Ausschuss berät über Maßnahmen

Umweltschutz: Wird Schalksmühle eine pestizidfreie Gemeinde?

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Die Verwaltung möchte in Zukunft, dass innerhalb der Gemeindegrenzen keine Pestizide verwendet werden.

Schalksmühle - Mittels eines Grundsatzbeschlusses möchte die Verwaltung auf die Verwendung von schädlichen Insekten- oder Unkrautvernichtungsmitteln verzichten. Über eine pestizidfreie Kommune wird deshalb am Mittwoch, 14. November, erstmals im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen und Umwelt gesprochen.

In vielen Städten und Gemeinden werden Pestizide eingesetzt, um Wege in Parks, Sport- und Spielplätze, Grünanlagen oder Straßenränder frei von unerwünschten Kräutern und Gräsern zu halten oder um gegen ungeliebte Insekten vorzugehen, heißt es vonseiten der Gemeindeverwaltung. Viele der Mittel stünden im Verdacht, Krebs zu erregen, die Fortpflanzung zu schädigen oder eine hormonelle Wirkung zu haben. 

Für viele Tier- und Pflanzenarten im städtischen Raum seien Pestizide ein Verhängnis. Denn nicht nur die unerwünschten Wildkräuter und Insekten werden beseitigt, sondern auch Honigbienen, Wildbienen, Schmetterlinge und Fledermäuse. Von den fast 600 Wildbienen-Arten in Deutschland steht die Hälfte auf der Roten Liste. 

Kommunen könnten hier Verantwortung und eine Vorreiterrolle für den Artenschutz übernehmen, indem sie bei der Flächenpflege keine Pestizide einsetzen, heißt es in einer entsprechenden Vorlage. Bundesweit seien bereits mehr als 50 Städte ganz oder teilweise pestizidfrei – einige von ihnen sogar schon seit mehr als 20 Jahren. 

Mögliche Maßnahmen sind vielfältig 

Die möglichen Maßnahmen hingegen seien vielfältig. So können Flächen mit mehrjährigen Stauden bepflanzt werden, die Insekten ein ganzjähriges Blütenangebot schaffen. Frühzeitiges Reinigen von Verkehrsflächen und planerische Weitsicht bei der Bebauung seien wichtige Elemente, um einen zu starken Bewuchs zu verhindern.

Alternativen zur Chemiekeule seien vielfältige mechanische und thermische Verfahren. Besonders wichtig sei dabei die Kommunikation mit den Bürgern, um die notwendige Akzeptanz zu schaffen. Durch die Gemeinde Schalksmühle wurden Pestizide in der Vergangenheit nur in sehr geringem Umfang eingesetzt, sagt die Verwaltung. Auf Straßen, Gehwegen und Plätzen sowie an Gewässern sei deren Einsatz ohnehin gesetzlich verboten. Auf Kinderspielplätzen verzichte die Gemeinde seit Jahren freiwillig auf deren Einsatz und wende hier ausschließlich mechanische Bekämpfungsmethoden an.

Die Ausschussmitglieder sollen dem Gemeinderat folgende Beschlussempfehlungen geben: 

  • ab sofort schrittweise auf allen kommunalen Flächen (Kulturland sowie Nichtkulturland) keinerlei chemisch-synthetischen Pestizide (Pflanzenschutzmittel) durch den Bauhof einzusetzen, 
  • private Dienstleistungsunternehmen, die den Auftrag zur Pflege öffentlicher Flächen erhalten, ebenfalls zu einem Pestizidverzicht zu verpflichten, 
  • bienen- und insektenfreundliche Blühflächen oder Projekte zu initiieren, 
  • bei der Verpachtung kommunaler Flächen für eine landwirtschaftliche Nutzung ein Verbot des Einsatzes von Pestiziden im Pachtvertrag zu verankern, 
  • Bürger über die Bedeutung von Biodiversität in der Gemeinde zu informieren und gleichzeitig Möglichkeiten zum Schutz von Bestäubern wie Bienen und Wildbienen sowie giftfreie Maßnahmen beim Gärtnern aufzuzeigen.

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