.

Fachbereichsleiter Bechtel betont, dass mit der Satzungsänderung lediglich die Voraussetzungen für Wohnbebauung geschaffen werden. Jedes einzelne Bauvorhaben müsse aber noch beantragt und genehmigt werden. Voraussetzung ist: Die Neubauten fügen sich in die umliegende Bebauung ein.

Die drei Erweiterungsflächen im Außenbereich der Gemeinde.

Der landschaftspflegerische Begleitplan für die Satzungsänderung skizziert auf einer beigelegten Karte  die Erweiterungsflächen in Everinghausen.

Die Teilfläche 1 gliedert sich zurzeit in eine Weidefläche und hofnahe Wirtschaftsbereiche mit Schotterflächen und kleineren Grünstrukturen. Hier könnte ein Einfamilienhaus entstehen.

Die Teilfläche 2 wird zurzeit als Hausgarten genutzt. Hier wäre Platz für bis zu zwei Einfamilienhäusern.

Auf der Teilfläche 3 existierte bis vor Kurzem ein landwirtschaftlicher Betrieb, der aufgegeben wurde. Die Betriebsgebäude mit Wohnhaus wurden zwischenzeitlich abgerissen, und die Güllelagune im Nordosten des Betriebes wurde verfüllt. Im übrigen Bereich der Teilfläche finden sich noch Fragmente der alten Hofstelle mit Schuppen und geschotterten Verkehrsflächen. Hier sollen nach bisheriger Planung vier Einfamilienhäuser entstehen.

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