B 54: Reißfestes Netz sichert Fels

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Mit einer speziellen Maschine bohrt das Unternehmen Beton- und Monierbau Herten im Auftrag von Straßen.NRW zunächst Löcher in den Fels, bevor das hochfeste Stahlnetz über die Fläche gespannt wird. Die Bohrungsarbeiten dauern mehrere Tage.

Schalksmühle - Entlang der B 54 gehen seit Montag die Felssicherungsarbeiten an den Hängen weiter. Im Auftrag des Landesbetriebes Straßen.NRW ist das Unternehmen Beton- und Monierbau Herten momentan damit beschäftigt, in den Abschnitten Dahlerbrück und Hagen-Ambrock Felsbohrungen durchzuführen. Zuvor waren in den Baufeldern Pflanzen entfernt worden.

Von Alisa Kannapin

Aus dem Bohrloch stieben rötliche Pulverwolken, die Bohrlafette brummt gleichmäßig vor sich. „Man entwickelt ein Gespür dafür, ob der Hammer richtig arbeitet. Eine Bohrung dauert fünf bis acht Minuten, je nach Härte des Gesteins“, erklärt der zuständige Polier Lothar Walter. Er überwacht die Arbeiten an den beiden Losen, wie die Abschnitte genannt werden. In Dahlerbrück sichert das Unternehmen eine rund 240 Meter lange und fünf Meter hohe Strecke. Um den Hang abzusichern, wird über den Großteil der Fläche ein hochfestes Drahtgeflecht aus Stahl gespannt. „Das ist das stärkste Netz, das es momentan gibt und ist besonders reißfest“, sagt Walter.

Bevor das Netz aufgelegt werden kann, bohren die Mitarbeiter zunächst mithilfe des speziellen Bohrwagens rund 300 Löcher in den Fels. Jedes drei Meter tief und mit einem Durchmesser von 90 Millimetern. Walter: „Da wird wirklich viel Kraft gebraucht, um da rein zu kommen.“

Die Stellen für die Löcher sind farbig markiert, sodass die Mitarbeiter die Lafette über eine Fernbedienung passgenau positionieren können. „Unsere Mitarbeiter sind entweder vom Boden aus oder mit Kletterausrüstung direkt am Fels tätig. Sie haben alle eine Kletterausbildung, die jährlich wiederholt wird“, erklärt Walter.

In die Bohrlöcher werden schließlich Ankerpfähle aus Stahl mit Zement in den Berg gepresst. „Das hält dann wie ein Dübel.“ Mit Hilfsmitteln legen die Mitarbeiter zum Schluss das Netz so eng wie möglich auf den Fels und verbinden die Stücke untereinander mit speziellen Clips.

Straße in Teilbereichen halbseitig gesperrt

Darüber hinaus kürzte das Unternehmen in Dahlerbrück eine hervorstehende Felsnase um einen halben Meter. An dieser Stelle hätten sich in der Vergangenheit Lkw-Fahrer zum Teil ihre Außenspiegel abgefahren.

Die Felssicherungsarbeiten an der B 54 sind nötig, da es in der Vergangenheit zu Felsabgängen gekommen und die Verkehrssicherheit gefährdet ist, wie Michael Overmeyer, Pressesprecher von Straßen.NRW, erklärt. Der Landesbetrieb lässt nun in elf Abschnitten zwischen Lüdenscheid und Hagen Sicherungen durchführen. Die Maßnahmen dauern bis Ende September. Insgesamt kosten Straßen.NRW die Arbeiten rund 1,5 Millionen Euro.

Zu Verzögerungen führt ein tierisches Problem in Form eines brütenden Uhus im Bereich Arenritt. Walter: „Den dürfen wir nicht stören, daher werden dort die Arbeiten erst ab Oktober durchgeführt.“ Michael Overmeyer ergänzt: „Die Maßnahme erfolgt mit einer ökologischen Baubegleitung. Seltene Pflanzen gibt es in den Abschnitten aber nicht.“

Im Zuge der Sicherung wird die B 54 in Teilabschnitten halbseitig gesperrt. Der Verkehr wird durch eine Ampelanlage geregelt. „Wir sind durch den Märkischen Kreis und Hagen dazu verpflichtet worden, dass zwischen den einzelnen Abschnitten jeweils 1000 Meter liegen müssen, um den Verkehr nicht zu stark zu belasten“, sagt Walter.

Allerdings sei der Platz etwas eng, um mit der großen Bohrmaschine zu arbeiten. „Eine Vollsperrung ist aber nicht möglich, weil wir keine Umleitung einrichten können“, sagt Overmeyer.

Die Arbeiten in Dahlerbrück und Hagen-Ambrock dauern noch circa bis Mitte Mai. Die nächsten Abschnitte auf Schalksmühler Gebiet befinden sich in Höhe der Gaststätte „Zur Kuhle“, am Flaßkamp und bei Pulvermühle.

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