Aufzug oder Gehweg?

Aufstiegshilfe zum Rewe-Markt würde bis zu 200.000 Euro kosten

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Nach der Aufweitung der östlichen Zufahrt zum Rewe-Markt soll die eigentliche Neugestaltung des Ortskerns Ende dieses Jahres zunächst im Bereich Schnurrenplatz beginnen.

Schalksmühle - Über die Umgestaltung des Bahnhofsumfelds im Ortszentrum wurde in den vergangenen Jahren und Monaten in den zuständigen politischen Gremien immer wieder intensiv diskutiert.

Im Herbst könnten nun tatsächlich die Bagger anrücken, um mit den ersten Arbeiten zu beginnen. 

Stimmen nach dem Bau- und Planungsausschuss auch der Hauptausschuss, der am 3. Juli tagt, und der Rat (10. Juli) den veränderten Planungen zu und klären die Detailfragen, die am Montag noch offen geblieben sind, beginnt die Umsetzung des Großprojekts im Herbst mit der Aufweitung der östlichen Zufahrt zum Gelände des Rewe-Marktes. 

Der weitere Zeitplan, den das zuständige Architekturbüro ASS im Bauausschuss vorstellte, sieht vor, die eigentlichen Umgestaltungsarbeiten ab Jahresende 2017 zunächst auf der südlichen Seite des Bahnhofs am Schnurrenplatz umzusetzen. 

Dieser soll mit einer Rampe und Treppenanlage, neuem Pflaster sowie einem Beleuchtungskonzept zu einer Art Bahnhofsvorplatz werden. Angrenzend entsteht eine Park-and-Ride-Anlage. Entgegen der ursprünglichen Planung ändert sich im Bereich des Schnurrenplatzes nur die Dimension der Treppenanlage zur Personenunterführung. „Wir verringern die Breite der Treppe um 3,50 Meter, mit sieben Metern an der breitesten Stelle ist sie aber immer noch sehr großzügig“, erklärte Joachim Hamerla vom Büro ASS am Montag im Ausschuss. 

Für Frühjahr/Sommer 2018 steht der Abbruch der Böschung zur Bahnhofstraße im Zeitplan, direkt im Anschluss soll auf der entstandenen Freifläche der neue Platz an der Bahnhofstraße inklusive der Rampe zur Bahnunterführung errichtet werden. Ob diese Zeitfenster letztlich tatsächlich so eingehalten werden können, ist allerdings offen. „Das ist ein sportlicher Zeitplan“, sagte selbst Jens Ebener vom Büro ASS im Ausschuss. 

Hohe jährliche Unterhaltungskosten

Auf den Tisch kamen am Montag zudem erstmals Zahlen, wie viel die Errichtung einer Aufzugsanlage neben der Bushaltestelle Rathausplatz von der Bahnhofstraße zum Eingangsbereich des Rewe-Marktes kosten würde. Allein als Baukosten errechnete ASS 150 000 bis 200 000 Euro. Hinzu kämen jährliche Unterhaltungskosten von rund 20 000 Euro. Das Büro hatte die Möglichkeit der Errichtung eines Aufzugs in diesem Bereich auf Wunsch der Lokalpolitik geprüft, die bemüht ist, älteren und behinderten Menschen einen möglichst kurzen und barrierefreien Weg vom Ortszentrum zum Vollsortimenter zu ermöglichen. 

Als zusätzliche oder Alternativlösung zeigte ASS die Möglichkeit auf, den Gehweg östlich der Bushaltestelle im Zuge der Rampenaufweitung zu verlängern, um so einen barrierefreien Weg zu schaffen. Wird dieser Gehweg errichtet, müsste allerdings die Begrünung am Fuß der Mauer, die ebenfalls erst im Rahmen der Regionale entstanden ist, wieder weichen. Zudem fielen auf der nördlichen Fahrbahn der Bahnhofstraße drei Parkplätze weg.

„Wir werden uns für den Gehweg oder Aufzug entscheiden müssen“, sagte Bürgermeister Jörg Schönenberg und empfahl den Ausschussmitgliedern, ernsthaft über die Aufzuglösung nachzudenken: „Die Älteren werden nicht weniger.“ Die Verwaltung erhielt von den Ausschussmitgliedern den Prüfauftrag zunächst einmal Vorschläge für beide Lösungen auszuarbeiten. „Zumindest bei der Aufzug-Lösung müssten wir uns auch bemühen Partner ins Boot zu holen“, meinte Schönenberg mit Blick auf den Rewe-Markt. 

Dieser habe laut Joachim Hamerla aber kein großes Interesse an einer Aufzuganlage gezeigt, da der Großteil der Kunden ohnehin mit dem Auto käme. Der Öffentlichkeit werden die neuen Planungen heute im Rahmen einer Bürgerinformation vorgestellt, die um 19 Uhr im Ratssaal beginnt.

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