Lesung in der Primusschule

Frank Goosen kommt nach Schalksmühle

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Der Bochumer Autor und Kabarettist Frank Goosen liest am 22. November im PZ der Primusschule. Vorab sprach er in einem Interview mit unserer Zeitung unter anderem über den Unterschied zwischen Metropole und Dorf.

Schalksmühle - Der Bochumer Autor und Kabarettist Frank Goosen hat neben seinen erfolgreichen Büchern zahlreiche Kurzgeschichten und Kolumnen in überregionalen Publikationen und diversen Anthologien veröffentlicht. Vor seiner Lesung am 22. November im Pädagogischen Zentrum der Primusschule stand er Redakteur Martin Meyer Rede und Antwort.

In Ihrer Lesung in Schalksmühle geben Sie unter dem Titel „Mein Ich und seine Bücher“ einen Einblick in Ihr literarisches Best-of. Würden Sie uns vorab Ihren Lieblingsteil verraten?

Frank Goosen: Das ist ein bisschen wie die Frage, welches seiner Kinder man mehr liebt. Aber ich muss sagen, dass ich die Geschichte über meine erste große Liebe, für die ich Songs geschrieben habe und mit der ich ein sehr schräges Erlebnis auf einem Simon-and-Garfunkel-Konzert verbinde, immer wieder besonders gerne vorlese. 

Was macht den Unterschied zu dem Frank Goosen der 80er-Jahre aus? 

Goosen: Weniger Haare. Außerdem bin ich doch etwas gelassener geworden. 

Was ist Ihrer Meinung nach so komisch am Thema Tod? 

Goosen: Wenig. Deshalb schreibe ich auch kaum darüber. 

Düsseldorf, Köln, Essen, Wesel, Mönchengladbach und dann Schalksmühle – ein gewaltiger Sprung von den Metropolen an Rhein und Ruhr in die Provinz. Ist das nicht ein Kulturschock? 

Goosen: Naja, Metropolen… So gewaltig ist der Unterschied nun auch nicht. So lange die Leute nett sind, und man selbst offen auf sie zugeht, kommt es auch nicht zum Schock. Und bisschen weniger Straßenlärm nach Sonnenuntergang ist auch ganz schön. 

Gibt es Unterschiede zwischen dem Publikum in der Großstadt und auf dem Dorf? 

Goosen: Kaum. Wenn sie erstmal da sind, reagieren sie ähnlich. Warum auch nicht. Sie interessieren sich ja für ähnliche Sachen: Liebe, Heimat, Fußball, die großen und kleinen Absurditäten des Alltags. In großen Städten gibt es sehr viel mehr konkurrierende Kulturangebote, da muss man sich vielleicht im Vorfeld ein bisschen mehr anstrengen, um die Leute in die Veranstaltung zu bekommen. 

Hat es einen besonderen Reiz für Sie vor kleiner Kulisse aufzutreten? 

Goosen: Es hat immer einen Reiz, vor einem aufmerksamen, freundlichen Publikum aufzutreten, das sich gerne auf das einlässt, was ich mache. Das vielleicht auch ein bisschen Selbstironie mitbringt, also auch mal über sich selbst lachen kann, anstatt alles so ernst zu nehmen. Und wenn man es mal vor großem, mal vor kleinem Publikum macht, ist das ein bisschen wie Wechselduschen – und das soll ja sehr gesund sein.

Passen Sie Ihr Programm an, wenn Sie in einer kleineren Gemeinde auf der Bühne stehen? 

Goosen: Nein, dafür gibt es keinen Grund. Es wäre ja auch arrogant, zu denken: Das ist eine kleine Gemeinde, die kommen bestimmt mit der oder der Geschichte nicht zurecht. 

Sie touren beispielsweise von Kiel über Lübeck nach Aachen. Haben Sie eine Bahncard? 

Goosen: Ja, wieso? 

Wie reisen Sie nach Schalksmühle? 

Goosen: Mit dem Auto. 

Übernachten Sie im Hotel vor Ort? 

Goosen: Nein, ich bin ja in einer dreiviertel Stunde zu Hause in Bochum. 

Haben Sie als echter „Ruhri“ auch schon einmal Erfahrungen in der ländlichen Region gemacht? 

Goosen: Ich habe nach meinem Geschichtsstudium ein halbes Jahr im Werksarchiv der Firma Falke in Schmallenberg gearbeitet. Gewohnt habe ich in einem Dorf, in dem die Straßen keine Namen hatten, sondern nur die Häuser durchnummeriert waren. Da stand schon mal eine ausgebüxte Kuh auf der Straße.

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