Probleme mit der Volmetalbahn

Immer wieder Ärger mit der Bahn - Pendler erhebt schwere Vorwürfe: "Ich komme mir betrogen vor"

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Zwei Monate lang konnte man am Bahnhof in Dahlerbrück kein Ticket kaufen. Eine Übergangslösung gab es es nicht.

Schalksmühle/Dahlerbrück - Für den Weg zur Arbeit auf das Auto zu verzichten und stattdessen mit der Bahn zu fahren, gleicht momentan im Volmetal einem Glücksspiel. Durch ausfallende und verspätete Züge sowie defekte Automaten würden sich Fahrten massiv verzögern, lautet der Vorwurf eines Pendlers.

Eine Fahrt von Schalksmühle ins benachbarte Hagen und darüber hinaus ins Ruhrgebiet könne sich durch Ausfälle auf bis zu sechs Stunden strecken, sagt der Schalksmühler, der in der Zeitung anonym bleiben möchte. Er ist regelmäßig mit der Volmetalbahn unterwegs oder – wenn sie nicht fährt – oft genug auch nicht. 

„Es kommt immer drauf an, ob der Zug kommt oder nicht“, sagt er. Komme der Zug um 5 Uhr nicht, warte man auf den um 6 Uhr. „Und das ist noch keine Garantie, dass der nächste fährt.“ Oder dass man einen Anschlusszug nicht verpasst. „Es ist eine Frechheit. Ich komme mir betrogen vor“, sagt er. 

Verspätungen und Zugausfälle

Man kaufe eine Fahrkarte, wegen Verspätungen und Zugausfällen finde die Fahrt dann aber nicht statt. „Wenn ich mir eine Monatskarte holen würde, hätte ich keine Garantie, dass ich sie auch nutzen kann“, sagt der Schalksmühler Pendler. Nach seiner Einschätzung falle etwa jeder fünfte Zug der Volmetalbahn aus. „Ich empfinde das als eine Katastrophe, als eine Zumutung.“ 

Nicht nur er selbst sei davon betroffen, sondern auch Mitarbeiter und Auszubildende in seinem Unternehmen. Die würden es mit der Bahn häufig nicht pünktlich zur Arbeit schaffen und müssten deswegen das Auto nehmen. Er habe mehrfach die Bahn kontaktiert und auf die Lage hingewiesen. „Es geht mir nicht darum, Stunk zu machen. Aber von der Bahn wird dann behauptet, die Züge wären nicht verspätet.“ Das stimme einfach nicht. 

Angespannte Personallage bei Lokführern

Im Chat mit dem Kundenservice habe er einmal geschildert, dass es wegen Verspätungen, dadurch geschrumpfter Umsteigezeit und defekter Entwerter quasi unmöglich sei, ein Ticket zu entwerten. Die Antwort der Bahn lautete, für künftige Fahrten rechtzeitig am Gleis zu sein. „Es geht so nicht weiter“, sagt der Pendler. „Das wirft ein ganz schlechtes Licht auf den Verkehr.“ 

Dass es im Volmetal momentan nicht reibungslos läuft, gibt auch die Deutsche Bahn zu. „In Einzelfällen kommt es durch eine angespannte Personallage bei den Lokführern im Sauerland leider zu Zugausfällen. Hierfür bitten wir um Entschuldigung“, sagt ein Bahnsprecher zu den Vorwürfen massiver Verspätungen und Ausfälle. Dass jeder fünfte Zug ausfalle, könne die Deutsche Bahn aber nicht bestätigen.

Zwei Monate ist der Ticketautomat kaputt

Auch beim Ticketlösen gibt es anscheinend Probleme. „In Dahlerbrück ist der Automat zerstört“, berichtet der Pendler. Bereits seit über einem Monat sei der dortige Automat kaputt. Der in Schalksmühle sei ebenfalls störanfällig, mal nehme er keine Münzen an oder die Kartenzahlung per Pin-Pad funktioniere nicht. „Es ist ein Glücksspiel, ob er funktioniert oder nicht.“ Er habe einmal nach Hagen fahren müssen, um ein Zugticket von Schalksmühle aus zu besorgen. Auch in Hagen gebe es im Übrigen mehrere Automaten, die sich außer Betrieb befänden, sagt er.

„Automatenstörungen werden im Regelfall zügig, also innerhalb weniger Tage, behoben, oftmals ist auch Vandalismus hierfür die Ursache“, sagt der Bahnsprecher. „In Dahlerbrück allerdings hatten wir einen Displayschaden, wo die Ersatzteilbeschaffung leider zwei Monate gedauert hat. Der am 11. Juli aufgetretene Schaden wurde erst am 11. September behoben.“

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