Bauarbeiten immer noch im Zeitplan

Die rechte Oberkante der Baugrube, dort, wo der Bauzaun den Hang abgrenzt, markiert die Höhe der Fahrbahn, auch wenn es im Moment kaum danach aussieht.

SCHALKSMÜHLE ▪ Von der Volmestraße ist im Bereich Linneper Mühle so gut wie nichts mehr zu erkennen. Anstelle der Fahrbahn klafft im Kurvenbereich auf der gesamten Breite ein rund sieben Meter tiefer Graben. Nicht einmal zu Fuß ist das, was einmal die B 54 war und wieder werden soll, passierbar.

Gestern hatten der Landesbetrieb Straßen.NRW und die bauausführende Firma Gebr. Schmidt zu einem Ortstermin geladen, um die Entwicklung der Baustelle zu erläutern. Eingeladen waren auch Schalksmühles Kommunalpolitiker, die zuletzt in der Bauausschussitzung am Montag mehr Informationen verlangt hatten. Allerdings war lediglich Lutz Schäfer (SPD) vor Ort.

Uwe Mielke, zuständiger Projektleiter bei Straßen.NRW erklärte, dass es einige Schwierigkeiten gegeben habe, die den Bauverlauf beeinflusst hätten. Dennoch „läuft alles super“, denn die Bauarbeiten seien weiter fortgeschritten als geplant – und diese Zeit könne für die Hangsicherung eingeplant werden. Er ist optimistisch, dass die Straße noch vor Weihnachten zumindest einspurig befahrbar sein wird. Das entspräche nach wie vor den ursprünglichen Zeitplänen – denn Verzögerungen auf der einen hätten zügige Arbeiten auf der anderen Seite gegenüber gestanden.

Bei der ersten Vorstellung der Pläne im Schalksmühler Bauausschuss im März seien die später bekannt gewordenen Probleme noch nicht absehbar gewesen. So habe allein das Hochwasser der Volme im August eine Verzögerung von etwa zwei bis drei Wochen bewirkt. „Die Baugrube stand zwischenzeitlich unter Wasser“, sagte Mielke. Selbst der Fangedamm, der eigens errichtet worden war, um die Baugrube vor Hochwasser zu schützen, drohte abzurutschen. In dieser Zeit sei es aus Sicherheitsgründen nicht zu verantworten gewesen, die Arbeiten fortzuführen.

Als sich herausstellte, dass Fels weggesprengt werden musste, um überhaupt in die Tiefe gehen zu können und Stützmauer und Tragschicht zu erneuern, musste zunächst die behördliche Genehmigung abgewartet werden. Aber Uwe Schmidt von der Baufirma sagte, dass die Sprengung den gesamten Zeitablauf sogar positiv beeinflusst habe: „Normalerweise räumen wir rund 100 Kubikmeter an einem Tag. In den Felsen haben wir nur zehn geschafft.“ Entsprechend lange hätten die Arbeiten mit Bagger und Meisel gedauert.

Dass zusätzlich zum Straßenneubau der Hang abgesichert werden muss, habe sich erst als Folge des langen und harten Winters ergeben, erklärte Mielke. Einige Straßen im Zuständigkeitsbereich von Straßen.NRW hätten wegen Steinschlaggefahr in Folge von Frostschäden über Monate gesperrt werden müssen. Damit das an der gerade erneuerten Volmestraße nicht auch passiert, sei ein Gutachten eingeholt worden. Dieses liege, entgegen der anders lautenden Information im Bauausschuss bereits vor, ebenso wie die konkreten Pläne. Ab Ende Oktober sind sechs Wochen für die Hangsicherung vorgesehen. Sträuche und Bäume müssen teils mit Geräten, teils in Handarbeit, entfernt werden. Loses Gestein soll entfernt, einige Felsnasen gekappt werden. Eine Gleitwand soll heruntergefallene Steine auffangen.

In Frühjahr schließlich wird zur Aufbringung der endgültigen Asphaltdecke noch einmal eine Vollsperrung für ein paar Tage nötig sein. Wobei Mielke und Schmidt einräumen, dass alle Zeitpläne vom Wetter abhängig sind. Ein früher und vor allem langer Winter könne erneut für Verzögerungen sorgen.

Vorwürfen, Straßen.NRW nicht offen über die Probleme informiert, widersprach Mielke: Sowohl die Lüdenscheider als aus die Schalksmühler Verwaltung seien stets informiert worden. ▪ gör

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