Dachausbau an der Spormecke

Grundschule Spormecke: Zähes Ringen um jeden Zentimeter

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An der Grundschule Spormecke wird um jeden Zentimeter Platz für die Betreuungsangebote gerungen.

Schalksmühle - Der geplante Dachgeschossausbau an der Grundschule Spormecke erweist sich immer mehr als ein zähes Ringen um jeden Zentimeter. In einer Sondersitzung saßen erneut Politik, Verwaltung und Architekturbüro zusammen – ein klares Ergebnis gab es aber nicht.

Das mit der Planung beauftragte Büro Artec aus Lüdenscheid stellte Anfang der Woche den aktuellen Stand der Umbaupläne vor. So erläuterte Geschäftsführerin Anja Roerdink-Veldboom, dass nun die Äußerungen der Denkmalbehörde vorliegen. Gegen den Dachgeschossausbau sowie den Einbau einer Schleppgaube auf der Rückseite des Schulgebäudes bestehen demnach keine Bedenken. 

In einer Planungsvariante, die bereits im Vorfeld vorgestellt wurde, ging es darum, im Spitzboden eine zweite Ebene einzuziehen, um noch mehr Fläche zu erhalten. Dazu ist allerdings ein zweiter Rettungsweg erforderlich. Die Möglichkeit, einen Treppenturm seitlich am Komplex anzuschließen, sei laut Behörde aber nicht mit dem Denkmalschutz vereinbar. Eine Alternative wäre die Rückseite, wo eine Treppe die Optik der Schule nicht verändere. Es wird nun empfohlen, nur Räume in der ersten Dachebene des Neubaus zu schaffen. 

Einschnitte im Raumkonzept

Damit müssen die Planer bereits an diesem Punkt Einschnitte im Raumkonzept hinnehmen. Ursprünglich hatte man sich gewünscht, mehr Platz für die Freizeitfläche erhalten zu können. Dafür, so rechnete es die Verwaltung vor, sei diese Ausbauvariante auch mit weniger Kosten verbunden. Zudem hätte die Variante einer innen liegenden Treppe weiteren Raum verbraucht. 

Eine Schleppgaube im Dach der Rückseite des Gebäudes wie in der Darstellung ist mit der Denkmalbehörde abgestimmt und könnte für mehr Licht im Dachgeschoss sorgen.

Mit einer Entscheidung gegen den Spitzbodenausbau sind auch Schulleiter Ralf Gensmann und Bürgermeister Jörg Schönberg einverstanden. Gensmann: „Wir haben die Zeit genutzt und die Varianten besprochen. Ein Treppenhaus wollen wir nicht und aus finanziellen Gründen wollen wir auch auf die zweite Ebene verzichten.“ Schönenberg dazu: „Wir würden viel Geld in die Hand nehmen und damit nur wenige Plätze schaffen. Das ist nicht sinnvoll.“

Ein Dämpfer in der Planung

Eine weitere Möglichkeit, um Raum zu schaffen, war ein möglicher Ausbau des Dachbodens über dem Altbau. Dafür holten sich die Planer nun eine Expertise des Halveraner Ingenieurbüros iBK zur Beurteilung der Tragfähigkeit des Dachs und der Decke ein. Das Ergebnis der Statiker ist ein weiterer Dämpfer in der Planung. 

Dem Bericht zufolge sei die Bauweise des betrachteten Gebäudeteils teilmassiv. Vorhanden seien sowohl Vollmauerwerk als auch ausgefachte Fachwerkwände. Die Decke weise eine Holzbalkendecke mit Spalierputz als Unterdecke auf. Ein Abfangträger im Erdgeschoss deute zudem auf Umbauarbeiten in der Vergangenheit hin. Dach und Decke seien in einem dem Alter entsprechenden Zustand, ohne größere Schäden. Die Experten kommen zu dem Schluss, dass ein Ausbau eine zusätzliche Belastung durch Dämmung und Bekleidung nach sich ziehen würde. Damit wären weitere Statiknachweise notwendig. 

In der vorgestellten Planungsvariante wurde auf die zweite Ebene im Spitzboden des Neubaus verzichtet. Ob sie am Ende umgesetzt wird, das ergibt sich jedoch erst in den kommenden Wochen.

Des Weiteren seien die Dachsparren zu verstärken, um eine sogenannte Zwischensparrendämmung aufnehmen zu können. Auch müsste eine Zwischendecke in Kehlbalkenhöhe eingezogen und damit die Mittelpfetten durch Stahlprofile stabilisiert werden. Auch die Windböcke dürften nicht entfernt werden beziehungsweise es müsste ein adäquater Ersatz etwa durch portalartige Stahlrahmen geschaffen werden. 

Hoher Aufwand 

Die Statiker weisen hier ausdrücklich auf den hohen Aufwand hin. Berechnungen haben außerdem ergeben, dass eine Verstärkung der Deckenbalken bei einer Nutzungsänderung unbedingt notwendig sei – inklusive einer nicht unerheblichen Erhöhung des Fußbodens und damit weniger Raumhöhe. 

Das Fazit: Ein Ausbau sei zwar möglich – aber nur mit erheblichen Ertüchtigungsmaßnahmen und Eingriffen in die Bausubstanz. Die Statiker empfehlen in jedem Fall eine vorherige Kostenschätzung. Mit diesem Ergebnis scheint in der Verwaltung die Devise aufgekommen zu sein: „Platzgewinn ja, aber nicht um jeden Preis.“ Denn in der entsprechenden Vorlage zu der Sondersitzung spricht man sich, wie schon beim Spitzboden im Neubau, auch gegen den Ausbau des Dachbodens über dem Altbaubereich aus. Der Grund: das sehr schlechte Kosten-Nutzen-Verhältnis.

Zusätzliche Bedenkzeit

Die anwesenden Politiker schlossen sich dieser Meinung am Montag an. Um weitere Schritte machen zu können, wurde vorgeschlagen, zusätzliche Bedenkzeit zu schaffen. Um vor der nächsten Gemeinderatssitzung am 30. September mehr in den Händen zu haben, entschied man sich dafür, am 25. September (16.30 Uhr) eine weitere gemeinsame Sondersitzung der Ausschüsse Kinder, Jugend und Schule sowie Bauen und Planen anzusetzen.

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