Plateauschuhe gegen die Hitze

+
Mit schwerem Gerät werden derzeit die Asphaltschichten an der Baustelle Klagebach aufgebracht. In eineinhalb Wochen soll dort wieder der Verkehr rollen. ▪

SCHALKSMÜHLE ▪ Der Boden vibriert. Es scheppert. Dampf steigt auf. Ein süßlicher Geruch liegt in der Luft. Kai Bettsteller sitzt im Führerhaus der Zwölftonnen-Walze und rollt über die Tragschicht des neuen Asphaltes an der Klagebach. Dies ist der erste Arbeitsschritt zur Wiederherstellung der Fahrbahn der Großbaustelle. In eineinhalb Wochen soll dort, wo derzeit die Walzen Runden dreht, der Verkehr wieder rollen.

Rückwärts steuert ein Lastwagenfahrer auf die Baustelle zu. Peter Holzrichter sitzt auf einem großen Baustellenfahrzeug – dem Straßenfertiger. Vor dem Fahrer befinden sich zahlreiche Knöpfe und Schaltknüppel. Holzrichter hupt. Die Ladefläche des Lastwagens steigt in die Höhe und kippt eine heiße schwarze Masse vor dem Straßenfertiger ab. „Der Asphalt hat eine Temperatur von rund 160 Grad“, erklärt Mario Pfennig und deutet auf das Material, das durch die Maschine auf eine bestimmte Breite und Höhe aufgetragen wird. Der Vorarbeiter im Asphaltbau des Unternehmens Heckmann hat derzeit alle Hände voll zu tun.

Täglich werden hunderte Tonnen heißer Asphalt aus Hohenlimburg gebracht und verbaut. Nach der Trag-, wird eine Bindeschicht und abschließend die Feindecke eingebaut. „Zwischen den einzelnen Schritten wird eine Emulsion aufgetragen. Das ist wie Pattex und klebt alles aneinander fest“, sagt Pfennig.

Der Vorarbeiter trägt schwarze Schuhe mit einer hohen blauen Sohle, die an Plateauschuhe der 1990er-Jahre erinnern. „Die sind gegen die Hitze. Bei weit mehr als hundert Grad kann das doch ziemlich unangenehm werden und normale Schuhe würden hier einfach wegschmelzen.“ Trotz der Höhe kriecht die Hitze durch die Sohle und sorgt für das Gefühl einer Fußbodenheizung. „Das ist schon angenehm.“ Schön findet Pfennig auch den Geruch des Asphaltes. Wenn der Asphaltbauer Urlaub hat und ein Lastwagen vorbei kommt, streckt er den Kopf in den Nacken und riecht, sagt er, während er die Luft schnuppert.

Eineinhalb Wochen werden die Arbeiten noch dauern, am 22. Oktober soll die Straße Klagebach wieder für den Verkehr freigegeben werden. Dazu stehen für die Arbeiter noch Schichten am Wochenende an – vor den Firmen wie Berker soll außerhalb der Geschäftszeiten die Asphaltschicht eingebaut werden – damit es zu so wenig Beeinträchtigungen wie möglich kommt. ▪ mc

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare