Mini-Häuser und Stelzenbauten für mehr Wohnraum in Schalksmühle

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Sind Mini-Häuser, sogenannte Tiny Houses, eine Alternative für Schalksmühle, um günstigen Wohnraum auf kleinen Baugrundstücken realisieren zu können? Der Arbeitskreis Demografie ließ sich zu diesem Thema beraten.

Schalksmühle - Grundstücke für Wohnbebauung gibt es derzeit noch in Schalksmühle. Das Hauptproblem ist dagegen Mietwohnraum im Mittelpreissegment. Davon gibt es zu wenig. So sehen es die Mitglieder des Arbeitskreises Demografie und haben sich dazu von Bau-Experten beraten lassen. 

„Es ist nicht einfach, in Schalksmühle günstige Mietwohnungen zu finden“, sagt Jan Schriever, Leiter der Arbeitsgruppe Demografie. Der Unternehmer spricht dabei aus eigener Erfahrung, wenn es darum geht, für neue Mitarbeiter entsprechenden Wohnraum in der Gemeinde zu finden. Dieses Problem hätten alle politischen Kräfte im Schalksmühler Rat erkannt. 

So besuchte der FDP-Politiker zusammen mit Jochen Potberg von der UWG eine Veranstaltung der Südwestfalenagentur in Olpe, bei der es um das Thema Bauen mit Holz ging. „Dabei wurden nachhaltige, ökologische Strategien vorgestellt“, erklärt Jan Schriever. Besonders angetan sei man von der Idee gewesen, mit Holz aus dem Sauerland zu bauen. In der vergangenen Woche wurde dieser Aspekt dann bei dem Besuch von Klaus Rebholz und Dieter Zultner vom Bauinformationszentrum Nettersheim im Rathaus erneut aufgegriffen. Eingeladen dazu waren auch Mitglieder des Ausschusses für Bauen und Planung. 

Ökologisch und CO2-neutral

Der grundsätzliche Vorteil von Bauen mit Holz sei, dass es ökologisch, CO2-neutral und ohne Schadstoffe beim Rückbau ablaufe sowie geeignet für Niedrig-Energiehäuser sei. „Die Experten sagten, dass es Alternativen zur Imprägnierung des Baustoffes oder zur Verwendung von Leim gebe. Es würden stattdessen Naturstoffe zum Einsatz kommen. Zudem gebe es bestimmte Holzarten, die eine natürliche Patina bilden würden. Außerdem seien ökologische Anstriche auf dem Markt.“

 Des Weiteren stellten die Referenten die Möglichkeiten angesichts der teilweise topografisch anspruchsvollen Bauflächen in Schalksmühle dar, fasst der Arbeitskreisvorsitzende den Vortrag zusammen. Im Gegensatz zum Massivbau habe man die Möglichkeit, vorab die einzelnen Elemente fertigzustellen und sie erst vor Ort zusammen zu setzen. „Der Nachteil daran, so sagten es die Experten, sei, dass zum Beispiel Stelzenbauten teurer wären als Häuser mit Bodenplatte. Sie wären aber gerade für Hanglagen gut geeignet.“ 

Ein weiterer Vorteil, den Klaus Rebholz und Dieter Zultner vorstellten, sei die Option der Bauerweiterung mit Holz. „Uns wurde erklärt, dass ein zweiter Stock damit einfacher und teilweise auch nur auf diesem Wege zu realisieren sei.“ Ein weiteres Thema an diesem Abend waren sogenannte Tiny Houses, also extrem kleine Wohnstätten mit einer Grundfläche bis zu 40 Quadratmetern. Diese können auf Anhänger gebaut, um als Modulhäuser mobil zu sein, oder als stationäre Minihäuser errichtet werden. „Ein hoch spannendes Thema“, betont Jan Schriever im Namen aller Mitglieder des Arbeitskreises. Vor allem für die sehr kleinen Baulücken in Schalksmühle könnte das eine Alternative sein.

Wohnen auf 40 Quadratmetern

Die Politiker im Arbeitskreis nahmen die Ausführungen auf, hinterfragten aber auch das Gesagte. „Wir haben unter anderem Bedenken bezüglich der Dichtigkeit solcher Holzbauten, vor allem in Bezug auf möglichen Schimmelbefall, geäußert. Uns wurde gesagt, dass der so errichtete Wohnraum genauso beständig sei wie bei einer Massivbauweise.“ 

Zusammen mit den Experten ließen die Arbeitskreismitglieder auch die Gedanken spielen. Denkbar wäre die Verwendung von Holz in Kombination mit Glas auch für Multifunktions-Hallen, so ein Ergebnis. „Viele Fragen wurden geklärt. Doch wir werden als Arbeitskreis das Thema erneut aufgreifen und mit der Verwaltung beraten, die Machbarkeiten prüfen und über mögliche Investitionen sprechen“, betont Jan Schriever abschließend.

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