Augenoptiker hilft ehrenamtlich

Schalksmühler Ulrich Schulz leistet regelmäßig Entwicklungshilfe

+
Ulrich Schulz, Augenoptiker aus Schalksmühle, reist seit mehreren Jahren mit dem Verein Volunteer Doctors nach Afrika, um dort Menschen mit Sehhilfen zu versorgen.

Schalksmühle - Der Schalksmühler Augenoptiker Ulrich Schulz reist regelmäßig in Entwicklungsländer, um den Menschen vor Ort ehrenamtlich zu helfen. 

„In der Regel sind es Ärzte, die der Verein German Volunteer Doctors entsendet.” Dass Ulrich Schulz, Mitinhaber von Optik Lüttringhaus & Schulz in Schalksmühle und Lüdenscheid, dennoch seit Jahren mit den Doctors ehrenamtlich in Entwicklungsländer reist, um dort Menschen mit Sehhilfen zu versorgen, hängt mit seiner Ausbildung zum staatlich geprüften Augenoptiker und Augenoptikermeister zusammen. 

„Das erlaubt mir, ähnlich wie ein einheimischer Optometrist zu arbeiten“, erklärt er. Dazu gehört, dass er Augen auf Auffälligkeiten hin untersuchen und Fehlsichtigkeiten ermitteln kann. 

Spontane Zusage vor mehreren Jahren 

In Afrika gibt es nur rund 600 Augenärzte. Ein Augenarzt ist also für etwa 1,3 Millionen Menschen zuständig.

Als die humanitäre Hilfsorganisation, die von allen Rotary-Distrikten in Deutschland getragen wird, vor Jahren einen Volunteer speziell für Augen suchte, sagte er spontan zu. Seitdem war der Ehrenobermeister der Augenoptikerinnung für den Regierungsbezirk Arnsberg – selbst Mitglied im Rotary Club Lüdenscheid – in Nepal und Ghana bereits mehrfach für die in ihrer Freizeit unentgeltlich arbeitenden Ärzten im Einsatz. 

In Ghana war er fünfmal, zuletzt im Januar dieses Jahres. Solange er sich fit genug fühlt, möchte er seine ehrenamtliche Tätigkeit in den vielfach unterversorgten Krankenhäusern und Krankenstationen der Entwicklungsländer, die ihm viel Freude bereitet, fortsetzen. Wie es im Flyer der German Volunteer Doctors heißt, ist in den betreffenden Ländern besonders der Mangel an Fachärzten groß. „So gibt es in ganz Afrika nur rund 600 Augenärzte, das heißt durchschnittlich etwa einen Arzt für 1,3 Millionen Menschen“, heißt es. Jahrzehntelange Erfahrung wie die von Ulrich Schulz ist da mehr als willkommen. Viele Eindrücke, Impressionen und Erinnerungen, die er nicht missen möchte, hat der Rotarier von seinen ehrenamtlichen Einsätzen mit ins heimische Sauerland gebracht. Bei Meetings der Rotarier berichtete er bereits des Öfteren davon.

Einfache Ambulanz ohne Augenarzt 

Bei allen Reisen war er in Kliniken stationiert – einmal in einer kleinen Aufnahme ohne Augenarzt.

In Nepal, 2012 erste Einsatzstation des Optikers, arbeitete Ulrich Schulz vier Wochen am „Scheer Memorial Hospital“ in Banepa. Die „eye clinic“ in dem rund 30 Kilometer von der Hauptstadt Kathmandu gelegenen Hospital entpuppte sich als einfache Ambulanz ohne Augenarzt. Leiterin war eine in Indien zur Assistentin für Augenerkrankungen ausgebildete Schwester. Mittels mitgenommenem feinmechanischem Werkzeug brachte Schulz zunächst die Geräte auf Vordermann. Brillenglasprüfungen gestalteten sich abenteuerlich, da rund 60 Prozent der Patienten Analphabeten waren, wie er erzählt. 

Teilweise tagelange Fußmärsche nahmen Patienten in Kauf, um sich vor Ort behandeln zu lassen. „Operationen haben wir allerdings nicht durchgeführt.“ Die Höflichkeit der Menschen – „die geben sich riesige Mühe, den Doctors das Leben dort so angenehm wie möglich zu machen“ – beeindruckte den Optiker dabei ebenso sehr wie die landschaftliche Schönheit des Landes. Bei guter Sicht konnte er sogar den Mount Everest sehen. 

Die Arbeit in Ghana, wo er an der „Anglican eye clinic“ in Jachie/Kumasi fast so etwas wie „Heimrecht“ genießt, kennt Ulrich Schulz nach fünf Einsätzen aus dem Effeff. Neben dem Klinikbetrieb standen dort stets tägliche Fahrten zu Schulen und Einrichtungen in der Umgebung, um Reihenuntersuchungen durchzuführen, an. Auch an der Einrichtung einer kompletten Klinik in dem afrikanischen Land und dem Entladen riesiger Container mit gespendetem medizinischem Gerät war der rührige Rentner beteiligt. 

Eine große Bereicherung 

Für ihn selbst waren die Einsätze eine große Bereicherung. „Man lernt etwas dabei. Man muss sich an die Gepflogenheiten anpassen“, sagt er. Das genügsame Leben, das er in Nepal und Ghana kennengelernt hat, hat nachhaltigen Eindruck auf ihn hinterlassen. Wenn es die Gesundheit zulässt, bricht er im nächsten Jahr erneut zu einem Einsatz auf.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare